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Steuerlexikon Z

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Begriffe

  1. Zinsabschlag
  2. Zinsen
  3. Zu versteuerndes Einkommen
  4. Zuflussprinzip
  5. Zugewinngemeinschaft
  6. Zumutbare Belastung
  7. Zusammenveranlagung

Zinsabschlag

Der Zinsabschlag ist eine Form der Kapitalertragsteuer. Er beträgt 30 Prozent vom Kapitalertrag. Bei Tafelgeschäften erhöht sich der Zinsabschlag auf 35 Prozent. Er wird auf Zinserträge des Steuerpflichtigen erhoben und ist durch das kontoführende Kreditinstitut an das Finanzamt abzuführen, wenn kein Freistellungsauftrag vorliegt oder das Freistellungsvolumen überschritten wurde. Erst im Rahmen der jährlichen Veranlagung zur Einkommensteuer wird der Zinsabschlag mit der zu zahlenden Einkommensteuerschuld verrechnet.
Folgende Kapitalerträge unterliegen nicht dem Zinsabschlag:

  • Guthaben auf Girokonten, die nicht mit mehr als 1 Prozent versteuert werden;
  • Zinsen, die je Guthaben nicht mehr als 10 € im Jahr betragen und nur einmal im Jahr gutgeschrieben werden;
  • unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Gewährung von Sparzulage) die Zinsen auf Bausparguthaben.

Praxistipp:

Musste das Kreditinstitut einen Zinsabschlag an das Finanzamt abführen, so sollte der Steuerpflichtige in jedem Fall am Ende des Kalenderjahres eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen. Dies gilt insbesondere für Steuerpflichtige, die außer hohen Kapitalerträgen keine weiteren Einkünfte erzielen. Dies ist in der Regel bei Rentnern oder bei einigen Studenten der Fall.

Ab 2009 wird jedoch die Abgeltungssteuer für Kapitaleinkünfte eingeführt (siehe unter „Einkünfte aus Kapitalvermögen“).

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Zinsen

Zinsen auf Spareinlagen sind wiederkehrende Einnahmen, die gewöhnlich mit dem Ende eines Jahres fällig werden. Auch wenn sie erst im Folgejahr gutgeschrieben werden, sind diese Einnahmen noch dem vorangegangenen Jahr zuzurechnen. Sind dagegen die Zinsen im Januar fällig, gelten sie als zugeflossen in diesem Jahr, auch wenn sie schon im Dezember des Vorjahres gezahlt worden sind.

Zinsen unterliegen dem Zinsabschlag von 30 Prozent. Banken sind verpflichtet, diesen Zinsabschlag direkt an das Finanzamt abzuführen. Liegt der Bank ein Freistellungsauftrag vor, erfolgt keine Abführung des Zinsabschlags.

Am 1.7.2005 trat die EU-Zinsrichtlinie in Kraft. 22 EU-Staaten werden dann jährlich Kontrollmitteilungen über Zinserträge von EU-Bürgern an deren zuständige Finanzämter senden. Die Schweiz, Luxemburg, Österreich und Belgien sind hiervon ausgenommen. Diese erheben jedoch auf Zinserträge eine Quellensteuer von 15 Prozent, ab 2008 von 20 Prozent und 2011 steigt die Steuer dann auf 35 Prozent.

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Zu versteuerndes Einkommen

Auf das zu versteuernde Einkommen kommt die tarifliche Einkommensteuer zur Anwendung. Das zu versteuernde Einkommen errechnet sich wie folgt:

Summe der positiven Einkünfte aus jeder Einkunftsart

+ Hinzurechnungsbetrag nach Auslandsinvestitionsgesetz

- ausländische Verluste bei Doppelbesteuerungsabkommen (§ 2a Abs. 3 S. 1 EStG)

- ausgleichsfähige negative Summen der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 S. 3-8 EStG)

= Summe der Einkünfte (§ 2 Abs. 2 EStG)

 

- Altersentlastungsbetrag (§ 24a EStG)

- Abzug für Land- und Forstwirte (§ 13 Abs. 3 EStG)

= Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG)

 

- Verlustabzug für Verluste, die nach dem 31.12.1998 entstanden sind

- Sonderausgaben (§§ 10, 10b, 10c EStG)

- außergewöhnliche Belastungen (§ 33 - 33c EStG)

- Wohneigentumsförderung (§ 10e - 10i EStG, § 52 Abs. 21 EStG, § 7 FördG)

- Verlustabzug für Verluste 1998 und früher (§ 10d und § 2a Abs. 3 S. 2 EStG)

- ausländische Steuern vom Einkommen (§ 34c Abs. 2, 3 u. 6 EStG)

+ zuzurechnendes Einkommen gem. § 15 Abs. 1 AStG

= Einkommen (§ 2 Abs. 4 EStG)

 

- Freibeträge für Kinder (§ 32 Abs. 6 EStG)

- Haushaltsfreibetrag (§ 32 Abs. 7 EStG)

- Härteausgleich (§ 46 Abs. 3 EStG, § 70 EStDV)

 

= zu versteuerndes Einkommen (§ 2 Abs. 5 EStG)

 

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Zuflussprinzip

Einnahmen sind in dem Zeitpunkt zugeflossen, in dem der Steuerpflichtige über sie verfügen kann. Dem entsprechend sind sie in dem Kalenderjahr anzusetzen, in dem sie beim Steuerpflichtigen zugeflossen sind. Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen, die kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kalenderjahrs zugeflossen sind, zu dem sie wirtschaftlich gehören, gelten als in diesem Kalenderjahr bezogen. Als kurze Zeit werden in der Regel 10 Tage angesehen.

Das Zuflussprinzip kommt bei der Gewinnermittlung nach der Einnahmen-/ Überschussrechnung zur Anwendung. Zudem ist es bei der Ermittlung von Überschusseinkünften (z.B. Einnahmen aus Kapitalvermögen) zu beachten. Keine Bedeutung hat es hingegen bei der Gewinnermittlung nach dem Betriebsvermögensvergleich.

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Zugewinngemeinschaft

Eheleute leben im bürgerlich-rechtlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, falls der Ehevertrag nichts anders bestimmt. Eine Zugewinngemeinschaft kann durch den Tod eines Partners oder durch Scheidung beendet werden. Stirbt ein Ehepartner und wurde der Zugewinn durch Vermögensübertragung zu Lebzeiten nicht ausgeglichen, so wird der Ausgleichsbetrag nicht mit Erbschaftsteuer belastet. Gleiches gilt bei Beendigung der Zugewinngemeinschaft durch Scheidung. Denn wird die Ehe beendet, fällt für den Ausgleichsbetrag keine Schenkungsteuer an.

Das in die Zugewinngemeinschaft eingebrachte und später erworbene Vermögen der Ehegatten wird mit der Heirat bzw. zum Zeitpunkt des Erwerbes nicht zu gemeinschaftlichem Vermögen der Ehegatten. Vielmehr verwaltet jeder Ehegatte sein Vermögen in eigener Regie. Zudem unterliegen die Ehepartner gewissen Verfügungsbeschränkungen. So kann nicht ein Ehepartner allein über das gesamte Vermögen oder über einzelne Haushaltsgegenstände verfügen.

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Zumutbare Belastung

Außergewöhnliche Belastungen sind nur insoweit abzugsfähig, als sie die zumutbare Belastung übersteigt. Nur diese dann noch verbleibenden außergewöhnlichen Belastungen werden steuermindernd berücksichtigt. Mit dem Abzug der zumutbaren Belastung soll die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen berücksichtigt werden.
Die zumutbaren Belastungen betragen folgende Prozentsätze:


Höhe der Einkünfte (Gesamtbetrag)

bis 15.340 €

über 15.340 € bis 51.130 €

über 51.130 €

keine Kinder
a) Anwendung der Grundtabelle
b) Anwendung der Splittingtabelle

 

5 %

 

4 %

 

6 %

 

5 %

 

7 %

 

6 %

a) ein oder zwei Kinder
b) drei oder mehr Kinder

2 %
1 %

3 %
1 %

4 %
2 %

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Zusammenveranlagung

Auf Antrag werden beide Ehepartner zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Zwischen der Zusammenveranlagung oder einer anderen Veranlagungsart (getrennte Veranlagung, besondere Veranlagung) kann im Rahmen der Einkommensteuererklärung durch Ankreuzen auf der ersten Seite des Vordrucks oder durch Beifügung einer besonderen Erklärung gewählt werden. Falls eine Beantragung der Zusammenveranlagung versäumt wurde, kommt es automatisch (auch ohne Antrag) zur gemeinsamen Veranlagung der Ehepartner.

Bei der Zusammenveranlagung wird für beide Ehepartner zusammen nur ein Steuerbescheid erlassen. Im Rahmen der Veranlagung werden zunächst für beide Partner getrennt die Einkünfte ermittelt. Erst danach erfolgt eine Addition der Beträge. Die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens erfolgt dann für beide Partner gemeinsam. Auf das zu versteuernde Einkommen wird der Splittingtarif angewandt. Insgesamt ergibt sich bei einer Zusammenveranlagung ein steuerlicher Vorteil für die Ehepartner, wenn Einkommensunterschiede existieren. Verdient zum Beispiel die Frau weniger als der Mann muss bei einer Zusammenveranlagung weniger Einkommensteuer gezahlt werden. Dies ergibt sich insbesondere aufgrund des progressiven Steuersatzes, der bei der Besteuerung des zu versteuernden Einkommens zur Anwendung kommt.

Beantragt einer der Ehepartner eine getrennte Veranlagung, ist diese durchzuführen. Hiergegen kann der andere Ehepartner nur vorgehen, wenn die getrennte Veranlagung willkürlich beantragt wurde. Willkür kann gegeben sein, falls der beantragende Partner über keine oder nur geringe Einkünfte bzw. über keine oder nur geringe Verluste verfügt.

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