BONITAS
Steuerberatungs-
gesellschaft m.b.H.

Kirchstraße 3
03205 Calau

Telefon: 03541 71228-0
Telefax: 03541 71228-21

Datev   Fachberater Unternehmensnachfolge (DStV e.V.)

Druckvorschau

Mandanteninformation 6/2013

„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt." Dante Alighieri

Inhaltsverzeichnis

Unternehmer

Arbeitgeber/Arbeitnehmer

Grundeigentümer

Sonstiges


Unternehmer

1. Jahresabschluss 2012 muss bis zum 31.12.2013 veröffentlicht werden

Am 31. Dezember 2013 endet die Frist zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2012. Diese Veröffentlichung ist vorgeschrieben für Kapitalgesellschaften wie z. B. GmbH oder GmbH & Co. KG. Bis zu diesem Stichtag müssen diese Unternehmen ihren Jahresabschluss beim elektronischen Bundesanzeiger einreichen.

Kapitalgesellschaften müssen mit Ordnungsgeldern rechnen, wenn sie ihre Jahresabschlüsse nicht fristgerecht einreichen.

Für Kleinstkapitalgesellschaften, die an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen zwei der folgenden Merkmale nicht überschreiten (Bilanzsumme bis 350.000 €, Umsatzerlöse bis 700.000 € und durchschnittlich 10 beschäftigte Arbeitnehmer), gibt es ab dem Jahresabschluss 2012 diesbezüglich eine Erleichterung. Statt der Offenlegungspflicht durch Veröffentlichung nachzukommen, kann der Jahresabschluss beim Handelsregister hinterlegt werden. Die elektronische Einreichung der Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers ist auch für die Hinterlegung vorgeschrieben.

Bei nicht fristgerechter Einreichung wird das Bundesamt für Justiz die Kapitalgesellschaften von Amts wegen auffordern, den Jahresabschluss 2012 innerhalb von sechs Wochen (Nachfrist) einzureichen und ein Ordnungsgeld
androhen. Mit der Anforderung ist gleichzeitig eine Mahngebühr fällig, die auch nach der dann erfolgten Einreichung nicht erlassen oder angerechnet wird.

(§ 325 HGB)

zur Übersicht

2. Überprüfung der Gesellschafter-Geschäftsführerbezüge vor dem 1.1.2014

Bezüge der Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH sind laufend, spätestens aber nach Ablauf von drei Jahren, auf ihre Angemessenheit zu überprüfen. Falls die Bezüge eines Gesellschafter-Geschäftsführers zuletzt im
Jahre 2010 für die Jahre 2011‑2013 festgelegt worden sind, muss noch vor dem 1.1.2014 eine Neuberechnung erfolgen. Dabei muss beachtet werden, dass die Gesamtbezüge im Einzelfall angemessen sind. So kann es notwendig sein, die Tantieme und die Gesamtbezüge ‑ z. B. wegen weiterer Bezüge aus anderen Tätigkeiten ‑ auf einen bestimmten Höchstbetrag zu begrenzen.

Sowohl die Neufestsetzung als auch sämtliche Änderungen der Bezüge sind grundsätzlich im Voraus durch die Gesellschafterversammlung festzustellen. Bitte setzen Sie sich im Zweifelsfall mit uns in Verbindung.

Hinweis: Aufgrund der Vielzahl der Urteile zu diesem Themengebiet ist es sinnvoll, die Bezüge insgesamt mit dem Steuerberater abzustimmen.

(BFH, Urteil vom 27.2.2003)

zur Übersicht

3. Gestohlene Rechnungen: Schätzung der Vorsteuer

Die Vorsteuer kann nicht geltend gemacht werden, wenn die Originalrechnungen gestohlen worden sind und der Unternehmer nicht beweisen kann, dass er jemals im Besitz der Originalrechnungen war. Insbesondere reicht es nicht aus, wenn er Zeugen benennt, die sich an die einzelnen Rechnungen nicht mehr erinnern können.

Hintergrund: Für den Abzug der Vorsteuer ist die Vorlage einer ordnungsgemäßen Rechnung zwingende Voraussetzung. Ist eine Rechnung niemals erstellt worden, scheidet der Vorsteuerabzug aus – eine Schätzung ist ebenfalls nicht möglich. Anders kann dies sein, wenn die Rechnung zwar ursprünglich vorlag, später aber verloren ging.

Streitfall: Ein Unternehmer konnte bei einer Außenprüfung die Eingangsrechnungen nicht vorlegen. Er machte geltend, dass er die Buchführungsunterlagen wegen eines Umzugs seiner Buchführung auf einen Kleinlaster geladen habe, der dann gestohlen worden sei. Für einige Rechnungen konnte er Zweitschriften vorlegen. Für die übrigen Rechnungen benannte er seine Mitarbeiter als Zeugen: Diese könnten bestätigen, dass sie nur ordnungsgemäße Rechnungen verbucht hätten – an den Inhalt der einzelnen Rechnungen konnten sie sich jedoch verständlicherweise nicht mehr erinnern. Das Finanzamt erkannte nur 60 % der geltend gemachten Vorsteuern an.

Entscheidung: Zu Recht, wie das Finanzgericht des Landes Sachsen-Anhalt entschied:

  • Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist u. a., dass eine ordnungsgemäße Rechnung zumindest ursprünglich vorgelegen hat. Dies hat hier der Unternehmer für 40 % der Vorsteuern nicht nachweisen können. Hierzu hätte er vortragen müssen, welche konkreten Leistungen an ihn erbracht worden sind.
  • Der Nachweis ist ihm nicht gelungen, denn er konnte nur Zeugen benennen, die zum konkreten Inhalt der fehlenden Rechnungen nichts mehr sagen konnten.

Hinweis: Sind Rechnungen verloren gegangen, sollten Zweitschriften besorgt und Zeugen benannt werden, die bestätigen, dass für jede Zweitschrift von Anfang an ein Original vorlag. Im Streitfall gelang dies nicht, weil schon die erforderlichen Zweitschriften nur teilweise vorgelegt werden konnten.

(FG Sachsen-Anhalt Urteil vom 20.2.2013)

zur Übersicht

4. Neue Frist für Rechnungsstellung

Die Rechnungen für innergemeinschaftliche Lieferungen und grenzüberschreitende Leistungen müssen bis zum 15. Tag des Folgemonats ausgestellt werden. Achten Sie daher ab sofort auf eine zeitnahe Fakturierung.

zur Übersicht

5. Elektronisches Fahrtenbuch darf nicht manipulierbar sein

Über ein Fahrtenbuch können Sie den tatsächlichen Anteil der privaten Nutzung eines dienstlichen Fahrzeugs schlüssig nachweisen. Auf Grundlage der Aufzeichnungen kann ein individueller geldwerter Vorteil ermittelt werden, so dass die ggf. nachteiligere pauschale Besteuerung nach der 1-%-Regelung abgewendet werden kann.

Die strengen Formerfordernisse, die an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geknüpft werden, gelten gleichermaßen für elektronische Fahrtenbücher. Hinzu kommen folgende weitere Punkte:

  • Hard- und Software müssen ordnungsgemäß bedient werden und Manipulationen ausgeschlossen sein.
  • Nachträgliche Veränderungen müssen technisch ausgeschlossen sein bzw. programmseitig dokumentiert werden.

Da es für Hard- und Software kein Gütesiegel seitens der Finanzverwaltung gibt, müssen Sie beim Einsatz elektronischer Fahrtenbücher unbedingt darauf achten, dass diese Anforderungen an die EDV erfüllt werden.

Vorsicht: Im Rahmen einer Betriebsprüfung steht der Finanzverwaltung das Recht zu, auf die Datenbasis des elektronischen Fahrtenbuchs zuzugreifen. Sie müssen daher zusätzlich für eine Lesbarkeit des Fahrtenbuchs für die Zeiten etwaiger Prüfungen und im Rahmen der Aufbewahrungsfristen Sorge tragen!

Dadurch wird dann auch schnell erkennbar, wenn die erforderlichen Angaben und Daten nicht aktuell eingetragen wurden, so dass die Anerkennung versagt werden kann. Beachten Sie auch, dass die Eintragungen nicht
veränderbar sind.

Hinweis: Ein „Excel-Fahrtenbuch" wird wegen der nachträglichen Änderbarkeit regelmäßig nicht anerkannt.

zur Übersicht

Arbeitgeber/Arbeitnehmer

6. Neues Reisekostenrecht ab 1.1.2014

Die Reform des Reisekostenrechts zum Jahreswechsel ist sehr umfassend ausgefallen. Es bestehen naturgemäß noch viele Unklarheiten, so dass die nachfolgenden Informationen nur dazu dienen können, die groben Linien zu skizzieren. Anders als es der Wortlaut vermuten lässt, sind nicht nur Dienstreisen von der Neuregelung betroffen, sondern auch Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, Verpflegungsmehraufwendungen bei bestimmten Abwesenheiten sowie Mahlzeitengestellungen.

Die wichtigsten Änderungen:

An die Stelle des bekannten Begriffs der regelmäßigen Arbeitsstätte tritt ab 1.1.2014 die sogenannte erste Tätigkeitsstätte. Jeder Unternehmer und jeder Arbeitnehmer kann nur eine erste Tätigkeitsstätte pro Beschäftigung haben. Die Entfernungspauschale, nach der nur die einfache Entfernung mit EUR 0,30 pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden darf, greift lediglich bei Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte. Alle übrigen Fahrten können nach Reisekostengrundsätzen unter Einbeziehung der tatsächlich gefahrenen Kilometer (Hin- und Rückfahrt) steuerlich geltend gemacht werden.

Die erste Tätigkeitsstätte wird dabei - anders als die regelmäßige Arbeitsstätte - als dauerhafte Zuordnung zu einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung des Unternehmens oder eines Dritten nach dienst- oder arbeitsvertraglichen Regelungen verstanden. Entscheidend sind somit die schriftliche oder mündliche Zuordnung durch den Arbeitgeber im Zusammenhang mit der Tätigkeit. Dass die erste Tätigkeitsstätte zugleich den dauerhaften Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet, ist dagegen nicht mehr bedeutsam. Damit ist es jetzt möglich, den Arbeitnehmer durch Absprache jeder beliebigen Betriebstätte, an der der Arbeitnehmer tätig wird, zuzuordnen.

Praxistipp: Auch über Reisekostenabrechnungen und die Berechnung des geldwerten Vorteils für einen Firmenwagen können Sie eine solche Zuordnung im Rahmen von mündlichen Absprachen belegen. Aus Beweiszwecken empfiehlt sich jedoch eine schriftliche Vereinbarung. Durch eine geschickte Zuordnung der ersten Tätigkeitsstätte kann so auch die Steuerbelastung bei einem Firmenwagen minimiert werden. Liegt die erste Tätigkeitsstätte in der Nähe der Privatwohnung, berechnen sich die Zuschlagskosten von 0,03 % des Bruttolistenneupreises pro Monat nach den tatsächlich getätigten Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte im Rahmen der Entfernungspauschale.

Wichtig: Ein Home-Office wird nach Ansicht der Finanzverwaltung nicht als erste Tätigkeitsstätte anerkannt. In diesem Bereich kommt es zukünftig also deutlich mehr auf eine geschickte Gestaltung an. Hierbei unterstützen wir Sie gerne.

Verpflegungspauschalen ab 1.1.2014

Die Sätze der Verpflegungspauschalen für eine Auswärtstätigkeit werden für Unternehmer und Arbeitnehmer ab 2014 vereinfacht:

Abwesenheit von                   Pauschale pro Tag

mehr als 8 h                              EUR 12,00

24 h                                          EUR 24,00

Bei einer mehrtätigen Abwesenheit mit Übernachtung werden für den An- und Abreisetag jeweils EUR 12,00 in Ansatz gebracht. Es kommt dabei ab 2014 nicht mehr darauf an, wann Sie Hin- oder Rückfahrt angetreten haben. Auch ist es irrelevant, ob Sie die Reise von Ihrer privaten Wohnung, Ihrer ersten Tätigkeitsstätte oder einer anderen Tätigkeitsstätte antreten.

Wichtig: Die Begrenzung der Verpflegungspauschalen auf einen Dreimonatszeitraum bleibt auch nach der Reform des Reisekostenrechts bestehen. Jedoch führt eine Unterbrechung von mindestens vier Wochen unabhängig vom Grund stets zu einem Neubeginn der Frist.

Doppelte Haushaltsführung

Ab dem 1.1.2014 können die tatsächlichen Unterkunftskosten, die eine doppelte Haushaltsführung verursacht, nur noch bis zu einem Betrag von maximal EUR 1.000,00 pro Monat als Werbungskosten abgezogen werden. Gleichzeitig verschärft der Gesetzgeber die Anforderungen an einen doppelten Haushalt.

Ein eigener Hausstand, der neben der Wohnung am ersten Tätigkeitsort unterhalten wird, liegt nur noch dann vor, wenn der Arbeitnehmer dort eine eigene Wohnung innehat und sich finanziell an den Kosten der Lebensführung beteiligt. Für einen eigenen Hausstand ist zukünftig nicht ausreichend, wenn der Arbeitnehmer im Haus seiner Eltern in seinem Jugendzimmer wohnt, und zwar auch dann, wenn er dafür einen monatlichen Kostenbeitrag an die Eltern entrichtet. Wird zwar eine eigene Wohnung unterhalten, befindet sich diese aber im Haus der Eltern und wird dafür bislang keine Miete gezahlt, entfällt auch in diesem Fall künftig die doppelte Haushaltsführung.

Hinweis: Sprechen Sie uns daher an, wenn Sie die Gefahr sehen, dass Ihnen die Finanzverwaltung im nächsten Jahr die doppelte Haushaltsführung streichen wird. Insbesondere gilt zu beachten, dass Verträge zwischen nahen Angehörigen nicht nur schriftlich abgefasst, sondern auch ordnungsgemäß durchgeführt werden müssen. Es genügt nicht, lediglich einen Mietvertrag abzuschließen, wenn keine vertragsgemäßen Zahlungen nachweisbar sind.

zur Übersicht

7. Behandlung von Aufwendungen für Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen

Aufwendungen für im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführte Betriebsveranstaltungen dürfen pro Arbeitnehmer nicht mehr als 110 € inklusive Umsatzsteuer betragen. Außerdem dürfen maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr durchgeführt werden. Wird die Freigrenze von 110 € überschritten, ist der Gesamtbetrag als Arbeitslohn zu versteuern.

Bei der Berechnung der Freigrenze sind jedoch nur solche Kosten des Arbeitgebers einzubeziehen, die geeignet sind, beim Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil auszulösen. Das sind nur solche Leistungen, die die Teilnehmer unmittelbar konsumieren können:

  • Kosten für die Ausgestaltung der Betriebsveranstaltung - insbesondere Mietkosten und Kosten für die organisatorischen Tätigkeiten eines Eventveranstalters - sind grundsätzlich nicht zu berücksichtigen.
  • Die zu berücksichtigenden Kosten können zu gleichen Teilen auf die Gäste aufgeteilt werden, sofern die entsprechenden Leistungen nicht individualisierbar sind. Aufzuteilen ist der Gesamtbetrag dabei auch auf Familienangehörige, sofern diese an der Veranstaltung teilgenommen haben.

Der auf die Familienangehörigen entfallende Aufwand ist den Arbeitnehmern bei der Berechnung, ob die Freigrenze überschritten ist, jedoch nicht mehr zuzurechnen. Falls die Höchstgrenze überschritten wird, entsteht steuerpflichtiger Arbeitslohn. Der Arbeitgeber kann diesen Arbeitslohn pauschal versteuern. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Teilnahme an der Veranstaltung allen Arbeitnehmern offen stand.

Der Bundesfinanzhof hat die Auffassung der Finanzverwaltung bestätigt, dass es nicht auf die Dauer der Veranstaltung ankommt. Die Veranstaltung kann sich also auch über zwei Tage (mit Übernachtung) hinziehen.

Bei den am Ende eines Jahres üblichen Weihnachtsfeiern sollte noch Folgendes beachtet werden:

  • Geschenkpäckchen bis zu einem Wert von 40 € inklusive Umsatzsteuer, die anlässlich solcher Feiern übergeben werden, sind in die Berechnung der Freigrenze einzubeziehen.
  • Geschenke von mehr als 40 € inklusive Umsatzsteuer sind grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn und deshalb nicht bei der Prüfung der Freigrenze zu berücksichtigen. Die gezahlten Beträge können dann aber vom Arbeitgeber mit 25 % pauschal versteuert werden.
  • Geldgeschenke, die kein zweckgebundenes Zehrgeld sind, unterliegen nicht der Pauschalierungsmöglichkeit und müssen voll versteuert werden.

(BFH, Urteil vom 16.5.2013)

zur Übersicht

8. Lohnsteuerpauschalierung auch für Smartphones und Tablets möglich

Erhält ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt ein Datenverarbeitungsgerät geschenkt, kann der daraus resultierende geldwerte Vorteil pauschal mit 25 % besteuert werden. Diese Regelung gilt für alle Datenverarbeitungsgeräte, also auch für Smartphones und Tablets. Auf eine vorherige betriebliche Nutzung dieser Geräte kommt es nicht an. Voraussetzung ist, dass es sich um eine zusätzliche Leistung zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn handelt. Für die Gerichte ist diese Voraussetzung nur dann erfüllt, wenn der Arbeitnehmer keinen einklagbaren Anspruch auf das Gerät hat. Die Finanzverwaltung ist etwas großzügiger und akzeptiert es, wenn die Übereignung über den geschuldetes Arbeitslohn hinaus erfolgt, auch wenn der Arbeitnehmer hierauf einen Anspruch hat.

Praxistipp: Bei Geräten, die dem Arbeitnehmer nur zur Nutzung überlassen aber nicht übereignet werden, fällt kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil an.

zur Übersicht

9. Firmenwagen - Zuzahlung vermindert den geldwerten Vorteil

Soll der geldwerte Vorteil bei der Überlassung eines Firmen-Pkws zur privaten Nutzung durch eine Zuzahlung des Arbeitnehmers reduziert werden, müssen die formalen Vorgaben der Finanzverwaltung eingehalten werden. Dazu ist es erforderlich, ein pauschales Nutzungsentgelt mit dem Arbeitnehmer zu vereinbaren, das sich auch nach der tatsächlichen Privatnutzung berechnen kann.

Beispiel: Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, an den Arbeitgeber eine monatliche Pauschale von EUR 200,00 für privat veranlasste Treibstoffkosten zu zahlen oder er beteiligt sich mit EUR 0,20 an den privat gefahrenen Kilometern. Der geldwerte Vorteil des Arbeitnehmers aus der Privatnutzung des Firmenfahrzeugs verringert sich in Höhe dieser pauschalen Nutzungsentgelte.

Vorsicht: Dieser gilt nicht, wenn der Arbeitnehmer einzelne Kosten übernimmt wie etwa bei der Übernahme der Tankkosten anhand vorgelegter Quittungen. Achten Sie daher sorgfältig auf die Ausgestaltung entsprechender
Vereinbarungen, wenn Sie die steuerliche Bemessungsgrundlage vermindern wollen. Außerdem gilt die Anrechnung nicht bei der Fahrtenbuchmethode.

Praxistipp: Wird dem Arbeitnehmer ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt, unterstellt das Finanzamt automatisch eine Privatnutzung, selbst wenn dieser das Auto tatsächlich nicht privat nutzt. Die Verschärfung der
1-%-Regelung für angestellte Geschäftsführer gelten auch für Arbeitnehmer. Über ein explizites, schriftlich erteiltes Privatnutzungsverbot können Sie verhindern, dass die Finanzbehörden automatisch eine Privatnutzung
unterstellen. Ohne Privatnutzungsverbot können Arbeitnehmer den Umfang der Privatnutzung nur durch ein Fahrtenbuch nachweisen. Ansonsten greift die 1-%-Regelung.

zur Übersicht

10. Lohnsteuerprüfer klingeln künftig ohne Voranmeldung

Bisher gab es nur Lohnsteuer-Außenprüfungen, bei denen sich der Prüfer vorab anmelden musste. Zusätzlich gibt es seit Mitte 2013 die sogenannte Lohnsteuer-Nachschau. Die Finanzverwaltung darf ohne vorherige
Anmeldung zu den üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten zu spontanen Kontrollen erscheinen und Grundstücke und Räume betreten, die der gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit dienen (analog Umsatzsteuer-Nachschau).

Sie sind den Beamten zur Auskunftserteilung verpflichtet und müssen Geschäftspapiere und Aufzeichnungen im Zusammenhang mit den Löhnen und Gehältern auf Verlangen vorzeigen. Dies soll gewährleisten, dass sich die Finanzverwaltung ein zuverlässiges Bild von Ihrem Unternehmen machen kann. Stellen Sie sich daher bereits jetzt auf künftige Überraschungsbesuche der Prüfer ein und kontaktieren Sie uns in diesem Fall umgehend.

zur Übersicht

Grundeigentümer

11. Überprüfung der Miethöhe zum 1.1.2014 bei verbilligter Vermietung

Bei verbilligter Vermietung von Wohnungen sowohl an Angehörige als auch an fremde Dritte beträgt die noch zulässige Grenze 66 % der ortsüblichen Marktmiete. Deshalb ist Folgendes zu beachten:

  • Beträgt die vereinbarte Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Marktmiete, dann sind die mit den Mieteinnahmen zusammenhängenden Werbungskosten voll abzugsfähig.
  • Liegt der Mietzins unterhalb von 66 % der ortsüblichen Marktmiete, können die Aufwendungen nur entsprechend dem entgeltlichen Anteil der Vermietung geltend gemacht werden.
  • Aus diesem Grund sollten bestehende Mietverträge kurzfristig darauf geprüft werden, ob sie den üblichen Konditionen entsprechen und auch so durchgeführt werden. Dies gilt auch für die zu zahlenden Nebenkosten. Insbesondere sollte die Höhe der Miete geprüft und zum 1.1.2014 ggf. angepasst werden. Dabei empfiehlt es sich, nicht bis an die äußersten Grenzen heranzugehen. Eine Totalüberschussprognose ist dann nicht mehr erforderlich.
  • Der Mietvertrag muss insbesondere bei Vermietung an Angehörige einem Fremdvergleich (Vermietung an fremde Dritte) standhalten, weil er sonst steuerrechtlich nicht anerkannt wird. Die Mieten und Nebenkosten
    sollten deshalb von den Angehörigen pünktlich bezahlt werden.

(§ 21 Abs. 2 EStG i. d. F. des Steuervereinfachungsgesetz 2011)

zur Übersicht

Sonstiges

12. Haushaltsnahe Dienstleistungen - Was zählt dazu und was nicht?

20 % der Aufwendungen für Arbeitsleistungen bei haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen können von der Steuer abgezogen werden. Bei haushaltsnahen Dienstleistungen dürfen pro Haushalt maximal EUR 4.000,00 pro Jahr in Ansatz gebracht werden, während sich der Maximalbetrag bei Handwerkerleistungen auf EUR 1.200,00 pro Jahr beläuft.

Wann aber liegen haushaltsnahe Dienstleistungen vor? Da eine umfassende Stellungnahme des BMF nach wie vor aussteht, kommt es oft auf den Einzelfall an, was manchmal skurrile Züge annehmen kann: Betreut ein sogenannter Dogsitter einen Hund in Wohnung und Garten, handelt es sich eine haushaltsnahe Dienstleistung, nicht aber, wenn er mit dem Hund Gassi geht. Auch das Schneeräumen auf angrenzenden öffentlichen Gehwegen lässt sich unter den Begriff haushaltsnahe Dienstleistungen subsumieren.

Bei den Handwerkerleistungen ist mittlerweile anerkannt, dass Mieter die Kosten steuerlich geltend machen können, die über die Nebenkostenabrechnung gezahlt und vom Vermieter entsprechend nachgewiesen werden. Keine Steuerermäßigung gibt es dagegen für Pauschalen, die ein Mieter für Schönheitsreparaturen an seinen Vermieter zahlt, wenn die Zahlung unabhängig davon erfolgt, ob und in welchem Umfang tatsächlich entsprechende Kosten anfallen.

Praxistipp: Achten Sie stets darauf, dass Sie die Rechnungen per Überweisung bezahlen. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

zur Übersicht

13. Was ändert sich im europäischen Zahlungsverkehr?

Ab dem 01.02.2014 darf der Zahlungsverkehr mit den Banken nur noch über den neuen, einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsstandard SEPA abgewickelt werden. Betroffen vom SEPA-Verfahren ist letztlich jeder, der ein Konto besitzt, über das Geldverkehr in Euro abgewickelt wird. Die bisherige Kontonummer und die Bankleitzahl werden durch IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Business Identifier Code) ersetzt. Ab Februar 2016 soll nur noch die IBAN zur Anwendung kommen.

Hinweis: Die SEPA-Umstellung sollten Sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen oder zu lange vor sich herschieben! Falls noch nicht geschehen, sollten Sie sich umgehend mit Ihrer Hausbank in Verbindung setzen,
um die notwendigen Umstellungsschritte zu identifizieren und einen Umstellungszeitplan zu skizzieren. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören unter anderem:

  • Gläubiger-ID auf der Website der Deutschen Bundesbank beantragen: www.glaubiger-id.bundesbank.de
  • Geschäftspapiere mit neuen Kontoinformationen versehen
  • EDV anpassen
  • bestehende Ermächtigungen gegebenenfalls in SEPA-Mandate überführen
  • Kunden über den Wechsel informieren
  • neue SEPA-Mandate einrichten
  • Vorabinformationspflichten nachkommen
  • neue Fristen in die Buchführungsabläufe implementieren

zur Übersicht

14. Kreditinstitute ziehen Kirchensteuer automatisch ab

Ab 2014 sind Banken verpflichtet, jährlich über eine Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) die Konfession ihrer Kunden zu klären. Dadurch wird sie flächendeckend in die Lage versetzt, den Kirchensteuerabzug - falls erforderlich - an der Quelle vorzunehmen. Als Anleger bleibt Ihr Recht auf informationelle Selbstbestimmung aber erhalten. Hierzu können Sie bim BZSt einen Sperrvermerk setzen lassen. In diesem Fall sind Sie verpflichtet, die Kirchensteuer bei der Einkommensteuererklärung nacherheben zu lassen.

Achten Sie daher gegebenenfalls darauf, rechtzeitig den Sperrvermerk einzurichten. Nur dann können Sie sicherstellen, dass die Bank die Kirchensteuer nicht an der Quelle abzieht. Die Kirchensteuer muss dann im Rahmen der Einkommensteuererklärung abgeführt werden.

zur Übersicht

15. Folgende Unterlagen können im Jahr 2014 vernichtet werden

Nachstehend aufgeführte Buchführungsunterlagen können nach dem 31. Dezember 2013 vernichtet werden:

  • Aufzeichnungen aus 2003 und früher.
  • Inventare, die bis zum 31.12.2003 aufgestellt worden sind.
  • Bücher, in denen die letzte Eintragung im Jahre 2003 oder früher erfolgt ist.
  • Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen und Lageberichte, die 2003 oder früher aufgestellt worden sind.
  • Buchungsbelege aus dem Jahre 2003 oder früher.
  • Empfangene Handels- oder Geschäftsbriefe und Kopien der abgesandten Handels- oder Geschäftsbriefe, die 2007 oder früher empfangen bzw. abgesandt wurden.
  • sonstige für die Besteuerung bedeutsame Unterlagen aus dem Jahre 2007 oder früher.

Dabei sind die Fristen für die Steuerfestsetzungen zu beachten.

Unterlagen dürfen nicht vernichtet werden, wenn sie von Bedeutung sind

  • für eine begonnene Außenprüfung,
  • für anhängige steuerstraf- oder bußgeldrechtliche Ermittlungen,
  • für ein schwebendes oder aufgrund einer Außenprüfung zu erwartendes Rechtsbehelfsverfahren oder zur Begründung derAnträge an das Finanzamt und
  • bei vorläufigen Steuerfestsetzungen.

Es ist darauf zu achten, dass auch die elektronisch erstellten Daten für zehn Jahre in elektronischer Form lesbar vorgehalten werden müssen.

Natürliche Personen, deren Summe der positiven Einkünfte aus Überschusseinkünften (aus nichtselbständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung und sonstige Einkünfte) mehr als 500.000 € im Kalenderjahr 2013 betragen hat, müssen ab 2014 die im Zusammenhang stehenden Aufzeichnungen und Unterlagen sechs Jahre aufbewahren. Bei Zusammenveranlagung sind die Feststellungen für jeden Ehegatten
gesondert maßgebend.

Die Verpflichtung entfällt erst mit Ablauf des fünften aufeinanderfolgenden Kalenderjahrs, in dem die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

(§ 147 Abs. 3 AO)

zur Übersicht