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Steuerlexikon H

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Begriffe

  1. Halbeinkünfteverfahren
  2. Haushaltsnahe Dienstleistung
  3. Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis
  4. Herstellungskosten
  5. Häusliches Arbeitszimmer

Halbeinkünfteverfahren

Seit dem 1.1.2001 werden Gewinnausschüttungen als auch Erträge aus der Veräußerung der Anteile von Kapitalgesellschaften nicht mehr nach dem Anrechnungsverfahren, sondern nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert. Die Körperschaftssteuer, die die Dividende bereits geschmälert hat, kommt dann beim Aktionär nicht mehr zur Anrechnung. Folglich ist bereits in der Dividende eine definitive Belastung mit 25 Prozent Körperschaftssteuer enthalten. Zum Ausgleich dieser Belastung unterliegt beim Aktionär oder Anteilseigner nur die Hälfte der Dividendenzahlung der persönlichen Einkommensbesteuerung.
Die nachgewiesenen und zum Ansatz gebrachten Werbungskosten können Anteilseignern nur noch zu 50 Prozent berücksichtigen.

Dieses Halbeinkünfteverfahren wird ab dem 1.1.2009 abgeschafft. Private Gewinnausschüttungen unterliegen dann der Abgeltungssteuer mit 25 %. Für Gewinnausschüttungen im Betriebsvermögen wird das Teileinkünfteverfahren eingeführt, bei dem dann 60 % der Einnahmen als steuerpflichtig behandelt werden.

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Haushaltsnahe Dienstleistung

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören alle Tätigkeiten, die auch Gegenstand eines Beschäftigungsverhältnisses sein können. Jedoch muss die Dienstleistung eines Selbstständigen in Anspruch genommen werden. Begünstigt sind beispielsweise die Inanspruchnahme einer haushaltsnahen Tätigkeit über eine Dienstleistungsagentur, die Tätigkeit eines selbstständigen Fensterputzers, Krankenpflege, Kinderbetreuung, Gartenpflegearbeiten durch einen selbstständigen Gärtner usw.

Handwerkliche Tätigkeiten in der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung sind nur begünstigt, wenn es sich um Schönheitsreparaturen oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt. Sie sind nicht begünstigt, insofern sie zu Herstellungskosten führen.

Beispiel: Herstellungskosten würden zum Beispiel bei der erstmaligen Errichtung einer Gartenanlage entstehen.
Für haushaltsnahe Dienstleistungen wird auf Antrag eine Steuerermäßigung (Einkommensteuer) von 20 Prozent der Kosten für die Arbeitsleistung, jedoch maximal eine Ermäßigung von 600 € gewährt. Dabei dürfen die Aufwendungen nach Ansicht der Finanzverwaltung zuvor nicht als Betriebsausgaben/ Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen abgezogen worden sein. Der Höchstbetrag kann nur einmal pro Haushalt in Anspruch genommen werden. Dies gilt auch dann, wenn zwei Alleinstehende in einem Haushalt zusammen leben. Die Steuerermäßigung kann seit 2006 zusätzlich auch für Handwerksleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen in Anspruch genommen werden.

Voraussetzung für die Steuerermäßigungen ist, dass die Aufwendungen durch Vorlage einer Rechnung und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der haushaltsnahen Dienstleistung durch Belege des Kreditinstituts nachgewiesen wird (Barzahlung vermeiden!). Hintergrund: Mit dieser Voraussetzung versucht der Staat Schwarzarbeit in diesem Sektor zu bekämpfen.
Anspruch auf die Steuerermäßigung hat derjenige, der Auftraggeber der haushaltsnahen Dienstleistung ist.

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Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis

Als haushaltsnah wird ein Beschäftigungsverhältnis bezeichnet, wenn es eine haushaltsnahe Tätigkeit zum Gegenstand hat. Zu den haushaltsnahen Tätigkeiten gehören alle Arbeiten im Haushalt, wie Putzen, Waschen, Kochen, Kinderbetreuung, die Betreuung von Pflegebedürftigen aber auch die Erledigung von Gartenarbeit. Die Erteilung von Unterricht, wie zum Beispiel Sprachunterricht, fällt nicht darunter.

Eine Steuerermäßigung kann nur beansprucht werden, wenn es sich bei dem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis um eine geringfügige Beschäftigung im Sinne des § 8a SGB IV handelt. Im Sinne dieser Vorschrift liegt nur dann ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vor, insofern der Steuerpflichtige am Haushaltsscheckverfahren teilnimmt. Vorausgesetzt wird zudem, dass das haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnis in einem inländischen Privathaushalt ausgeübt bzw. erbracht wird. So ist zum Beispiel die Tätigkeit einer Tagesmutter nur dann begünstigt, wenn die Betreuung im Haushalt des Arbeitgebers erfolgt.

Die Steuerermäßigung kann nur in Anspruch genommen werden, wenn der Steuerpflichtige bei einem haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis Arbeitgeber ist.

Die Höhe der Steuerermäßigung (Einkommensteuer) richtet sich nach der Art der Beschäftigung. So können für die Anstellung

  • eines Mini-Jobbers (400 €-Job) 10 % der Kosten maximal jedoch 510 €,
  • einer voll sozialversicherungspflichtig beschäftigten Haushaltshilfe 12 % der Kosten maximal 2.400 €

von der Einkommensteuer abgezogen werden. Dabei dürfen die Aufwendungen für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis zuvor nicht als Werbungskosten/ Betriebsausgaben oder außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt worden sein. Haben die Voraussetzungen für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis nicht das gesamte Jahr vorgelegen, so muss der jeweilige Höchstbetrag für jeden Monat, in dem die Voraussetzungen nicht vorlagen, um ein Zwölftel gemindert werden.

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Herstellungskosten

Kosten die einem Unternehmer für die vollständige oder teilweise eigene Herstellung eines Wirtschaftsgutes entstanden sind, gelten als Herstellungskosten. Die Herstellungskosten sind Bewertungsmaßstab für die Berechung der Abschreibung. Zu den Herstellungskosten gehören:

  • Materialkosten,
  • Fertigungseinzelkosten,
  • Sondereinzelkosten,
  • der angemessene Teil der notwendigen Materialgemeinkosten und
  • der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und der Wertverzehr des Anlagevermögens der auf die Fertigung entfällt.

Die Summe dieser Kosten ist die steuerrechtliche Bewertungsuntergrenze. Werden die in § 255 Abs. 2 Satz 4 HGB genannten Gemeinkosten hinzu addiert, wird die steuerrechtliche Bewertungsobergrenze erreicht. Von dieser steuerrechtlichen Bewertungsvorschrift ist die handelsrechtliche Bewertungsvorschrift abzugrenzen.

Herstellungskosten können auch nachträglich entstehen. Dies ist zum Beispiel bei Instandsetzung eines abgenutzten oder verbrauchten Wirtschaftsgutes möglich oder wenn der bisherige Zustand eines Wirtschaftsgutes so geändert wird, dass sich die Zweckbestimmung des Wirtschaftsgutes ändert.

Bei Gebäuden gehören folgende Aufwendungen zu den Herstellungskosten:

  • Erdarbeiten,
  • Zahlungen an Bauhandwerker,
  • Kosten für die Baugenehmigung,
  • Kosten für die Bauabnahme,
  • Honorare für Architekten und Statiker,
  • Fahrtkosten zur Baustelle,
  • Kosten für Umzäunungen,
  • Kosten für Anschlüsse von Strom, Wasser, Gas, und Abwasser.

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Häusliches Arbeitszimmer

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer werden nur dann steuerlich anerkannt, wenn:

  • Wohnung und Arbeitszimmer räumlich voneinander getrennt sind,
  • dem Steuerpflichtigen und seiner Familie ein ausreichendes Raumangebot für seine privaten Wohnbedürfnisse verbleibt
  • das Arbeitszimmer fast ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird (so gut wie keine private Nutzung) und
  • (ab 1.1.2007) das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet.

Das Arbeitzimmer darf nur ausschließlich oder fast ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden. Wichtige Indizien für die berufliche Nutzung gibt die Ausstattung des Raumes. Im Arbeitszimmer sollten sich keine Gegenstände befinden die auf eine private Nutzung schließen lassen.
Aufwendungen für das Arbeitszimmer sind unbegrenzt abzugsfähig, wenn das Arbeitszimmer Mittelpunkt der betrieblichen bzw. beruflichen Tätigkeit ist. Dies ist zum Beispiel bei einer schriftstellerischen Tätigkeit gegeben. Bis zum 31.12.2006 waren begrenzt Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abzugsfähig, wenn die berufliche Tätigkeit zu mehr als 50 Prozent im Arbeitszimmer ausgeübt wird. Beispiel: Ein Designer arbeitet nur für zwei Tage in der Woche in der Werbeagentur. Die restlichen drei Tage in der Woche übt er seine Tätigkeit zu Haus aus. In diesem Fall wird ein Betrag von maximal 1.250 € anerkannt. Bei eine beruflichen Nutzung unter 50 Prozent können Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten/ Betriebsausgaben berücksichtigt werden. Dieser begrenzte Abzug ist jedoch ab dem 1.1.2007 weggefallen. Danach können ab 2007 vorrangig nur noch „Homeoffice“ Arbeiter ein Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. So gehen ab 2007 Lehrer leer aus, denn das Arbeitszimmer bildet nicht den Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit.

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