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Steuerlexikon W

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Begriffe

  1. Wechsel der Gewinnermittlungsart
  2. Weiterbildungskosten
  3. Werbungskosten
  4. Werbungskosten/ Arbeitnehmer
  5. Wirtschaftliches Eigentum
  6. Wohnsitzfinanzamt

Wechsel der Gewinnermittlungsart

Kommt es zu einem Wechsel der Gewinnermittlungsart (von der Einnahmen-Überschuss-Rechnung zum Betriebsvermögensvergleich oder umgekehrt) sind Gewinnkorrekturen durch Hinzurechnungen und Abrechnungen vorzunehmen. Beim Übergang zum Betriebsvermögensvergleich kommt eine Gewinnberichtigung nicht in Betracht, wenn der Gewinn bereits in den Vorjahren anhand von Richtsätzen geschätzt worden ist.

Zur Vermeidung von Härten kann auf Antrag des Steuerpflichtigen beim Übergang zum Betriebsvermögensvergleich der Übergangsgewinn entweder auf das Jahr des Überganges und das folgende Jahr oder auf das Jahr des Überganges und die beiden folgenden Jahre verteilt werden. Bei einem Übergang zum Betriebsvermögensvergleich können Hinzurechnungen und Abrechnungen im ersten Jahr nach dem Wechsel der Gewinnermittlungsart vorgenommen werden.

Praxistipp:

Nach dem Wechsel der Gewinnermittlung ist der Steuerpflichtige grundsätzlich für drei Wirtschaftsjahre an diese Wahl gebunden. Nur wenn besondere wirtschaftliche Gründe vorliegen, kann vor Ablauf der Frist wieder zurückgewechselt werden.

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Weiterbildungskosten

Eine Weiterbildung bzw. Fortbildung liegt vor, wenn eine Weiterbildung in einem bereits ausgeübten Beruf erfolgt. Kosten, die zum Beispiel einem leitenden Angestellten für den Besuch eines Managementseminar entstehen, sind Fortbildungskosten. Von diesen Kosten sind die Ausbildungskosten abzugrenzen.

Fortbildungskosten können bei den Einnahmen aus unselbstständiger Arbeit als Werbungskosten abgesetzt werden. Erstattet der Arbeitgeber entstandene Fortbildungskosten, so können diese steuerfrei vereinnahmt werden. Der Werbungskostenabzug entfällt jedoch in diesem Fall. Für die steuerliche Anerkennung der Fortbildungskosten ist eine Darlegung des beruflichen Zusammenhangs, eine Zustimmungsbescheinigung vom Arbeitgeber oder eine Freistellung von der beruflichen Tätigkeit durch den Arbeitgeber von Vorteil. Zudem sollte eindeutig dargelegt werden, dass die Fortbildung ganz überwiegend im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers erfolgt. Ansonsten droht die Umqualifizierung der erstatteten Fortbildungskosten in Arbeitslohn.

Typische Fortbildungskosten sind zum Beispiel: Kursgebühren, Fahrtkosten, Kopierkosten, Verpflegungsmehraufwand (bei einer Abwesenheit von über 8 Stunden) und Übernachtungskosten.

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Werbungskosten

Werbungskosten sind alle Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen. Sie können beim Erwerb von Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen, aus Vermietung- und Verpachtung oder beim Erwerb von sonstigen Einkünften entstehen. Im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung sind entstandene Werbungskosten den entsprechenden Einkunftsarten zuzurechnen. Die Werbungskosten mindern dann die Einnahmen der jeweiligen Einkunftsart. Sind zum Beispiel Werbungskosten beim Erwerb von Einnahmen aus Kapitalvermögen entstanden, können diese Einnahmen um die zugehörigen Werbungskosten gekürzt werden.

Für erzielte Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sowie aus Kapitalvermögen oder aus sonstigen Einkünften (zum Beispiel Renten) können alternativ zum Einzelnachweis Pauschbeträge zum Ansatz gebracht werden. Bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit beträgt der Werbungskosten-Pauschbetrag (Arbeitnehmer-Pauschbetrag) 920 €. Einnahmen aus Kapitalvermögen können um einen Werbungskosten-Pauschbetrag von 51 € (Ledige)/ 102 € (Verheiratete) vermindert werden. Für sonstige Einnahmen steht ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 € zu Verfügung. Die Pauschbeträge sollten genutzt werden, wenn die im Einzelnen nachgewiesenen Werbungskosten unterhalb dem jeweiligen Pauschbetrag liegen.

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Werbungskosten/ Arbeitnehmer

Folgende Aufwendungen gehören zu den typischen Werbungskosten eines Arbeitnehmers:

  • Arbeitsmittel
  • Arbeitszimmer
  • Arbeitskleidung
  • Ausbildungskosten (bei Umschulungsmaßnahmen)
  • Bewerbungskosten
  • Beiträge zu Berufsverbänden
  • Dienstreisen
  • doppelte Haushaltführung
  • Fachliteratur
  • Fachkongresse
  • Fortbildungskosten
  • Kontoführungskosten
  • Steuerberatungskosten
  • Studienreisen
  • Telefonkosten
  • Umzugkosten
  • Unfallkosten
  • Versicherung (berufliche Risiken)
  • Zeitungen/ Zeitschriften

Sofern kein Einzelnachweis erfolgt, kann ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 920 € abgezogen werden.

Fahrten zur Arbeitsstätte zählen seit 2007 nicht mehr zu den Werbungskosten (Werkstorprinzip), können in bestimmten Umfang jedoch wie Werbungskosten abgezogen werden.

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Wirtschaftliches Eigentum

Für steuerliche Zwecke sind Wirtschaftsgüter dem zivilrechtlichen Eigentümer zuzurechnen. Hiervon wird abgewichen, wenn der zivilrechtliche Eigentümer während der gewöhnlichen Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes die tatsächliche Herrschaft über das Wirtschaftgut nicht ausüben darf. In diesem Fall ist das Wirtschaftsgut dem wirtschaftlichen Eigentümer zuzurechnen.

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Wohnsitzfinanzamt

Für die Besteuerung natürlicher Personen (Einkommensteuer) ist das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (Wohnsitzfinanzamt). Bei mehrfachem Wohnsitz im Inland ist der Wohnsitz maßgebend, an dem sich der Steuerpflichtige vorwiegend aufhält; bei mehrfachem Wohnsitz eines verheirateten Steuerpflichtigen, der von seinem Ehegatten nicht dauernd getrennt lebt, ist der Wohnsitz maßgebend, an dem sich die Familie vorwiegend aufhält.

Hat der Steuerpflichtige keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland so ist das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk sich das Vermögen des Steuerpflichtigen und, wenn dies für mehrere Finanzämter zutrifft, in dessen Bezirk sich der wertvollste Teil des Vermögens befindet. Hat der Steuerpflichtige kein Vermögen im Inland, so ist das Finanzamt örtlich zuständig, in dessen Bezirk der Steuerpflichtige seine Tätigkeit vorwiegend ausgeübt oder wo seine Tätigkeit vorwiegend verwertet wird.

Gehören zum Bereich der Wohnsitzgemeinde mehrere Finanzämter und erzielt der Steuerpflichtige Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder freiberuflicher Tätigkeit innerhalb der Wohnsitzgemeinde, aber im Bezirk eines anderen Finanzamts als dem des Wohnsitzfinanzamts aus, so ist das Finanzamt zuständig, dass für die gesonderte Feststellung dieser Einkünfte zuständig wäre.

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