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Steuerlexikon V

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Begriffe

  1. Veranlagung
  2. Verbilligte Vermietung
  3. Verdeckte Gewinnausschüttung
  4. Verlustabzug
  5. Verlustvortrag
  6. Vermietungseinkünfte
  7. Vermögenswirksame Leistungen
  8. Verpflegungsmehraufwand
  9. Verträge zwischen Angehörigen
  10. Voranmeldezeitraum
  11. Vorbehalt der Nachprüfung
  12. Vorsorgeaufwendungen
  13. Vorsteuer
  14. Vorweggenommene Erbfolge

Veranlagung

Nach Ablauf eines Kalenderjahres wird die Veranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt. Steuerpflichtig sind dann die Einkünfte des abgelaufenen Kalenderjahres. Ledige, geschiedene, verwitwete oder ganzjährig getrennt lebende Ehepartner oder Ehepartner bei denen der eine im gesamten Vorjahr im Ausland lebte, werden einzeln und somit getrennt zur Einkommensteuer veranlagt. Generell gilt, dass sich Ehepartner gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagen lassen können. Auf Antrag eines Partners kann hiervon jedoch abgewichen und eine getrennte Veranlagung gewählt werden. Zudem kann im Jahr der Eheschließung die besondere Veranlagung genutzt werden.
Wurden keine Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (Arbeitslohn) erzielt, sind unbeschränkt Steuerpflichtige nur dann zur Abgabe der Steuerklärung verpflichtet, wenn sie mit ihren anderen Einkünften eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten. Seit 2005 liegt die Einkommensgrenze für Ledige bei 7.664 € und für Verheiratete bei 15.329 €. Eine Steuerklärung ist jedoch abzugeben, wenn im Vorjahr ein Verlust erzielt wurde.
Arbeitnehmer müssen in folgenden Fällen eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn:

  • neben dem Arbeitslohn Einkünfte von über 410 € erzielt wurden
  • Einkünfte / Leistungen dem Progressionsvorbehalt unterliegen
  • beide Ehepartner Arbeitslohn bezogen haben und ein Partner nach der Steuerklasse V oder VI besteuert wurde
  • Arbeitslohn von mehreren Arbeitnehmern bezogen wurde
  • in der Lohnsteuerkarte ein Freibetrag eingetragen wurde
  • Arbeitnehmer / Beamte nach der Lohnsteuertabelle B Lohnsteuer entrichten mussten und zeitweise nach der Steuerklasse VI besteuert wurden
  • der Haushaltfreibetrag auf den Vater übertragen wurde
  • der Ausbildungsfreibetrag auf einen Elternteil übertragen wurde
  • der Behinderten-Pauschbetrag ungleich zwischen den Eltern aufgeteilt wurde
  • Lohnsteuer nach der Fünftel-Regelung ermittelt und abgezogen wurde
  • der Steuerpflichtige innerhalb des Jahres einen anderen Ehepartner hat (Heirat im Scheidungsjahr oder im Todesjahr des früheren Ehepartners)
  • ein Antrag auf Veranlagung gestellt wurde
  • auf der Steuerkarte ein im Ausland (EU/ EWR) lebender Ehepartner berücksichtigt wurde
  • Steuerausländer bereits bei der Lohnsteuer als unbeschränkt Steuerpflichtige behandelt worden sind
  • eine Freistellungsbescheinigung ausgestellt wurde, aber die übrigen Einkünfte positiv sind

Praxistipp:

Auch wenn Arbeitnehmer nicht zur Abgabe der Einkommensteuerklärung verpflichtet sind, sollten sie trotzdem eine Veranlagung durchführen lassen (Einkommensteuerklärung abgeben!), da fast immer mit einer Rückerstattung bereits gezahlter Lohnsteuer zu rechnen ist.

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Verbilligte Vermietung

Einkünfte aus Vermietung unterliegen der Einkommensteuer. Aufwendungen, die mit der Erzielung von Vermietungseinkünften im Zusammenhang stehen, können als Werbungskosten geltend gemacht werden. Besonderheiten sind jedoch bei einer verbilligten Vermietung zu beachten.

Mit seinem Urteil vom 5.11.2002 hat der Bundesfinanzhof zur steuerlichen Behandlung von Werbungskosten bei verbilligter Vermietung Stellung genommen.

  • Mietzins beträgt mindestens 75 Prozent der ortsüblichen Miete: Bei einer auf Dauer angelegten Vermietungstätigkeit sind die Werbungskosten vollständig zu berücksichtigen.
  • Mietzins beträgt zwischen 50 Prozent und 75 Prozent der ortsüblichen Miete: Die Absicht des Steuerpflichtigen, Einkünfte zu erzielen, ist durch eine Ertragsprognose zu überprüfen. Bei positiver Ertragsprognose können die Werbungskosten in voller Höhe abgezogen werden. Bei einer negativen Ertragsprognose muss eine Aufteilung der Werbungskosten in einen entgeltliche und in einen unentgeltlichen Teil erfolgen. Für den entgeltlichen Teil können Werbungskosten geltend gemacht werden, für den unentgeltlichen jedoch nicht.
  • Mietzins beträgt weniger als 50 Prozent der ortsüblichen Miete: Die Vermietungstätigkeit ist in einen unentgeltlichen und in einen entgeltlichen Teil aufzuteilen. Nur für den entgeltlichen Teil können die Werbungskosten geltend gemacht werden.

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Verdeckte Gewinnausschüttung

Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist, sich auf die Höhe des Einkommens auswirkt und die nicht auf einen Gewinnverteilungsbeschluss der Gesellschaft beruht. Kommt es zu einer verdeckten Gewinnausschüttung, wird diese Vermögensminderung bei der Kapitalgesellschaft steuerrechtlich nicht anerkannt. In der Folge erhöht sich der steuerrechtliche Gewinn der Kapitalgesellschaft um die verdeckte Gewinnausschüttung.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt unter anderem in folgenden Fällen vor:

  • ein Gesellschafter erhält für seine Geschäftsführertätigkeit ein unangemessen hohes Gehalt;
  • eine Gesellschaft zahlt ihren Gesellschafter neben einem angemessenen Gehalt eine besondere Umsatzvergütung;
  • ein Gesellschafter erhält von seiner Gesellschaft ein Darlehen zinslos oder zu einem unangemessen niedrigen Zinssatz;
  • ein Gesellschafter gibt seiner Gesellschaft ein Darlehen zu einem unangemessen hohen Zinssatz;
  • ein Gesellschafter verkauf Aktien an seine Gesellschaft zu einem Preis, der nicht dem Kurswert der Aktie entspricht;
  • ein Gesellschafter liefert oder erwirb von der Gesellschaft Waren oder Wirtschaftsgüter zu einem ungewöhnlichen Preis oder erhält Preisnachlässe bzw. Rabatte.

Das BMF-Schreiben vom 29. September 2005 geht auf die Änderung von Steuerbescheiden bei Kapitalgesellschaften und ihren Anteilseignern infolge einer verdeckten Gewinnausschüttung ein.

Praxistipp:

Häufig werden Tätigkeitsvergütungen des Gesellschafter-Geschäftsführers als verdeckte Gewinnausschüttung klassifiziert. Daher sollte insbesondere die Angemessenheit des Geschäftsführergehalts überprüft werden. Näher Informationen hierzu finden Sie unter dem lexikalischen Eintrag "Gesellschafter-Geschäftsführer".

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Verlustabzug

Im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer können Verluste durch einen horizontalen Verlustausgleich, einen vertikalen Verlustausgleich oder einen Verlustabzug nach § 10d EStG berücksichtigt werden.

Mit einem Verlustabzug nach § 10d EStG können Verluste, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen worden sind, wie Sonderausgaben vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden. Dieser Verlustabzug kommt insbesondere für Verluste aus anderen Veranlagungszeiträumen in Frage.

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Verlustvortrag

Die nicht im Wege eines Verlustabzugs im Jahr der Veranlagung oder durch einen Verlustrücktrag ausgeglichene Verluste konnten bis 2003/ Veranlagungszeitraum 2003 unbegrenzt mit künftigen Einnahmen ausgeglichen werden. Seit dem 1.1.2004/ Veranlagungszeitraum 2004 wurde der Verlustvortrag jedoch beschränkt. So können nun Verluste nur noch bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1 Mio. € (bzw. 2 Mio. bei Ehegatten) vollständig abgezogen werden. Darüber hinaus ist nur noch ein Ausgleich bis zu 60 Prozent des 1 Mio. € (bzw. 2 Mio.) übersteigenden Gesamtbetrags der Einkünfte möglich. Ein verbleibender Verlustvortrag ist am Ende eines Veranlagungszeitraumes gesondert festzustellen.

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Vermietungseinkünfte

Werden Immobilien entgeltlich zur Nutzung überlassen, erzielt der Vermieter Mieteinnahmen. Mieteinnahmen können

  • bei der Vermietung eines Hauses bzw. einer Wohnung (Eigentumswohnung),
  • bei der Vermietung eines Ferienhauses bzw. einer Ferienwohnung,
  • bei der Untervermietung eines Hauses bzw. einer Wohnung oder
  • im Rahmen eines Nießbrauchrechts entstehen.

Bei einer Vermietungstätigkeit müssen auf Dauer positive Einkünfte erzielt werden, ansonsten kann der Werbungskostenabzug entfallen. Anders hat jedoch der Bundesfinanzhof im Urteil vom 19.4.2005 entschieden. Danach sind bei einer auf Dauer angelegten Vermietungstätigkeit langjährige Verluste als Werbungskosten bei den Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung anzuerkennen (Bundesfinanzhof, Urteil vom 19.4.2005, Aktenzeichen: IX R 10/04).

Zu den Werbungskosten gehören unter anderem:

  • die Abschreibung,
  • der Erhaltungsaufwand,
  • Finanzierungskosten,
  • Versicherungsprämien,
  • Hausverwaltungskosten,
  • Grundsteuer.

Näheres zur Dauer der Vermietungstätigkeit sowie zur Einkunftserzielungsabsicht bei Vermietungseinkünften siehe BMF-Schreiben vom 8.10.2004.

Der Bundesfinanzhof hat mit seinem Urteil vom 5.11.2002 neue Grundsätze zum Werbungskostenabzug geschaffen. Diese im Folgenden vorgestellten Grundsätze sind ab dem Veranlagungszeitraum 2004 anzuwenden.

  • Der Mietzins beträgt mindestens 75 Prozent der ortsüblichen Miete:

Bei einer auf Dauer angelegten Vermietungstätigkeit sind die Werbungskosten vollständig abziehbar.

  • Der Mietzins beträgt zwischen 50 Prozent und 75 Prozent der ortsüblichen Miete:

In diesem Fall ist die Einkunftserzielungsabsicht grundsätzlich zu überprüfen. Fällt die Ertragsprognose positiv aus, können die Werbungskosten in voller Höhe abgezogen werden. Bei einer negativen Ertragsprognose sind die Werbungskosten in einen entgeltlichen und in einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. Für den entgeltlichen Teil können Werbungskosten geltend gemacht werden, für den unentgeltlichen jedoch nicht.

  • Der Mietzins beträgt weniger als 50 Prozent der ortsüblichen Miete:

Die Vermietungstätigkeit ist in einen unentgeltliche und in einen entgeltlichen Teil aufzuteilen. Nur für den entgeltlichen Teil können die Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Durch eine Ertragsprognose bzw. Überschussprognose kann festgestellt werden, ob auf längere Sicht die Vermietung Gewinne bringt. Dabei sind die zukünftig zu erwarteten Einnahmen und die zukünftig zu erwartenden Ausgaben (Werbungskosten) zu ermitteln und gegenüber zu stellen. Zudem müssen die Einnahmen um einen Sicherheitszuschlag von 10 Prozent erhöht und die Ausgaben um einen Sicherheitsabschlag von 10 Prozent verringert werden. Der Prognosezeitraum beträgt 30 Jahre. Ein kürzerer Zeitraum ist anzusetzen, wenn bei Aufstellung der Ertragsprognose eine kürzere Vermietungsdauer absehbar ist. Dies wäre zum Beispiel bei einem angestrebten Verkauf der Immobilie der Fall.

Ab 2004 müssen Vermieter neue Umsatzsteuerpflichten erfüllen. So besteht künftig eine neue Zahlungsverpflichtung beziehungsweise Steuerschuldnerschaft des Vermieters für Reinigungsleistungen ausländischer Unternehmen und für Bauleistungen. Vermietet ein Vermieter mehr als zwei Wohnungen, so muss er die Umsatzsteuer nicht an das Unternehmen, sondern direkt an das Finanzamt zahlen.

Der BFH hat mit Urteil vom 17. August 2001 - V R 1/01 - (BStBl 2002 II S. 833) entschieden, dass die Aufteilung von Vorsteuerbeträgen durch den Unternehmer nach dem Verhältnis der Ausgangsumsätze (Umsatzschlüssel) stets als sachgerechte Schätzung i.S.d. § 15 Abs. 4 UStG anzuerkennen ist.

Praxistipp:

Werbungskosten für eine Immobilie sind auch dann Werbungskosten, wenn die Immobilie ganz oder teilweise leer steht. Der Eigentümer muss sich jedoch um die Vermietung des Objekts bemühen (BFH-Urteil vom 9.7.2003, Aktenzeichen: IX R 102/00).

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Vermögenswirksame Leistungen

Für vermögenswirksame Leistungen beträgt die Arbeitnehmer-Sparzulage ab 2004 18 Prozent (bisher: 20 Prozent). Dabei gilt ab 2004 ein Höchstbetrag von 400 Euro (bisher: 408 Euro).
Zu beachten ist, dass die Zulage nur gewährt wird, wenn das zu versteuernde Einkommen nicht über 17.900 Euro liegt. Für zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Ehepartner gilt der doppelte Betrag, also 35.800 Euro. Im Regelfall wird diese Einkommensgrenze bei einem Bruttoarbeitslohn von 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro erreicht. Liegen die Werbungskosten über dem Pauschbetrag von 920 Euro und werden höhere Sonderausgaben als 36 Euro nachgewiesen, dann erhöht sich der Bruttoarbeitslohn um die über den Pauschbeträgen liegenden Beträge.

Um die Arbeitnehmer-Sparzulage zu erhalten, muss die Anlage VL der jährlichen Einkommensteuererklärung beigefügt werden. Im Regelfall sendet das Kreditinstitut dem Bausparer diese Anlage nach Ablauf eines Jahres zu. Liegt die Anlage VL nicht vor, sollte sie beim Kreditinstitut angefordert werden. Ansonsten wird die Arbeitnehmer-Sparzulage nicht berücksichtigt. Die Förderung wird bei Bausparverträgen 7 Jahre nach Vertragsabschluss oder bei Zuteilung des Bausparvertrages ausgezahlt.

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Verpflegungsmehraufwand

Ist der Steuerpflichtige im Rahmen einer Tätigkeit, die der Erzielung von Einkünften dient, für längere Zeit von seiner Arbeitstätte oder von seiner Wohnung abwesend, kann er Verpflegungskosten steuerlich geltend machen. Ein Einzelnachweis der Verpflegungskosten ist nicht möglich. Es können lediglich Verpflegungspauschbeträge als Werbungskosten oder direkt als Auslagenersatz durch den Arbeitgeber zum Ansatz kommen. Diese richten sich nach der Dauer der Abwesenheit und nicht danach, ob eine Dienstreise, eine Einsatzwechseltätigkeit oder eine Fahrtätigkeit vorliegt. Welche Pauschbeträge zum Ansatz kommen, zeigt nachfolgende Tabelle.

Abwesenheitsdauer des Arbeitnehmers

Pauschbetrag

mind. 24 Stunden

24 €

mind. 14 Stunden

12 €

8 Stunden

6 €

Bei einer Reise ins Ausland kommen besondere Verpflegungspauschalen zum Ansatz. Diese sind länderspezifisch und differieren daher von Land zu Land.

Praxistipp:

Verpflegungskosten für eine Begleitperson können ebenfalls geltend gemacht werden, wenn ein zwingender dienstlichen Grund für die Mitnahme einer Begleitperson glaubhaft gemachten werden kann. Dieser wäre z.B. gegeben, wenn ein Fahrer bzw. eine Sekretärin notwendig sind.

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Verträge zwischen Angehörigen

Verträge zwischen nahen Angehörigen werden steuerlich nur anerkannt, wenn sie dem so genannten Fremdvergleich standhalten. Damit müssen die vertraglichen Vereinbarungen dem entsprechen, was zwischen fremden Dritten üblich ist. Zudem müssen die vertraglichen Vereinbarungen auch tatsächlich durchgeführt werden.

Arbeitsverträge:

Für die steuerliche Anerkennung von Arbeitsverträgen zwischen Angehörigen ist entscheidend, dass das Arbeitsverhältnis ernsthaft vereinbart und entsprechend den Vereinbarungen auch tatsächlich durchgeführt wurde. Bei Arbeitsverhältnissen zwischen Eltern und Kindern muss die monatliche Mindestentlohnung 100 € betragen.

Darlehensverträge:

Darlehensverträge zwischen nahen Angehörigen müssen zu einem marktüblichen Zinssatz in Abhängigkeit von der Laufzeit des Darlehens abgeschlossen werden. Auch die einzelnen Vertragsgestaltungen (Sicherheiten, Laufzeit, Fälligkeit, Verspätungszuschläge) müssen den Darlehensverträgen zwischen Fremden entsprechen. Des Weiteren müssen die vertraglich vereinbarten Zinszahlungen sowie Tilgungen fristgerecht erfolgen. Sind die vertraglichen Vereinbarungen und deren Durchführung zwischen fremden Vertragspartnern nicht üblich, erkennen die Finanzbehörden die Zinszahlungen nicht als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben an.

Mietverträge:

Bei Mietverhältnissen zwischen nahen Angehörigen muss auf die Vertragsgestaltung und die tatsächliche Durchführung der Vereinbarungen geachtet werden. So muss der Vertrag Angaben zur Lage und zur Größe der Wohnung, zum Mietbeginn, zur Höhe des Mietzinses und Vereinbarungen über die Zahlung der Nebenkosten enthalten. Fehlen diese Angaben, wird das Mietverhältnis steuerlich nicht anerkannt. Des Weiteren muss der vertraglich vereinbarte und auch tatsächlich gezahlte Mietzins mindestens 50 Prozent der ortsüblichen Miete (vgl. Mietspiegel) betragen. Zu beachten ist, dass der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 5.11.2002 neue Maßstäbe zur steuerlichen Anerkennung von Werbungskosten gesetzt hat (näheres siehe Lexikon: Vermietungseinkünfte). Versagt das Finanzamt die steuerliche Anerkennung des Mietverhältnisses, dann führt dies regelmäßig zur Versagung des Werbungskostenabzugs bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

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Voranmeldezeitraum

Für die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sind die Abgabefristen im § 18 UStG geregelt. Danach ist die Voranmeldung stets am 10. nach Ablauf des festgesetzten Voranmeldezeitraumes abzugeben. Welcher Voranmeldezeitraum (Jahr, Kalendervierteljahr oder Kalendermonat) gilt, richtet sich nach der Höhe der Steuerschuld.

  • Kalendermonat:

Wenn die Steuerschuld des vorangegangenen Kalenderjahres über 6.136 € lag, muss die Umsatzsteuererklärung monatlich angegeben werden. In diesem Fall ist zum Beispiel die Steuererklärung für den Monat Januar auf amtlichen Vordrucken am 10. Februar beim Finanzamt einzureichen.

  • Kalendervierteljahr:

Zu einer Fristverlängerung kommt es, wenn die Steuerschuld 6.136 € oder weniger beträgt. Dann ist die Umsatzsteuererklärung nur jedes Kalendervierteljahr einzureichen. Für die Monate Januar, Februar und März muss dann die Steuererklärung am 10. April eingereicht werden.

  • Kalenderjahr:

Betrug die Steuerschuld im vorangegangenen Kalenderjahr weniger als 512 €, kann das Finanzamt zur Voranmeldung der Umsatzsteuer und zur Entrichtung einer Vorauszahlung befreien. Die Steuer ist dann nur jährlich zu entrichten.
Bei Existenzgründungen ist der Voranmeldungszeitraum immer der Kalendermonat.

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Vorbehalt der Nachprüfung

Ein Steuerbescheid, der unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergeht, kann jederzeit durch das Finanzamt oder den Steuerpflichtigen geändert werden. Damit kann auch nach Ablauf der Einspruchsfrist der Steuerbescheid geändert werden. Generell stehen Steueranmeldungen (z.B. Umsatzsteuervoranmeldung, Lohnsteueranmeldung) unter dem Vorbehalt der Nachprüfung.

Der Vorbehalt der Nachprüfung wirkt sich nicht auf die Verjährungsfrist (Festsetzungsfrist) des steuerlichen Sachverhalts aus. Der Vorbehalt der Nachprüfung ist aufzuheben, wenn ein Steuerfall geprüft wurde. Zu einer abschließenden Prüfung kommt es zum Beispiel bei einer Betriebsprüfung. Der Vorbehalt der Nachprüfung entfällt jedoch nur für die geprüfte Steuerart. Wird zum Beispiel nur eine Lohnsteueraußenprüfung vorgenommen, so entfällt damit nicht der Vorbehalt der Nachprüfung für die Umsatzsteuer, sondern nur für die Lohnsteuer.

Praxistipp:

Ergehen Steuerbescheide unter dem Vorbehalt der Nachprüfung, muss mit einer Überprüfung des Steuerfalls (z.B. Betriebsprüfung) gerechnet werden.

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Vorsorgeaufwendungen

Rechtslage bis 31. 12. 2004:

Aufwendungen für die Vorsorge im Krankheitsfall oder im Rentenalter werden als Sonderausgaben steuerlich berücksichtigt. Dabei können die tatsächlichen Ausgaben oder der Vorsorgepauschbetrag (gilt nur für Arbeitnehmer) zum Ansatz kommen. Die tatsächlichen Ausgaben sind im Rahmen der Höchstbetragsberechnung zu berücksichtigen.

Zu den Vorsorgeaufwendungen gehören:

  • Beiträge zu Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen, zu den gesetzlichen Rentenversicherungen und an die Bundesanstalt für Arbeit;
  • Beiträge zu den folgenden Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall:

- Risikoversicherungen, die nur für den Todesfall eine Leistung vorsehen,

- Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht,

- Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht gegen laufende Beitragsleistung, wenn das Kapitalwahlrecht nicht vor Ablauf von 12 Jahren seit Vertragsabschluß ausgeübt werden kann,

- Kapitalversicherungen gegen laufende Beitragsleistung mit Sparanteil, wenn der Vertrag für die Dauer von mindestens 12 Jahren abgeschlossen worden ist. Fondsgebundene Lebensversicherungen sind ausgeschlossen.

  • Beiträge zu einer zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung;
  • Vorsorgebeiträge des Arbeitgebers, wenn keine pauschale Lohnbesteuerung erfolgt. Hierzu gehören unter anderem: Unfallversicherungen, Sterbekassen, Risikoversicherungen, Pensionskassen und Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Rechtslage ab 1.1.2005:

Altersvorsorgeaufwendungen wie:

  • Beiträge zu den gesetzlichen Rentenversicherungen oder landwirtschaftlichen Alterskassen sowie zu den berufständischen Versorgungseinrichtungen, die den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringen,
  • Beiträge zum Aufbau einer eigenen kapitaldeckenden Altersvorsorge,

werden ab 1.1.2005 zunächst bis max. 60 Prozent von bis zu 20.000 Euro pro Jahr von der Steuer befreit. Schrittweise steigt dieser Anteil um jährlich 2 Prozent bis 2025 auf 100 Prozent.

Andere Vorsorgeaufwendungen:

Hierzu gehören Beiträge zu Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit (Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit und zu privaten Versicherungen), zu Kranken- und Pflegeversicherungen, zu eigenständigen Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Unfallversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Risikolebensversicherungen sowie zu Kapitallebens- und Rentenversicherungen, die vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden.

Die Beiträge sind bis zu einem Höchstbetrag von 1 500 Euro absetzbar, falls ein steuerfreier Zuschuss zur Krankenversicherung gewährt wird oder ein Beihilfeanspruch im Krankheitsfall besteht. Der Höchstbetrag steigt auf 2 400 Euro bei Personen, die ihre Krankenversicherungsbeiträge alleine aufbringen müssen. Bei zusammenveranlagten Ehegatten ergibt sich der gemeinsame Höchstbetrag aus der Summe der jedem Ehegatten zustehenden Höchstbeträge.

In der Übergangsphase bis zum vollständigen Abzug der Altersvorsorgeaufwendungen prüft das Finanzamt in den nächsten 15 Jahren bis zum Jahre 2019 automatisch im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung, ob die neue Regelung oder die alte Regelung des Jahres 2004 günstiger ist (sog. Günstigerprüfung). Berücksichtigt wird der günstigere Betrag.

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Vorsteuer

Als Vorsteuer wird die Umsatzsteuer bezeichnet, die einem Unternehmer beim Erwerb von Lieferungen oder sonstigen Leistungen in Rechnung gestellt wird. Die in Rechnung gestellte Umsatzsteuer können Unternehmer mit der Umsatzsteuer, die sie auf ihre Lieferungen oder sonstigen Leistungen erheben müssen, verrechnen (Vorsteuerabzug). Dies geschieht im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung.
Beispiel: Ein Unternehmer erwirbt eine Maschine. Die Rechnung weist folgende Positionen aus:


Maschine

10.000 €

Umsatzsteuer (16%)

1.600 €

Gesamtbetrag

11.600 €

Die in der Rechnung enthaltene Umsatzsteuer kann der Käufer der Maschine als Vorsteuer vom Finanzamt zurück fordern bzw. mit seiner Umsatzsteuerschuld verrechnen.

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Vorweggenommene Erbfolge

Wird Vermögen bereits zu Lebzeiten durch den zukünftigen Erblasser übertragen, liegt eine vorweggenommene Erbfolge vor. Diese Form der Vermögensübertragung auf die nächste Generation ist besonders bei der Übertragung größerer Vermögen sinnvoll, denn die zur Anwendung kommenden Freibeträge gelten alle 10 Jahre neu, Schenkungen und Erbvorgänge sind also wieder in dieser Höhe völlig steuerfrei. Um diesen Steuervorteil voll zu nutzen, ist es sinnvoll - bei entsprechendem Vermögen also alle zehn Jahre - eine relevante Summe bereits vorab seinen späteren Erben zu übertragen. Kindern stehen persönliche Freibeträge jeweils von Mutter und Vater zu, könnten also innerhalb von zehn Jahren von beiden Elternteilen jeweils 205.000 Euro steuerfrei erhalten.

So genannte "Kettenschenkungen" sollten jedoch vermieden werden. Eine Kettenschenkung liegt vor, wenn zum Beispiel zuerst eine Vermögensübertragung durch den Vater auf die Mutter erfolgt unter der Auflage des Vaters, dass die Mutter diese Vermögen dem Sohn übertragen muss. Die Weiterleitung an den Sohn kann das Finanzamt als Umgehungsversuch bewerten. Damit ist die Steuerfreiheit der Schenkung in Höhe des Feibetrags gefährdet. Daher sollte keine Verpflichtungserklärung zur Weiterleitung des Vermögens existieren. Zudem sollte die sofortige Weitergabe des Vermögens vermieden werden und kein identischer Betrag übertragen werden.

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