BONITAS
Steuerberatungs-
gesellschaft m.b.H.

Kirchstraße 3
03205 Calau

Telefon: 03541 71228-0
Telefax: 03541 71228-21

Datev   Fachberater Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)

Druckvorschau

Steuerlexikon A

A - B - CD - E - F - G - H - I - J - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - X - Y - Z


Begriffe

  1. Abschreibung
  2. Anschaffungsnaher Herstellungsaufwand
  3. Ansparabschreibung
  4. Arbeitnehmer-Pauschbetrag
  5. Arbeitslohn
  6. Arbeitsverträge zwischen Angehörigen
  7. Arbeitszimmer
  8. Aufbewahrungspflicht
  9. Ausbildungskosten
  10. Außenprüfung
  11. Außergewöhnliche Belastung
  12. Außerordentliche Einkünfte

Abschreibung

Beträgt die Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes mehr als ein Jahr und übersteigt der Kaufpreis einen Betrag von 410 € (ohne Mehrwertsteuer) (ab 1.1.2008: 150 €), so ist das Wirtschaftsgut abzuschreiben. Damit kann nicht der gesamte Kaufpreis im Jahr des Erwerbs steuermindernd als Betriebsausgabe oder als Werbungskosten geltend gemacht werden, sondern nur der jährliche Wertverzehr in Form einer Abschreibung. Nicht abschreibungsfähig sind lediglich Wirtschaftsgüter, die keinem Wertverzehr unterliegen. Im Normalfall unterliegen unbebaute Grundstücke oder Kunstwerke anerkannter Meister nicht dem Wertverzehr.
Die Höhe des jährlichen Abschreibungsbetrags richtet sich nach der Nutzungsdauer des Wirtschaftsgutes und nach der gewählten oder gesetzlich vorgegebenen Abschreibungsmethode. Die Nutzungsdauer wird durch die Herausgabe einer amtlichen Abschreibungstabelle vom Bundesfinanzministerium bestimmt und zumeist alle zwei Jahre aktualisiert. Auch die zur Anwendung kommende Abschreibungsmethode (z.B.: lineare Abschreibung, degressive Abschreibung) ist gesetzlich vorgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 150 € und 1.000 € sind ab dem 1.1.2008 in einem jahrgangsbezogenen Sammelposten einzustellen, der jeweils über 5 Jahre abgeschrieben wird.

Bemessungsgrundlage für die Abschreibung sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsgutes. Bei Anschaffung eines Wirtschaftsgutes fließt daher nicht nur der Kaufpreis, sondern auch die Erwerbsnebenkosten, wie zum Beispiel Transportkosten und Montagekosten, in die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung mit ein.
Bei unterjährigem Erwerb (das Wirtschaftsgut wurde nicht im ersten Monat des Jahres erworben) ist nicht die volle Jahresabschreibung, sondern nur für jeden angefangenen Monat 1/12 der Jahresabschreibung anzusetzen. werden.

Praxistipp:

Die amtlichen Abschreibungstabellen sind online unter www.bundesfinanzministerium.de abrufbar.

oben

Anschaffungsnaher Herstellungsaufwand

Rechtslage bis 31.12.2003:
Ein anschaffungsnaher Herstellungsaufwand bei einem Gebäude entsteht, wenn

  • über den ursprünglichen Zustand hinaus wesentliche Verbesserungen realisiert werden,
  • eine zeitliche Nähe zur Anschaffung (in der Regel drei Jahre) vorliegt und
  • im Verhältnis zum Kaufpreis hohe Reparatur- und Modernisierungsaufwendungen anfallen.

Ob anschaffungsnaher Herstellungsaufwand vorliegt, ist in der Regel nicht zu prüfen, wenn die Aufwendungen für die Instandsetzung (Rechnungsbetrag ohne Mehrwertsteuer) innerhalb eines dreijährigen Zeitraums insgesamt 15 Prozent der Anschaffungskosten des Gebäudes nicht übersteigen. Anschaffungsnahe Aufwendungen können auch bei Instandsetzungsarbeiten nach Ablauf der drei Jahres-Frist entstehen, wenn die behobenen Mängel bereits bei Erwerb vorlagen und zu einer Minderung des Kaufpreises geführt haben.
Wird ein Gebäude teilentgeltlich erworben, ist anschaffungsnaher Aufwand nur im Verhältnis zum entgeltlichen Teil des Erwerbs gegeben.
Aus Vereinfachungsgründen kann ein Herstellungsaufwand, der 2.100 € nicht übersteigt, sofort steuermindernd abgezogen werden.
Die alte Rechtslage gilt für die gesamten Maßnahmen innerhalb des Dreijahreszeitraums. Damit gilt diese Rechtslage nicht nur für bereits 2003 getätigte Aufwendungen, sondern auch für weitere Maßnahmen, die in die Jahre 2004 und 2005 fallen.
Rechtslage ab 1.1.2004:
Von Herstellungskosten wird ausgegangen, wenn die Instandsetzungs- und Modernisierungsaufwendungen (ohne Umsatzsteuer),

  • die in zeitlicher Nähe zur Anschaffung liegen (drei Jahre),
  • 15 Prozent der Gebäudeanschaffungskosten übersteigen.

Dabei werden Aufwendungen für Erhaltungs- und Erweiterungsarbeiten nicht berücksichtigt. Aus Vereinfachungsgründen kann ein Herstellungsaufwand, der 4.000 € nicht übersteigt, als sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand behandelt werden.
Die Neuregelung greift für Baumaßnahmen, mit denen nach dem 31.12.2003 begonnen wurden ist. Maßgebend ist dabei der Bauantrag bzw. das Einreichen der Bauunterlagen oder bei Maßnahmen für die keine Unterlagen erforderlich sind der tatsächliche Beginn der Bauarbeiten.

oben

Ansparabschreibung

Kleine und mittlere Unternehmen können gemäß § 7 g Absatz 3 EStG für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines Wirtschaftsgutes eine den Gewinn mindernde Rücklage bilden. Diese Rücklage wird als Ansparabschreibung bezeichnet. Seit dem 1.1.2001 darf die Rücklage maximal 40 Prozent der Anschaffungskosten/ Herstellungskosten betragen. Insgesamt ist die Rücklagenbildung auf 154.000 € für jeden Betrieb des Steuerpflichtigen beschränkt. Nur Existenzgründer können ca. den doppelten Betrag (307.000 €) in Anspruch nehmen.
Bei Bildung der Rücklage müssen in der Steuererklärung folgende Angaben gemacht werden: Art, Höhe, Zeitpunkt und Ort der Investition. Einen Nachweis der tatsächlich bestehenden Investitionsabsicht verlangt der Gesetzgeber nicht. Wurde die Investition nicht getätigt, ist die Rücklage gewinnmindernd aufzulösen. Falls die geplante Investition nicht oder nicht in der beabsichtigten Höhe erfolgte, muss für die nicht oder die überhöht gebildete Rücklage ein Gewinnzuschlag pro Wirtschaftsjahr vorgenommen werden. Dieser beträgt 6 Prozent. Für Existenzgründer entfällt dieser Gewinnzuschlag.
Hat ein Unternehmen eine Ansparabschreibung gebildet und wird diese Gesellschaft in ein anderes Unternehmen eingebracht, dann ist in den meisten Fällen die Ansparrücklage aufzulösen (vgl. Finanzgericht Münster, Urteil vom 15.5.2003/ Bundesfinanzhof, Urteil vom 10.11.2004). Zur Auflösung von Ansparabschreibungen anlässlich einer Betriebsveräußerung oder einer Betriebsaufgabe nimmt auch das BMF-Schreiben vom 25.8.2005 Bezug.
Auf die Bildung einer Ansparabschreibung bei wesentlicher Erweiterung eines bereits bestehenden Betriebs nehmen die BMF-Schreiben vom 25.1.2004 und vom 16.11.2004 Bezug.

Praxistipp:

Zu beachten ist, dass die bei Bildung der Ansparrücklage genannten Wirtschaftsgüter (z.B. Anschaffung eines Pkw) später auch wie geplant angeschafft/ hergestellt werden müssen. Ist zum Beispiel für die Anschaffung eines Pkw eine Ansparrücklage gebildet worden, darf hierfür später kein Lkw angeschafft werden. Zumindest müssen die Wirtschaftsgüter funktionsidentisch sein. Beispiel: Geplant war die Abschaffung eines Pkw Typ BMW. Später angeschafft wurde eine Pkw Typ Mercedes. Die beiden Wirtschaftsgüter sind funktionsidentisch.
Die Ansparabschreibung kann letztmalig in Jahresabschlüssen zum 31.12.2006 gebildet werden. Danach ab 2007 wird diese durch den Investitionsabzugsbetrag ersetzt.

oben

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag ist ein Werbungskosten-Pauschbetrag, der von den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zum Abzug gebracht werden kann. Er beträgt seit dem 1.1.2004 (= Veranlagungszeitraum 2004) 920 € (zuvor: 1.044 €). Grundsätzlich können Werbungskosten pauschal mit dem Pauschbetrag oder per Einzelnachweis der Kosten berücksichtigt werden. Der Arbeitnehmerpauschbetrag ist ein Jahresbetrag der immer in voller Höhe zum Ansatz kommen kann, wenn im Jahr Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt wurden. Dabei ist ohne Bedeutung, ob der Arbeitnehmer nur für wenige Tage im Jahr oder das gesamte Jahr berufstätig war.

Für zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Ehepartner gilt immer der doppelte Pauschbetrag. Beschränkt Steuerpflichtige können die Werbungskosten-Pauschbeträge nicht nutzen.

Seit 1.1.2005 gilt, dass Versorgungsempfänger nur noch einen Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 EUR jährlich erhalten. Zum Ausgleich des für Versorgungsempfänger somit weggefallenen Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 920 EUR jährlich wird ihnen ein Versorgungsfreibetrag von 900 EUR gewährt. (siehe Lexikon: Versorgungsbezüge)

Praxistipp:

Es sollte immer geprüft werden, ob bei einem Einzelnachweis der Werbungskosten der Pauschbetrag überschritten wird. Ist dies der Fall, sollten Werbungskosten im Einzelnen per Beleg nachgewiesen werden.

oben

Arbeitslohn

Zum Arbeitslohn gehören alle Einnahmen, die einem Arbeitnehmer aus einem Dienstverhältnis zufließen. Dabei können die Einnahmen in Geld oder in Geldeswert (z.B. Sachbezüge) bestehen. Unerheblich ist, ob es sich um laufende Bezüge handelt oder ob der Arbeitnehmer auf die Zahlungen einen Rechtsanspruch hat. Der Arbeitslohn gehört zu den Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit. Neben dem laufenden Arbeitslohn (z.B. Monatsgehalt, Tageslohn, geldwerte Vorteile, Mehrarbeitszuschläge) können dem Arbeitnehmer auch sonstige Bezüge zufließen. Sonstige Bezüge kommen nicht regelmäßig zur Auszahlung. Typische sonstige Bezüge sind: das dreizehnte Gehalt, Abfindungen oder Tantiemen.

Als Arbeitslohn gelten unter anderem:

  • Löhne, Gehälter, Gratifikationen,
  • Sachbezüge,
  • andere Vorteile, die gewährt werden (z.B. Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld),
  • Entschädigungen (z.B. Abfindung),
  • Ersatz von Fahrtkosten (wenn sie den steuerfreien Betrag (vgl. Reisekosten) übersteigen),
  • Wartegelder, Ruhegelder, Witwen- und Waisengelder,
  • andere Bezüge aus früheren Dienstverhältnissen,
  • Zuschüsse im Krankheitsfall,
  • Entlohnungen für Mehrarbeit oder besondere Gefährdungen,
  • Trinkgelder, Bedienzuschläge und ähnliche Zuwendungen, auf die der Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch hat.

Nicht zum Arbeitslohn gehören Leistungen, die der Arbeitgeber ganz überwiegend im betrieblichen Interesse erbringt, da in diesem Fall keine Gegenleistung für die zur Verfügung gestellte Arbeitskraft vorliegt. Hierzu gehören zum Beispiel: Vorsorgeuntersuchungen oder Fortbildungsmaßnahmen.

oben

Arbeitsverträge zwischen Angehörigen

Verträge zwischen nahen Angehörigen werden steuerlich nur anerkannt, wenn sie dem so genannten Fremdvergleich standhalten. Damit müssen die vertraglichen Vereinbarungen dem entsprechen, was zwischen fremden Dritten üblich ist. Zudem müssen die vertraglichen Vereinbarungen auch tatsächlich durchgeführt werden.

Für die steuerliche Anerkennung von Arbeitsverträgen zwischen Angehörigen ist entscheidend, dass das Arbeitsverhältnis ernsthaft vereinbart und entsprechend den Vereinbarungen auch tatsächlich durchgeführt wurden. Bei Arbeitsverhältnissen zwischen Eltern und Kindern muss die monatliche Mindestentlohnung 100 € betragen.

Praxistipp:

Es ist darauf zu achten, dass eine Lohnsteuerkarte vorliegt und Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Zudem sollte das Gehalt auf das Konto des Angehörigen überwiesen werden. Unschädlich ist, wenn das Gehalt auf das gemeinsame Konto der angestellten Ehefrau und dem Ehemann (Arbeitgeber) fließt.

Eine Barauszahlung ist möglich, sollte jedoch wegen mangelhaften Nachweismöglichkeiten vermieden werden. Schließlich muss das Gehalt angemessen sein (Zahlung nach Tarifvereinbarungen). Es sollten bereits im Anstellungsvertrag die Arbeitsaufgaben des Angehörigen genau bezeichnet werden.

oben

Arbeitszimmer

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer werden nur dann steuerlich anerkannt, wenn:

  • Wohnung und Arbeitszimmer räumlich voneinander getrennt sind,
  • dem Steuerpflichtigen und seiner Familie ein ausreichendes Raumangebot für seine privaten Wohnbedürfnisse verbleibt
  • das Arbeitszimmer fast ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird (so gut wie keine private Nutzung) und
  • (ab 1.1.2007) das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet.

Das Arbeitzimmer darf nur ausschließlich oder fast ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden. Wichtige Indizien für die berufliche Nutzung gibt die Ausstattung des Raumes. Im Arbeitszimmer sollten sich keine Gegenstände befinden, die auf eine private Nutzung schließen lassen.

Aufwendungen für das Arbeitszimmer sind unbegrenzt abzugsfähig, wenn das Arbeitszimmer Mittelpunkt der betrieblichen bzw. beruflichen Tätigkeit ist. Dies ist zum Beispiel bei einer schriftstellerischen Tätigkeit gegeben. Bis zum 31.12.2006 waren begrenzt Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abzugsfähig, wenn die berufliche Tätigkeit zu mehr als 50 Prozent im Arbeitszimmer ausgeübt wird. Beispiel: Ein Designer arbeitet nur für zwei Tage in der Woche in der Werbeagentur. Die restlichen drei Tage in der Woche übt er seine Tätigkeit zu Haus aus. In diesem Fall wird ein Betrag von maximal 1.250 € anerkannt. Bei eine beruflichen Nutzung unter 50 Prozent können Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten/ Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Dieser begrenzte Abzug ist jedoch ab dem 1.1.2007 weggefallen. Danach können ab 2007 vorrangig nur noch „Homeoffice“ Arbeiter ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. So gehen ab 2007 Lehrer leer aus, denn das Arbeitszimmer bildet nicht den Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit.

Praxistipp:

Zu beachten ist, dass nur ein separater Raum, der von der übrigen Wohnung durch eine Tür oder Wand abgetrennt ist, als Arbeitszimmer anerkannt wird. Nach der aktuellen Rechtsprechung wird ein Arbeitszimmer nicht anerkannt, wenn es lediglich eine Arbeitsecke, getrennt durch Vorhänge oder Raumteiler, ist. Das Finanzamt ist berechtigt, einen Grundriss der Wohnung zu verlangen oder das Arbeitszimmer zu besichtigen.

oben

Aufbewahrungspflicht

Die Aufbewahrungspflicht ist ein Bestandteil der Buchführungs- und Aufzeichnungspflicht. Die folgenden Unterlagen sind geordnet aufzubewahren:

  • Bücher und Aufzeichnungen, Inventare, Jahresabschlüsse, Lageberichte, die Eröffnungsbilanz sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen,
  • die empfangenen Handels- oder Geschäftsbriefe,
  • Wiedergaben der abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefe,
  • Buchungsbelege,
  • sonstige Unterlagen, soweit sie für die Besteuerung von Bedeutung sind.

Mit Ausnahme der Jahresabschlüsse und der Eröffnungsbilanz können die genannten Unterlagen auch auf einem Bildträger oder auf anderen Datenträgern aufbewahrt werden, wenn dies den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht und sichergestellt ist, dass die Wiedergabe oder die Daten mit den empfangenen Handels- oder Geschäftsbriefen und den Buchungsbelegen bildlich und mit den anderen Unterlagen inhaltlich übereinstimmen. Zudem müssen die Unterlagen während der Aufbewahrungsfrist jederzeit verfügbar sein sowie unverzüglich lesbar gemacht und maschinell ausgewertet werden können.

Die Aufbewahrungsfrist für Buchungsbelege, Bücher und Aufzeichnungen, Inventare, Jahresabschlüsse, Lageberichte, die Eröffnungsbilanz sowie die zu ihrem Verständnis erforderlichen Arbeitsanweisungen und sonstigen Organisationsunterlagen beträgt zehn Jahre, die sonstigen oben aufgeführten Unterlagen sind sechs Jahre aufzubewahren, sofern nicht in anderen Steuergesetzen kürzere Aufbewahrungsfristen zugelassen sind.

Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit dem Schluss des Kalenderjahrs, in dem die letzte Eintragung in das Buch gemacht, das Inventar, die Eröffnungsbilanz, der Jahresabschluss oder der Lagebericht aufgestellt, der Handels- oder Geschäftsbrief empfangen oder abgesandt worden oder der Buchungsbeleg entstanden ist, ferner die Aufzeichnung vorgenommen worden ist oder die sonstigen Unterlagen entstanden sind.

oben

Ausbildungskosten

Eine Ausbildung bzw. Berufsausbildung liegt vor, wenn ein Beruf erlernt wird, den der Steuerpflichtige zukünftig ausüben will. Hierbei werden ihm Kenntnisse und Fertigkeiten für den zukünftigen Beruf vermittelt. Die Erlangung einer höheren Qualifikation wird nicht als Berufsausbildung anerkannt. Vielmehr liegt in diesem Fall eine Fortbildung vor. Bei einer Fortbildung wurde bereits eine Berufsausbildung absolviert. Im Rahmen der Fortbildung werden Kenntnisse und Fertigkeiten erneuert, erweitert bzw. auf einen neuen Stand gebracht. Fallen Kosten für die Berufsausbildung an, ist für die steuerliche Beurteilung grundsätzlich zwischen Ausbildungskosten und Fortbildungskosten zu differenzieren.
Rechtslage bis 31.12.2003:

Der Sonderausgabenabzug für entstandene Ausbildungskosten ist pro Jahr auf 920 € beschränkt. Ist für die Ausbildung eine auswärtige Unterbringung nötig, erhöht sich der Sonderausgabenabzug auf 1.227 €. Ausbildungskosten können nicht nur im Rahmen einer Berufsausbildung entstehen, auch bei dem Besuch der Haupt- und Realschule, des Gymnasiums und der Fach- oder Hochschule fallen Ausbildungskosten an. Aufwendungen, die Eltern für die Ausbildung ihrer Kinder entstehen, können steuermindernd berücksichtigt werden (vgl. Ausbildungsfreibeträge).
Mit seiner Entscheidung vom 4.12.2002 hatte der Bundesfinanzhof (BFH) die steuerliche Abzugsfähigkeit von Ausbildungskosten erweitert und auch Aufwendungen für eine Umschulungsmaßnahme, die die Grundlage für einen Berufswechsel bildet, als vorab entstandene Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit anerkannt. In späteren Urteilen qualifizierte der BFH zudem Kosten für ein erstmaliges Studium sowie für eine erstmalige Berufsausbildung als abzugsfähige Ausbildungskosten (Werbungskosten).
Rechtslage ab dem 1.1.2004:

Dem Werbungskostenabzug für das erstmalige Studium sowie für die erstmalige Berufsausbildung hat nun der Gesetzgeber ein Riegel vorgeschoben. So wurde mit dem "Gesetzes zur Änderung der Abgabenordnung und weiterer Gesetze" vom 21.7.2004 die Anerkennung der Ausbildungskosten als Sonderausgaben auf 4.000 EUR jährlich begrenzt (vgl. § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Zu diesem Sachverhalt, insbesondere zur Erstausbildung, sind jedoch gerichtliche Verfahren anhängig. Bescheide sollten diesbezüglich offen gehalten werden.
Weiterhin voll als Werbungskosten abzugsfähig sind Kosten für ein Zweitstudium, die nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem bereits absolvierten Studium anfallen. Gleiches gilt für Aufwendungen einer berufsbedingten Fortbildung. Hierbei wird jedoch vorausgesetzt, dass die Fortbildung die beruflichen Chancen des Arbeitnehmers verbessern.
Das BMF-Schreiben vom 4.11.2005 (IV C 8 - S 2227 - 5/05) nimmt zur einkommensteuerlichen Behandlung von Berufsausbildungskosten Stellung.

Praxistipp:

Zu den Ausbildungskosten gehören unter anderen:
a) Teilnahme-, Prüfungs-, oder Studiengebühren;
b) Kosten für Lernmittel wie Bücher, Schreibwaren, Kopierkosten, Computer/Faxgeräte/Drucker, Schreibtisch, Aktentasche, Bücherregal, Berufskleidung;
c) Reiskosten wie Fahrtkosten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte;
d) Kosten der doppelten Haushaltsführung;
e) Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer sowie Kosten für die Ausstattung des Arbeitszimmers.

oben

Außenprüfung

Im Rahmen einer Außenprüfung überprüften die Finanzbehörden steuererhebliche Angaben des Steuerpflichtigen. Sie kann eine oder mehrere Steuerarten, einen oder mehrere Besteuerungszeiträume umfassen oder sich auf bestimmte Sachverhalte beschränken. Die Finanzbehörde bestimmt den Umfang der Außenprüfung in einer schriftlich zu erteilenden Prüfungsanordnung mit Rechtsbehelfsbelehrung. Eine Außenprüfung ist unter anderem zulässig bei Steuerpflichtigen, die einen gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten oder die freiberuflich tätig sind.

Die Prüfungsanordnung sowie der voraussichtliche Prüfungsbeginn und die Namen der Prüfer müssen dem Steuerpflichtigen, bei dem die Außenprüfung durchgeführt werden soll, in angemessener Zeit vor Beginn der Prüfung bekannt gegeben werden, wenn der Prüfungszweck dadurch nicht gefährdet wird. Auf Antrag der Steuerpflichtigen soll der Beginn der Außenprüfung auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden, wenn dafür wichtige Gründe glaubhaft gemacht werden. Die Prüfer haben sich bei Erscheinen unverzüglich auszuweisen. Der Beginn der Außenprüfung ist unter Angabe von Datum und Uhrzeit aktenkundig zu machen.

Der Steuerpflichtige hat bei der Feststellung der Sachverhalte, die für die Besteuerung erheblich sein können, mitzuwirken. Er hat insbesondere Auskünfte zu erteilen, Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, die zum Verständnis der Aufzeichnungen erforderlichen Erläuterungen zu geben und die Finanzbehörde bei Ausübung ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Die Außenprüfung findet während der üblichen Geschäfts- oder Arbeitszeit statt.

oben

Außergewöhnliche Belastung

Entstehen für einen Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands, so können diese Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt werden. Dabei können die Aufwendungen, die die zumutbare Belastung übersteigen, bei der Einkommensteuererklärung vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden.

Die zumutbare Belastung wird wie folgt errechnet:

Höhe der Einkünfte (Gesamtbetrag)

bis 15.340 €

über 15.340 € bis 51.130 €

über 51.130 €

keine Kinder

a) Anwendung der Grundtabelle

b) Anwendung der Splittingtabelle

5 %

4 %

6 %

5 %

7 %

6 %

a) ein oder zwei Kinder

b) drei oder mehr Kinder

2 %

1 %

3 %

1 %

4 %

2 %

oben

Außerordentliche Einkünfte

Außerordentliche Einkünfte sind:

  • Veräußerungsgewinne (z.B. Betriebsveräußerung),
  • Entschädigungen (z.B. für die Aufgabe einer Tätigkeit, die Einhaltung eines Wettbewerbsverbotes),
  • Nutzungsvergütungen und Zinsen (wenn sie für mehr als drei Jahre nachgezahlt werden),
  • Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten,
  • Einkünfte aus außerordentlichen Holznutzungen.

Liegen außerordentliche Einkünfte vor, kommt ein ermäßigter Steuersatz (Fünftelungsmethode) zur Anwendung.

oben