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Steuerlexikon K

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Begriffe

  1. Kapitalertragsteuer
  2. Kapitalgesellschaft
  3. Kapitallebensversicherung
  4. Kilometerpauschale
  5. Kinderbetreuungskosten
  6. Kindergartenbeihilfe
  7. Kleinunternehmerregelung
  8. Kommanditgesellschaft
  9. Krankheitskosten
  10. Körperschaftsteuer

Kapitalertragsteuer

Die Kapitalertragsteuer ist keine eigenständige Steuerart, sondern eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer. Liegt kein Freistellungsauftrag vor, sind die Kreditinstitute (wie z.B. Banken, Sparkassen, Fondsgesellschaften) verpflichtet, die Kapitalertragsteuer direkt an das Finanzamt abzuführen. Die erzielten Kapitalerträge werden daher nicht im vollen Umfang, sondern vermindert um die Kapitalertragsteuer dem Anleger ausgezahlt. Ob es zum endgültigen Abzug kommt, richtete sich nach dem persönlichen Einkommensteuersatz des Steuerpflichtigen, da die bereits gezahlte Kapitalertragsteuer bei der Ermittlung der Einkommensteuer zur Anrechnung kommt. Entscheidend ist somit, wie viel Einkünfte insgesamt erzielt wurden, denn danach richtet sich der Steuersatz. Ist der persönliche Einkommensteuersatz niedriger als der Kapitalertragsteuersatz, muss nicht so viel Kapitalertragsteuer gezahlt werden, wie bereits vom Finanzamt vereinnahmt wurde.

Auf die Hälfe der Gewinnanteile (Dividenden) zum Beispiel aus Aktien, Anteilen an einer GmbH oder an einer Genossenschaft wird eine Kapitalertragsteuer von 20 Prozent erhoben. Kapitalanlagen, die verzinst werden, unterliegen vollständig einer Kapitalertragsteuer von 30 Prozent. Zu den Zinspapieren gehören unter anderem: Bundesschatzbriefe, Anleihen, Finanzierungsschätze, Pfandbriefe und Bundesschuldverschreibungen.

Kreditinstitute müssen die Kapitalertragsteuer nicht an das Finanzamt abführen, wenn der Anleger einen Freistellungsauftrag erteilt hat und dieser nicht überschritten wurde oder wenn eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorliegt.

Ab 1.1.2005 müssen Kreditinstitute ihren Kunden für alle bei Ihnen geführten Konten und Depots eine Jahresbescheinigung über erzielte Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne ausstellen. Diese Bescheinigung verlangen dann die Finanzämter zusätzlich zur Steuererklärung.

Ab 2009 wird diese Steuer im Wesentlichen von der „Abgeltungssteuer für Kapitalerträge abgelöst (siehe Lexikon: Einkünfte aus Kapitalvermögen).

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Kapitalgesellschaft

Zu den Kapitalgesellschaften gehören die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) und die AktG (Aktiengesellschaft) sowie die Kommanditgesellschaft auf Aktien. Kapitalgesellschaften gehören zu den juristischen Personen und sind damit selbstständig rechts- und geschäftsfähig. Sie können zum Beispiel selbständig Klage einreichen und werden zur Besteuerung veranlagt. Mit ihrem Gewinn unterliegen die Kapitalgesellschaften der Körperschaftsteuer. Sie sind unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren Sitz und ihre Geschäftsleitung im Inland haben.

Kapitalgesellschaften sind kraft Rechtsform gewerblich tätig. Greift keine Steuerbefreiung, unterliegt die Kapitalgesellschaft der Gewerbesteuer. Hierbei kommen kein Staffeltarif und kein Freibetrag wie bei der Personengesellschaft zur Anwendung. Im Vergleich zu einer Personengesellschaft ergibt sich zwangsläufig eine höhere gewerbesteuerliche Belastung. Werden Immobilien / Grundstücke in die Kapitalgesellschaft eingebracht, unterliegt die Einbringung der Grunderwerbsteuer, da es zu einem Rechtsträgerwechsel kommt.

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Kapitallebensversicherung

Mit einer Kapitallebensversicherung wird das Risiko eines Todesfalls abgedeckt. Zudem erfolgt eine Vermögensbildung. Hat die Kapitallebensversicherung eine Laufzeit von mindestens 12 Jahren, dann sind die Erträge, die aus dem eingezahlten Kapital resultieren, steuerfrei. Die Steuerfreiheit greift jedoch nur, wenn die eingezahlten Versicherungsprämien als Sonderausgaben im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden können (vgl. Lexikon: Vorsorgeaufwendungen). Seit dem 1.1.2004 können die Versicherungsprämien nur noch zu 88 Prozent als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Rechtslage ab 1.1.2005:

Für vor dem 31.12.2004 abgeschlossene Versicherungsverträge ist die alte Rechtslage anzuwenden. Neuverträge für Kapitallebensversicherungen werden zur Hälfte besteuert, wenn der Vertag eine Laufzeit von mind. 12 Jahren hat und zudem eine Auszahlung erst nach dem 60. Lebensjahr erfolgt. (Hierzu auch BMF-Schreiben vom 25.11.2004.) Sind diese Kriterien nicht erfüllt, erfolgt die vollständige Besteuerung der Lebensversicherung. Besteuerungsgrundlage ist die Differenz zwischen den vom Versicherten gezahlten Beiträgen und dem Auszahlungsbetrag.

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Praxistipp:

Bevor eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen wird, sollte geprüft werden, ob der Abschluss einer Risikolebensversicherung und der gleichzeitige Aufbau einer reinen Kapitalanlage günstiger ist.

Kilometerpauschale

Mit der Kilometerpauschale werden Fahrtkosten nachgewiesen, wenn kein Ansatz der Entfernungspauschale erfolgen muss. Dies ist gewöhnlich bei Dienstreisen zum Teil aber auch bei Einsatzwechseltätigkeiten und Fahrtätigkeiten im Rahmen der doppelten Haushaltführung der Fall. Welchen Kilometerpauschale zum Ansatz kommen muss, richtet sich nach dem verwendeten Fahrzeug. Dabei können für jeden gefahrenen Kilometer nachfolgende Kilometersätze genutzt werden.

Fahrzeug

Kilometerpauschale (€/ km)

PKW

0,30 €

Motorrad / Motorroller

0,13 €

Moped / Mofa

0,08 €

Fahrrad

0,05 €

Grundsätzlich ist es möglich diese Kilometersätze zu nutzen oder die Fahrtkosten mittels individuellem Kilometersatz nachzuweisen. Bei Berechnung des individuellen Kilometersatzes können alle Kosten die mit der Unterhaltung des Fahrzeugs im Zusammenhang stehen berücksichtigt werden. Hierzu zählen:

  • Abschreibung,
  • Reparaturkosten,
  • Versicherungskosten,
  • Darlehenzinsen,
  • Garagenmiete,
  • Versicherungskosten.

Praxistipp:

Ist das eigene Auto ein kostenintensives Modell (hoher Kaufpreis, hohe Unterhaltungskosten), lohnt sich der Nachweis der Werbungskosten mittels individuellem Kilometersatz.

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Kinderbetreuungskosten

Zu den Kinderbetreuungskosten gehören Ausgaben für die Betreuung eines Kindes, das zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehört.
Sind beide Elternteile berufstätig, können seit 2006 Kosten für die Kinderbetreuung bis zur Höhe von 4.000 € zu 2/3 als Betriebsausgabe oder Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden, wenn das Kind nicht älter als 14 Jahre oder behindert ist.

Begünstigte Aufwendungen sind z. B. Kosten für Babysitter, Kindergarten, Kinderkost, Tagesmütter o. ä. Hiervon ausgenommen sind Aufwendungen für Unterricht und die Vermittlung von Fähigkeiten sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen.

Sind nicht beide Eltern berufstätig können die Kinderbetreuungskosten für Kinder von 3 – 6 Jahren mit 2/3 von max. 4.000 € als Sonderausgaben berücksichtigt werden.

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Kindergartenbeihilfe

Von der Einkommensteuer sind Leistungen befreit, die der Arbeitgeber für die Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen erbringt. Diese Leistungen muss der Arbeitgeber zusätzlich zum ohnehin schon geschuldeten Arbeitslohn zahlen.

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Kleinunternehmerregelung

Unternehmer, die nur geringe Umsätze tätigen, werden als Kleinunternehmer eingestuft. Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, deren Umsatz im vorangegangenen Jahr einen Betrag von 17.500 € nicht überstiegen hat und deren Umsatz im laufenden Jahr 50.000 € voraussichtlich nicht übersteigen wird. Beide Voraussetzungen müssen gegeben sein. Bei Beginn einer unternehmerischen Tätigkeit ist der voraussichtliche Umsatz im Kalenderjahr zu schätzen. Übersteigt dieser voraussichtlich nicht die Umsatzgrenze von 17.500 €, gilt der Unternehmer als Kleinunternehmer.

Kommt die Kleinunternehmerregelung zur Anwendung, muss der Unternehmer auf seine Umsätze keine Umsatzsteuer erheben. Er kann allerdings auch zur Umsatzsteuer optieren. In diesem Fall hat er die Möglichkeit, auch die Vorsteuer gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen. Empfehlenswert ist die freiwillige Umsatzsteuerveranlagung, da nur so der Vorsteuerabzug möglich wird. Für Kleinunternehmer entfällt neben dem Vorsteuerabzug der Ausweis der Umsatzsteuer sowie der Umsatzsteuer-Identifikationsnummern auf erstellten Rechnungen.

Werden die Umsatzgrenzen überschritten, muss der Unternehmer auf seine Umsätze Umsatzsteuer erheben. Optiert ein Kleinunternehmer zur Umsatzsteuer, muss er dies gegenüber dem Finanzamt erklären. Seine Entscheidung bindet ihn für fünf Jahre.

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Kommanditgesellschaft

Die Kommanditgesellschaft gehört zu den Personengesellschaften. An einer Kommanditgesellschafter ist mindestens ein Kommanditist beteiligt, der nur in Höhe seiner Einlage für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet. Ein weiterer Gesellschafter ist der Komplementär. Er haftet für die Verbindlichkeiten der Kommanditgesellschaft unbeschränkt.

Personengesellschaften gehören nicht zu den juristischen Personen und haben damit keine eigene Rechts- und Geschäftsfähigkeit. Zwangsläufig wird nicht die jeweilige Personengesellschaft zur Einkommensteuer veranlagt wird, sondern die einzelnen Gesellschafter der Personengesellschaft. Am Ende eines Geschäftsjahres ist der Gewinn der Gesellschaft festzustellen und den einzelnen Gesellschaftern zuzurechnen. Bei den einzelnen Gesellschaftern führt diese Gewinnzurechnung zu Einkünften aus Gewerbebetrieb.

Personengesellschaften sind fast immer gewerblich tätig (Ausnahme: Partnerschaftsgesellschaft, an der keine berufsfremde Person beteiligt ist) und unterliegen daher mit ihrem Gewinn der Gewerbesteuer insofern keine Befreiung von der Gewerbesteuer greift. Grundlage für die Berechnung der Gewerbesteuer ist der nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes ermittelte Gewinn. Dieser wird um Hinzurechnungen nach § 8 GewStG erhöht und um Kürzungen nach § 9 GewStG vermindert. Greift keine Steuerbefreiung, unterliegen die getätigten Umsätze der Personengesellschaft der Umsatzsteuer.

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Krankheitskosten

Krankheitskosten des Steuerpflichtigen können außergewöhnliche Belastungen sein. Dabei muss nachgewiesen werden, dass die Aufwendungen zwangsläufig, notwendig und angemessen sind. Der Nachweis kann durch die Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel erfolgen. Liegt eine länger andauernde Erkrankung vor, in dessen Zusammenhang der Kranke über längere Zeit bestimmte Arznei-, Heil- und Hilfsmittel benötigt, kann der Nachweis durch die Vorlage einer einmaligen Verordnung des Arztes bzw. Heilpraktikers erfolgen.

Für den Nachweis der Zwangsläufigkeit, Notwendigkeit und Angemessenheit muss bei nachfolgenden Behandlungen oder Käufen bereits vor ihrer Durchführung ein amtsärztliches Attest eingeholt werden:

  • Bade- und Heilkuren,
  • psychotherapeutische Behandlung,
  • Legasthenie des Kindes,
  • Betreuung alter oder hilfloser Steuerpflichtiger durch eine Begleitperson,
  • medizinische Hilfsmittel, die als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarf anzusehen sind,
  • für wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden.

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Körperschaftsteuer

Der Körperschaftsteuer unterliegen ausschließlich juristische Personen (z.B. Kapitalgesellschaften). Diese Steuer ist mit der Einkommensteuer, der ausschließlich natürliche Personen unterliegen, vergleichbar. Einnahmen, die eine juristische Person erzielt, unterliegen der Körperschaftsteuer und nicht der Einkommensteuer. Das Körperschaftsteuerrecht greift teilweise auf Bestimmungen des Einkommensteuerrechts zurück, so zum Beispiel auf Bestimmungen zur Gewinnermittlung, zur Veranlagung oder zur Entrichtung der Steuer.

Der Besteuerung unterliegt das Einkommen der Körperschaft, das nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes ermittelt wird. Auf die Bemessungsgrundlage kommt ein Körperschaftsteuersatz von 25 Prozent (im Jahr 2003: 26,5 %) zur Anwendung. Diese gilt für einbehaltene sowie für ausgeschüttete Gewinne der Körperschaft. Werden Gewinne an die Anteilseigener der Körperschaft (z.B. der GmbH, der AG) ausgeschüttet, unterliegen diese Gewinne nochmals beim Anteilseigner der Besteuerung (Einkommensteuer). Zur Vermeidung einer doppelten steuerlichen Belastung kommt das Halbeinkünfteverfahren zur Anwendung. Danach unterliegen nur 50 Prozent der ausgeschütteten Gewinne (z.B. Dividenden) beim Anteilseigner der Besteuerung. Bei Ausschüttung muss auf diese 50 Prozent eine Kapitalertragsteuer von 20 Prozent erhoben und an das Finanzamt abgeführt werden.

Ab 2008 wird die Körperschaftsteuer auf 15 % gesenkt. Die Ausschüttungen von Dividenden, bei denen die Anteile im Privatvermögen gehalten werden unterliegen ab 2009 der Abgeltungssteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

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