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Steuerlexikon N

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Begriffe

  1. Nachträgliche Herstellungskosten
  2. Nebenberufliche Tätigkeit
  3. Nicht abzugsfähige Ausgaben
  4. Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben
  5. Nichtveranlagungsbescheinigung
  6. Nießbrauch

Nachträgliche Herstellungskosten

Nachträgliche Herstellungskosten sind Aufwendungen, um einen Vermögensgegenstand zu erweitern oder über seinen ursprünglichen Zustand hinaus wesentlich zu verbessern (§ 255 HGB).
Sind nachträgliche Herstellungskosten an einem Wirtschaftsgut so umfangreich, dass hierdurch ein neues Wirtschaftsgut entsteht, so ist die weitere Abschreibung aus dem Buchwert bzw. Restwert und den nachträglichen Herstellungskosten zu ermitteln. Bei Gebäuden ist die Abschreibung nach der bisherigen Bemessungsgrundlage zuzüglich der nachträglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten zu ermitteln.

Aus Vereinfachungsgründen kann bei unbeweglichen Wirtschaftsgütern von der Herstellung eines anderen/neuen Wirtschaftsgutes ausgegangen werden, wenn der im zeitlichen und sachlichen Zusammenhang mit der Herstellung des Wirtschaftsgutes angefallene Bauaufwand und der Wert der Eigenleistungen den Verkehrswert des bisherigen Wirtschaftsgutes übersteigt.

Keine nachträglichen Herstellungskosten sondern ein neues Wirtschaftsgut entstehen, wenn das bisherige Wirtschaftsgut sich im Wesen geändert oder tief greifend umgestaltet wurde oder in einem solchen Ausmaß erweitert wurde, dass die eingefügten neuen Teile der gesamten Sache ein neues Gepräge geben. Dies ist zum Beispiel beim Umbau einer Mühle in ein Wohnhaus gegeben oder beim Umbau von Pflanztischen in automatische Tischbewässerungssyteme.

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Nebenberufliche Tätigkeit

Nimmt eine Tätigkeit nicht mehr als ein Drittel eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs ein, so gilt sie als nebenberuflich. Ist diese Voraussetzung gegeben, wird auch dann eine nebenberufliche Tätigkeit ausgeübt, wenn eine Person keinen Hauptberuf, sondern nur diese nebenberufliche Tätigkeit ausübt. Werden mehrere nebenberufliche Tätigkeiten ausgeübt, ist die Nebenberuflichkeit für jede Tätigkeit getrennt zu beurteilen. Dabei müssen mehrere gleichartige Tätigkeiten zusammengefasst werden. Beispiel: Eine gleichartige Tätigkeit liegt bei einer Lehrtätigkeit in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen vor. Keine nebenberufliche Tätigkeit liegt vor, wenn sie ein Teil einer Haupttätigkeit ist.

Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit können bis zu einem Höchstbetrag von 1.848 € (ab 2007: 2.100 €) im Jahr steuerfrei sein. Hierfür wird vorausgesetzt, dass eine Tätigkeit als Übungsleiter, Erzieher oder eine vergleichbare nebenberufliche Tätigkeit mit pädagogischer Ausrichtung ausgeübt wird. Der Freibetrag kann auch genutzt werden, wenn nebenberuflich für eine gemeinnützige Einrichtung (z.B. gemeinnütziger Verein, gemeinnützige Stiftung) gearbeitet wird und die ausgeübte Tätigkeit der Förderung des steuerbegünstigten Zwecks dient. Werbungskosten können steuerlich berücksichtigt werden, wenn sie den steuerbegünstigten Höchstbetrag von 1.848 €/2.100 € im Jahr übersteigen.

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 Nicht abzugsfähige Ausgaben

Nachfolgende Ausgaben können steuerlich nicht geltend gemacht werden. Hiervon wird nur abgewichen, insofern die Ausgaben als Sonderausgaben oder als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden können.

  • Ausgaben für den Haushalt des Steuerpflichtigen und für den Unterhalt seiner Familienangehörigen. Dazu gehören auch die Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung des Steuerpflichtigen mit sich bringt, auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen (hierunter fallen Ausgaben wie angemessene Berufskleidung die auch im Alltag angezogen werden kann);
  • Freiwillige Zuwendungen, Zuwendungen auf Grund einer freiwillig begründeten Rechtspflicht und Zuwendungen an eine gegenüber dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gesetzlich unterhaltsberechtigte Person oder deren Ehegatten, auch wenn diese Zuwendungen auf einer besonderen Vereinbarung beruhen;
  • Die Steuern vom Einkommen und sonstige Personensteuern sowie die Umsatzsteuer für Umsätze, die Entnahmen sind, und die Vorsteuerbeträge auf Aufwendungen, für die das Abzugsverbot der Nummer 1 oder des § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 1 bis 5, 7 oder Abs. 7 des Einkommensteuergesetzes gilt; das gilt auch für die auf diese Steuern entfallenden Nebenleistungen;
  • In einem Strafverfahren festgesetzte Geldstrafen, sonstige Rechtsfolgen vermögensrechtlicher Art, bei denen der Strafcharakter überwiegt, und Leistungen zur Erfüllung von Auflagen oder Weisungen, soweit die Auflagen oder Weisungen nicht lediglich der Wiedergutmachung des durch die Tat verursachten Schadens dienen.

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Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben

Nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes dürfen folgenden Betriebsausgaben den Gewinn nicht mindern:

  • Aufwendungen für Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, insofern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der Gegenstände im Wirtschaftsjahr insgesamt 40 € nicht übersteigen;
  • Aufwendungen für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass, soweit sie 80 Prozent der Aufwendungen übersteigen, die nach der allgemeinen Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen und deren Höhe und betriebliche Veranlassung nachgewiesen sind.
  • Aufwendungen für Einrichtungen des Steuerpflichtigen, soweit sie der Bewirtung, Beherbergung oder Unterhaltung von Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, dienen (Gästehäuser) und sich außerhalb des Ortes eines Betriebs des Steuerpflichtigen befinden;
  • Aufwendungen für Jagd oder Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und für die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen;
  • Mehraufwendungen für die Verpflegung des Steuerpflichtigen, soweit sie den Verpflegungsmehraufwand (siehe Lexikon) übersteigen;
  • Aufwendungen für die Wege des Steuerpflichtigen zwischen Wohnung und Betriebsstätte und für Familienheimfahrten;
  • Aufwendungen für ein Arbeitszimmer;
  • weitere Aufwendungen, die die Lebensführung des Steuerpflichtigen oder anderer Personen berühren, soweit sie als unangemessen anzusehen sind;
  • Geldbußen, Ordnungsgelder und Verwarnungsgelder sowie Hinterziehungszinsen für nicht gezahlte betriebliche Steuern;
  • Bestechungsgelder;
  • Spenden an politische Parteien und Mitgliedsbeiträge.

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Nichtveranlagungsbescheinigung

Das Wohnsitzfinanzamt erteilt dem Steuerpflichtigen eine Nichtveranlagungsbescheinigung, wenn seine zukünftigen Einkünfte so gering sind, dass eine Veranlagung zur Einkommensteuer nicht zu erwarten ist. Die Bescheinigung wird für eine maximale Geltungsdauer von drei Jahren und nur unter dem Vorbehalt des Widerrufes ausgestellt.

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung sollte ausgestellt werden, wenn der Steuerpflichtige nur geringe Einkünfte bezieht aber verhältnismäßig hohe Erträge aus Kapitalvermögen erzielt. Dies ist im Normalfall bei Rentnern und in Ausnahmefällen bei Studenten gegeben. Da die Kreditinstitute bei Überschreitung des Freibetrags zur Einbehaltung der Kapitalertragsteuer verpflichtet sind, muss der Steuerpflichtige trotz geringer Einkünfte im Jahresverlauf Steuern zahlen. Um eine Rückerstattung zu erreichen, ist dann das Ausfüllen einer Steuerklärung für ihn unausweichlich. Die Einbehaltung der Kapitalertragsteuer durch das Kreditinstitut kann der Steuerpflichtige jedoch durch Abgabe einer Nichtveranlagungsbescheinigung vermeiden. Die Bescheinigung sollte rechtzeitig beim Kreditinstitut eingereicht werden, denn dann ist die Bank oder die Sparkasse nicht mehr zum Abzug der Kapitalertragsteuer verpflichtet und die Besteuerung der Kapitalerträge kann somit vermieden werden.

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Nießbrauch

Nießbrauch ist ein Nutzungsrecht an einer Sache. So wird zum Beispiel durch Einräumung eines Nießbrauchs an einem Haus durch den Besitzer der Immobilie, einer anderen juristischen oder natürlichen Person das Rechts zur unentgeltlichen, teilentgeltlichen oder entgeltlichen Nutzung der Immobilie eingeräumt. Wird ein entgeltliches Nutzungsrecht vereinbart, sind Leistung und Gegenleistung ausgewogen. Bei einem teilentgeltlichen Nießbrauch ist der Wert des Nießbrauchs nur zum Teil ausgeglichen. Bei einem unentgeltlichen Nießbrauch liegt die Gegenleistung unter 10 Prozent des Nießbrauchwerts.

Zuwendungsnießbrauch

Hierbei räumt der Eigentümer am ganzen Grundstück oder an einem Teil des Grundstücks einem Dritten das Nutzungsrecht ein. Es kann aber auch ein Nießbrauch an den Erträgen aus dem Grundstück eingeräumt werden. Der Nießbrauch kann entgeltlich, teilentgeltlich oder unentgeltlich erfolgen.

Unentgeltlicher Zuwendungsnießbrauch: Vermietet der Nießbraucher das Grundstück, erzielt er Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Demgegenüber entstehen beim Eigentümer keine Einkünfte. Abschreibungen des Gebäudes kann der Nießbraucher nicht als Werbungskosten geltend machen, da keine Anschaffungs- und Herstellungskosten für den Nießbraucher entstanden sind. Der Eigentümer kann die Abschreibung ebenfalls nicht ansetzen. Nachträgliche Herstellungskosten und Erhaltungsaufwendungen können nur dann vom Nießbraucher als Werbungskosten angesetzt werden, wenn er diese Kosten auch tatsächlich zahlt.

Entgeltlicher Zuwendungsnießbrauch: Wird das Objekt durch den Nießbraucher vermietet, sind Einnahmen beim Nießbraucher als Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung zu erfassen. Das Entgelt, das der Nießbraucher an den Eigentümer zahlt, ist für den Eigentümer eine Einnahme aus Vermietung- und Verpachtung. Diese Zahlungen sind für den Nießbraucher Werbungskosten. Die Gebäudeabschreibung kann der Eigentümer geltend machen. Wer nachträgliche Herstellungskosten oder Erhaltungsaufwendungen (Eigentümer oder Nießbraucher) zahlt, kann diese Aufwendungen als Werbungskosten ansetzen.

Teilentgeltlicher Zuwendungsnießbrauch: Einnahmen sind wie beim entgeltlichen/ unentgeltlichen Nießbrauch anzusetzen. Werbungskosten können im Verhältnis Nießbrauchentgelt zu Kapitalwert des Nießbrauchs geltend gemacht werden.

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