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Steuerlexikon G

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Begriffe

  1. Gebäudeabschreibung
  2. Gehaltsumwandlung
  3. Geldwerter Vorteil
  4. Geringfügige Beschäftigung
  5. Geringwertige Wirtschaftsgüter
  6. Geschenke
  7. Geschäftsführer/ Haftung
  8. Geschäftsführergehalt
  9. Gesellschaft bürgerlichen Rechts
  10. Gesellschaft mit beschränkter Haftung
  11. Gesellschafter-Geschäftsführer
  12. Gewerbebetrieb
  13. Gewerbesteuer
  14. Gewinn- und Verlustrechnung
  15. Gewinnausschüttung
  16. Gewinnermittlung
  17. Grunderwerbsteuer
  18. Grundsteuer

Gebäudeabschreibung

Ausgangspunkt für die Berechnung der Gebäudeabschreibung sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten für das Gebäude. Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören die anteiligen Grundstückskosten. Entfallen Kosten auf die Einheit von Grundstück und Gebäude, so sind die Kosten aufzuteilen. Beispiel: Maklerprovisionen, Notargebühren müssen zum Teil dem Gebäude und zum Teil dem Grundstück zugerechnet werden. Wurde im Kaufvertrag der Gebäudewert nicht vom Grundstück getrennt, ist für die Abschreibung eine Aufteilung vorzunehmen. Der Wert des Grundstückes kann dabei an Hand von Bodenrichtwertkarten ermittelt werden. Informationen zu den Bodenrichtwerten geben die Bewertungsstellen des Finanzamts.

Wird ein Gebäude unterschiedlich genutzt, existieren selbstständige Gebäudeteile die auch selbstständig abschreibungsfähig sind. Dabei können unterschiedliche Abschreibungsmethoden zur Anwendungen kommen. In den Einkommensteuerrichtlinien werden folgende selbstständige Nutzungen unterschieden:

  • Nutzung zu eigenen Betriebszwecken,
  • Vermietung für fremde Betriebszwecke,
  • Vermietung zu fremden Wohnzwecken und
  • Nutzung zu eigenen Wohnzwecken.

Mietwohngebäude können seit dem 1.1.2006 nur noch linear mit 2 Prozent abgeschrieben werden. Zuvor war eine degressive Abschreibung möglich. Letztmalig kann die degressive Abschreibung für Gebäude angewendet werden, die auf Grund eines nach dem 31.12.2003 gestellten Bauantrages oder eines nach dem 31.12.2003 rechtswirksam abgeschlossenen Vertrages angeschafften worden waren. Der Abschreibungssatz beträgt im Jahr der Fertigstellung und in den 9 folgenden Jahren 4 Prozent, in den darauf folgenden 8 Jahren 2,5 Prozent und in den 32 folgenden Jahren 1,25 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Abschreibung ist vorzunehmen sobald das Gebäude angeschafft oder hergestellt (fertig gestellt) ist.

Gebäude die zum Betriebsvermögen gehören und keinen Wohnzwecken (Bauantrag nach dem 31.3.1985) dienen, können linear mit 4 Prozent abgeschrieben werden. Erfolgte die Anschaffung bzw. Herstellung nach dem 31.12.2000, beträgt der Abschreibungssatz 3 Prozent.

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Gehaltsumwandlung

Bei einer Gehaltumwandlung erfolgt eine Umwandlung von Arbeitslohn in steuerbegünstigte Zuschüsse. Ist der Arbeitgeber nicht in der Lage oder nicht bereit steuerlich begünstigte Leistungen zusätzlich in Form von Zuschüssen zum Arbeitslohn zu erbringen, dann kann alternativ eine Gehaltsumwandlung erfolgen. Der Gehaltsumwandlung liegt eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu Grunde.

Im Rahmen einer Gehaltsumwandlung kann der Arbeitgeber Zuschüsse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zahlen. Das gleiche gilt für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Seit dem 1.1.2002 kann der Arbeitgeber zudem eine Umwandlung von Barlohn in Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge verlangen.

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Geldwerter Vorteil

Als geldwerter Vorteil wird der Vorteil bezeichnet, der einem Arbeitnehmer aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit zufließt, ohne dass es sich um ein Arbeitsentgelt handelt. Beispiel: Kann ein Arbeitnehmer den Firmenwagen auch für private Zwecke nutzen, dann gilt der private Nutzungsanteil als geldwerter Vorteil.

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Geringfügige Beschäftigung

Eine geringfügige Beschäftigung liegt vor, wenn

  • das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 400 € nicht übersteigt (Mini-Job) oder
  • die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt oder im Voraus vertraglich begrenzt ist, es sei denn, dass die Beschäftigung berufsmäßig ausgeübt wird und ihr Entgelt 400 € im Monat übersteigt (kurzfristige Beschäftigung).

Mini-Jobs (geringfügig entlohnte Beschäftigte)

Die versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungen wurde zum 1.4.2003 grundlegend geändert. Dabei beträgt die Geringfügigkeitsgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungen 400 € im Monat. Die Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit ist unbedeutend.
Pauschalbeitragssätze
Der Arbeitgeber hat bei den geringfügig entlohnten Beschäftigungen die Pauschalbeiträge allein zu tragen. Dabei beträgt der Pauschalbeitragssatz seit 1.7.2006 zur Krankenversicherung 13 % und zur Rentenversicherung 15 %. Werden Pauschalbeiträge oder Aufstockungsbeiträge zur Rentenversicherung gezahlt, kann der Arbeitgeber eine Pauschsteuer in Höhe von 2 % entrichten. Das Arbeitsentgelt ist dann nicht mehr individuell zu versteuern. Die Pauschsteuer wird anstelle der Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlages und ggf. der Kirchensteuer erhoben. Vom Finanzamt wird keine Freistellungsbescheinigung erstellt.
Zusammenrechnung mehrerer geringfügig entlohnter Beschäftigungen
Mehrere geringfügig entlohnte Beschäftigungen werden zusammengerechnet. Die maßgebende Entgeltgrenze beträgt 400 €. Bei der Zusammenrechnung von geringfügig entlohnten Beschäftigungen mit einer versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung bleibt die erste geringfügig entlohnte Beschäftigung versicherungsfrei. Jede weitere geringfügig entlohnte Beschäftigung wird durch die Zusammenrechnung mit der versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung versicherungspflichtig. Diese Regelung findet jedoch nur in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung Anwendung.
In der Arbeitslosenversicherung werden Hauptbeschäftigungen nicht mit geringfügig entlohnten Beschäftigungen zusammengerechnet. Die geringfügig entlohnten Beschäftigungen bleiben in der Arbeitslosenversicherung versicherungsfrei.

Kurzfristige Beschäftigungen

Die Versicherungsfreiheit kurzfristiger Beschäftigungen wird durch die geltenden Neuregelungen nicht berührt. Damit gilt für die Versicherungsfreiheit kurzfristiger Beschäftigungen maßgebende Zeitgrenze von 2 Monaten bzw. 50 Arbeitstagen unverändert weiter. Allerdings wird hierbei nicht mehr auf das Zeitjahr, sondern auf das Kalenderjahr abgestellt, d. h., dass eine kurzfristige Beschäftigung nur dann vorliegt, wenn die Beschäftigung innerhalb eines Kalenderjahres auf längstens 2 Monate oder 50 Arbeitstage begrenzt ist.
Pauschalbeiträge sind für kurzfristige Beschäftigungen nicht zu entrichten.
Einzugsstelle: Bundesknappschaft
Für die Durchführung des Beitrags- und Meldeverfahrens für geringfügig Beschäftigte ist die Bundesknappschaft – Minijob-Zentrale – in 45115 Essen (Hotline: 01801/20 05 04) zuständig. Dies bedeutet, dass die Bundesknappschaft den Gesamtbetrag von 30 % (einschließlich der Pauschsteuer) erhält.
Auch Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung – bei Verzicht auf die Rentenversicherungsfreiheit – sind an diesen Träger abzuführen.
Die Bundesknappschaft erhält auch sämtliche Meldungen für geringfügig entlohnte sowie für kurzfristig Beschäftigte. Im Übrigen ist die Bundesknappschaft bei allen geringfügig Beschäftigten für die Durchführung der Lohnfortzahlungsversicherung (Erstattungs- und Umlageverfahren) zuständig, unabhängig davon, welcher Krankenkasse der geringfügig Beschäftigte angehört.

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Geringwertige Wirtschaftsgüter

Rechtslage bis 31.12.2007:

Liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Wirtschaftsgutes nicht über 410 € (ohne Mehrwertsteuer), dann kann das Wirtschaftsgut im Jahr seiner Herstellung oder Anschaffung vollständig abgeschrieben werden. Sofort abschreibungsfähig sind jedoch nur abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter. Damit scheidet eine sofortige Abschreibung von Rechten, Lizenzen und Patenten aus. Des Weiteren wird gefordert, dass das Wirtschaftsgut selbständig nutzbar ist. Somit kann bei Anschaffung eines Personalcomputers, eines Modems und eines Druckers keine Trennung zwischen den einzelnen Wirtschaftsgütern vorgenommen werden, vielmehr sind sie nur in ihrer Gesamtheit zu beurteilen.

Geringwertige Wirtschaftsgüter müssen in ein laufend geführtes Verzeichnis aufgenommen werden. Im Verzeichnis muss der Tag der Anschaffung/ Herstellung, die Kosten der Anschaffung/ Herstellung und die genaue Bezeichnung des Wirtschaftsgutes vermerkt werden. Betragen die Anschaffungskosten/ Herstellungskosten (ohne Vorsteuer) des Wirtschaftsguts nicht mehr als 60 €, so muss keine Aufnahme in das Verzeichnis erfolgen.

Rechtslage ab 1.1.2008:

Bei Steuerpflichtigen mit Gewinneinkünften ist ein Sofortabzug bei selbstständig nutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens erforderlich, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten jeweils 150 € nicht übersteigen. Auf die bisherigen besonderen Aufzeichnungspflichten wird vollständig verzichtet.
Bewegliche abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 150 € und 1.000 € sind künftig einem jahrgangsbezogenen Sammelposten einzustellen. Dieser Sammelposten ist über eine Dauer von 5 Jahren gleichmäßig verteilt gewinnmindernd aufzulösen. Abgesehen von der buchmäßigen Erfassung des Zugangs des jeweiligen Wirtschaftsguts bestehen keine weiteren Dokumentationspflichten. Die Einbeziehung der Wirtschaftsgüter in einen Sammelposten bedingt eine zusammenfassende Behandlung der einzelnen Wirtschaftsgüter. In der Folge wirken sich Vorgänge nicht aus, die sich nur auf das einzelne Wirtschaftsgut beziehen. Durch Veräußerungen, Entnahmen oder Wertminderungen wird der Wert des Sammelpostens nicht beeinflusst.
Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten 410 € nicht übersteigen, können nur noch bei Überschusseinkünften im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben werden.

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Geschenke

Geschenke (auch Zuwendungen genannt) an den Arbeitnehmer im Wert von bis zu 40 € pro Monat unterliegen nicht der Besteuerung. Wird diese Freigrenze jedoch überschritten, muss der Arbeitnehmer die gesamten Zuwendungen versteuern. Das Geschenk des Arbeitgebers gilt dann als steuerpflichtiger Arbeitslohn. Zuwendungen an den Arbeitnehmer sind unabhängig von Betrag immer als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Betrieblich veranlasste Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer sind (z.B. Geschäftsfreunde), können seit 2004 nur noch bis zu 35 € bezogen werden. Bei Überschreitung dieser Freigrenze sind der Vorsteuerabzug und der Betriebsausgabenabzug ausgeschlossen.

Geschenke an betriebsfremde Personen können grundsätzlich nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden, da hier eine betriebliche Veranlassung fehlt. Aufwendungen für Geschenke müssen einzeln und getrennt von den anderen Betriebsausgaben aufgezeichnet werde, sonst wird der Betriebsausgabenabzug versagt.

Nicht als Geschenke gelten Zuwendungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer bei bestimmten Anlässen. Diese Anlässen sind zum Beispiel bei der Hochzeit (Heiratsbeihilfen) des Arbeitnehmers oder bei der Geburt eines Kindes (Geburtsbeihilfen) gegeben.

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Geschäftsführer/ Haftung

Die Haftung des Geschäftsführers erstreckt sich auf das Innenverhältnis und auf das Außenverhältnis. Im Innenverhältnis können sich Haftungsansprüche gegenüber der Gesellschaft oder den Gesellschaftern ergeben. Im Außenverhältnis besteht eine Haftung gegenüber Dritten wie Gläubigern oder öffentlichen Institutionen.

Innenverhältnis:

  • Gesellschaft: Schadensersatzansprüche aufgrund schuldhafter Verletzung der Sorgfaltspflicht, Ansprüche aus schuldhafter Unterlassung des Konkurs- oder Vergleichsantrags, Ansprüche aus falschen Angaben bei Gründung der Gesellschaft oder bei Kapitalerhöhung sowie Haftung aufgrund unerlaubter Handlungen des Geschäftsführers (z.B. Untreue).
  • Gesellschafter: Haftungsansprüche entstehen bei verbotener Auszahlung von Stammkapital und Ausschüttungen.

Außenverhältnis:

  • gegenüber Dritten: Kommt nur selten in Betracht, zum Beispiel bei Verschulden bei Vertragsverhandlungen oder bei falscher Firmierung.
  • gegenüber öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen: Steuerrechtliche Verpflichtungen - Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten, Aufbewahrungspflichten und die Verpflichtung zur Abgabe der Steuererklärung, sozialversicherungsrechtliche Pflichten - ordnungsgemäße Abführung der Sozialversicherungsbeiträge, Haftung bei Verletzung von Immaterialgüterrechten - unter anderem Wettbewerbsrechte.

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Geschäftsführergehalt

Sind Gesellschafter als Geschäftsführer für ihre GmbH tätig, unterliegen die Vergütungen dem Fremdvergleich. Danach ist zu prüfen, ob auch ein fremder Geschäftsführer, der keine Beteiligung an der GmbH hält, diese Entlohnung für seine Tätigkeit erhalten hätte.

In zahlreichen Rechtsprechungen wurde zur Angemessenheit einer Geschäftsführervergütung Stellung genommen. So hat das Niedersächsische Finanzgericht am 21.9.1999 entschieden, dass das Geschäftsführergehalt bei besonders großem Arbeitseinsatz angemessen ist, wenn es drei Viertel des Geschäftserfolgs der Gesellschaft beträgt. Der Bundesfinanzhof vertritt demgegenüber keine feste Regel, die die Angemessenheit des Geschäftsführergehalts beziffert. Vielmehr sei die Angemessenheit im Einzelfall zu beurteilen. Bei der Beurteilung seien folgende Sachverhalte zu berücksichtigen:

  • Art und Umfang der Tätigkeit,
  • Geschäftsführervergütungen in gleichartigen Betrieben,
  • Ertragsaussichten des Unternehmens,
  • Verhältnis des Geschäftsführergehalts zum Gesamtgewinn sowie zur verbleibenden Kapitalverzinsung.

Zudem wurde in zahlreichen Urteilen der Finanzgerichte darauf verwiesen, dass das Geschäftsführergehalt nicht den gesamten Unternehmensgewinn umfassen darf. Vielmehr müsse ein Viertel des Unternehmensgewinns bei der Gesellschaft verbleiben.

Bei der Überprüfung der Angemessenheit des Geschäftsführergehalts werden folgende Gehaltsbestandteile mit berücksichtigt:

  • Festgehalt,
  • Zusatzvergütungen (z.B. Tantiemen, Gratifikationen),
  • Pensionszusagen,
  • Sachbezüge.

Die einzelnen Gehaltsbestandteile sowie die Gesamtvergütung müssen angemessen sein.

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Gesellschaft bürgerlichen Rechts

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist ein Zusammenschluss mehrerer Personen zur Förderung eines gemeinsamen Zwecks. An einer GbR können natürliche Personen, juristische Personen (z.B. Kapitalgesellschaften) aber auch Personengesellschaften beteiligt sein. Die GbR gehört zu den Personengesellschaften. Übt sie ein Handelsgewerbe aus oder ist sie im Handelsregister eingetragen, wird die GbR automatisch zu einer Offenen Handelsgesellschaft (OHG).

Personengesellschaften gehören nicht zu den juristischen Personen und haben damit keine eigene Rechts- und Geschäftsfähigkeit. Daher wird nicht die jeweilige Personengesellschaft zur Einkommensteuer veranlagt wird, sondern die einzelnen Gesellschafter der Personengesellschaft. Am Ende eines Geschäftsjahres ist der Gewinn der Gesellschaft festzustellen und den einzelnen Gesellschaftern zuzurechnen. Bei den einzelnen Gesellschaftern führt diese Gewinnzurechnung zu Einkünften aus Gewerbebetrieb.

Personengesellschaften sind fast immer gewerblich tätig (Ausnahme: Partnerschaftsgesellschaft an der keine berufsfremde Person beteiligt ist) und unterliegen daher mit ihrem Gewinn der Gewerbesteuer, insofern keine Befreiung von der Gewerbesteuer greift. Der Gewerbesteuer unterliegt die Personengesellschaft. Grundlage für die Berechnung der Gewerbesteuer ist der nach den Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes ermittelte Gewinn. Dieser wird um Hinzurechnung nach § 8 GewStG erhöht und um Kürzungen nach § 9 GewStG vermindert. Greift keine Steuerbefreiung unterliegen die getätigten Umsätze der Personengesellschaft der Umsatzsteuer.

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Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft die als Einmanngesellschaft (nur ein Gesellschafter) geführt werden kann. Sie wird per Gesellschafterbeschluss gegründet und ist in das Handelsregister einzutragen. Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Stammeinlage, die mindestens 25.000 € betragen muss, beschränkt.

Kapitalgesellschaften gehören zu den juristischen Personen und sind damit selbstständig rechts- und geschäftsfähig. Sie können zum Beispiel selbstständig Klage einreichen, mit ihren Gesellschaftern Verträge abschließen (Arbeitsvertrag, Darlehensvertrag, Mietvertrag) und werden zur Besteuerung veranlagt. Mit ihrem Gewinn unterliegt die Kapitalgesellschaft der Körperschaftsteuer. Sie ist unbeschränkt steuerpflichtig, wenn sie ihren Sitz und ihre Geschäftsleitung im Inland hat.

Kapitalgesellschaften sind kraft Rechtsform gewerblich tätig. Greift keine Steuerbefreiung, unterliegt die Kapitalgesellschaft der Gewerbesteuer. Hierbei kommt kein Staffeltarif und kein Freibetrag wie bei der Personengesellschaft zur Anwendung. Im Vergleich zu einer Personengesellschaft ergibt sich zwangsläufig eine höhere gewerbesteuerliche Belastung. Werden Immobilien/ Grundstücke in die Kapitalgesellschaft eingebracht, unterliegt die Einbringung der Grunderwerbsteuer, da es zu einem Rechtsträgerwechsel kommt.

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Gesellschafter-Geschäftsführer

Wird der Gesellschafter einer GmbH als Geschäftsführer für die GmbH tätig, so nimmt er die Position eines Gesellschafter-Geschäftsführers ein. Der Gesellschafter steht dann in einem abhängigen Arbeitsverhältnis und erzielt Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Die Vergütungen, die ein Gesellschafter-Geschäftsführer für seine Tätigkeit erhält, müssen angemessen sein und einem Fremdvergleich standhalten. Danach ist zu prüfen, ob auch ein fremder Geschäftsführer, der keine Beteiligung an der GmbH hält, diese Entlohnung für seine Tätigkeit erhalten hätte.

Bei der Überprüfung der Angemessenheit des Geschäftsführergehalts werden folgende Gehaltsbestandteile mit berücksichtigt:

  • Festgehalt,
  • Zusatzvergütungen (z.B. Tantiemen, Gratifikationen),
  • Pensionszusagen und
  • Sachbezüge.

Dabei müssen die einzelnen Gehaltsbestandteile sowie die Gesamtvergütung angemessen sein. Damit die Vergütungen des Gesellschafter-Geschäftsführers als Betriebsausgaben berücksichtigt werden können, muss zuvor ein Anstellungsvertrag abgeschlossen werden. In diesem muss klar und eindeutig formuliert werden, welche Vergütungen der Gesellschafter-Geschäftsführer erhält. Fehlen diese Vereinbarungen, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor.

Für einen beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführer sind die Arbeitgeber-Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung nicht steuerbefreit.

Praxistipp:

Falls Gesellschafter-Geschäftsführer aus betrieblichen Gründen keinen Urlaub nehmen können, ist eine Entschädigungszahlung für entgangenen Urlaub möglich (BFH-Urteil vom 28.1.2004, Aktenzeichen: I R 50/03).

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Gewerbebetrieb

Als Gewerbebetrieb gilt jede

  • selbständige nachhaltige Betätigung,
  • die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und
  • sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt.

Dabei darf weder eine land- und forstwirtschaftliche noch eine freiberufliche Tätigkeit ausgeübt werden. Ein Gewerbebetrieb liegt, wenn seine Voraussetzungen im Übrigen gegeben sind, auch dann vor, wenn die Gewinnerzielungsabsicht nur ein Nebenzweck ist. Kapitalgesellschaften gelten bereits kraft Rechtsform als Gewerbebetriebe.

Liegt ein Gewerbebetrieb vor, unterliegt der Gewinn auch der Gewerbesteuer.

So genannte doppelt ansässige Gesellschaften sind im Inland voll rechtsfähig. Auf die Eintragung im deutschen Handelregister kommt es nicht an. (Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 20.5.2005) Mit diesem Erlass kam es zu einer Änderung der Verwaltungsauffassung. Bisher galt, dass eine nach den Recht eines anderen EU-Staates gegründete Gesellschaft mit Geschäftsleitung im Inland erst mit Eintragung in das deutsche Handelsregister ihre Rechtsfähigkeit im Inland erlangt.

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Gewerbesteuer

Der Gewerbesteuer unterliegt der um Kürzungen verminderte und um Hinzurechnungen erhöhte Gewinn des Gewerbebetriebes. Das Steueraufkommen aus der Gewerbesteuer steht den Gemeinden zu, in denen sich der Sitz bzw. die Betriebsstätte des Gewerbebetriebes befindet. Der Höhe der Gewerbesteuer kann durch die Gemeinden beeinflusst werden, da die zur Anwendung kommenden Hebesätze von den Gemeinden festgesetzt werden. Grundsätzlich unterliegen Personenunternehmen einer geringeren Gewerbesteuer, da ihr Gewerbeertrag vor Festsetzung der Gewerbesteuer um einen Freibetrag von 24.500 € gekürzt wird. Zudem kommt bei ihnen eine geringere Steuermesszahl zur Anwendung, wenn der Gewerbeertrag bestimmte Grenzwerte nicht überschreitet (Staffeltarif).

Höhe des Gewerbeertrags

anzuwendende Steuermesszahl

für die ersten 12.000 €

1%

für die weiteren 12.000 €

2%

für die weiteren 12.000 €

3%

für die weiteren 12.000 €

4%

für alle weiteren Beträge

5%

Die Steuermesszahl bei Kapitalgesellschaften beträgt vom 1. € an 5 %.
Die Gewerbesteuer wird wie folgt ermittelt (vereinfachte Darstellung):

laufender Gewinn des Gewerbebetriebs

+ Hinzurechnungen

- Kürzungen

- Gewerbeverlust

= Gewerbeertrag (ist abzurunden auf volle Hunderter)

- Freibetrag (24.500 €/ nur bei Personengesellschaften)

= Grundlage zur Ermittlung des Steuermesszahl

x Steuermesszahl

x Hebesatz der Gemeinde

= Gewerbesteuer

Ab dem 1.1.2004 sind Gemeinden verpflichtet eine Gewerbesteuer zu erheben. Der Mindesthebesatz beträgt dabei 200 Prozent.
Ab dem 1.1.2008 ergeben sich bzgl. der Gewerbesteuer einige Änderungen:

  • die Gewerbesteuer ist keine Betriebsausgabe mehr,
  • der Staffeltarif für Personenunternehmen entfällt,
  • die Gewerbesteuermesszahl beträgt einheitlich 3,5 % und
  • die Gewerbesteuer wird bei der Einkommensteuer mit einem Faktor von 3,8 des Steuermessbetrags angerechnet.

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Gewinn- und Verlustrechnung

Zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres müssen Steuerpflichtige, die zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet sind, eine Gewinn- und Verlustrechnung erstellen. Hierbei kommt es zur Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen des Geschäftsjahres. Zusammen mit der Bilanz bildet die Gewinn- und Verlustrechnung den Jahresabschluss. Sie ist zudem ein Abschluss der Erfolgskonten. Der Steuerpflichtige muss die jährlichen Steuerklärung, die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung beim zuständigen Finanzamt einreichen.

Die Gewinn und Verlustrechnung ist in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren oder nach dem Umsatzkostenverfahren aufzustellen. Hierbei sind die in § 275 Abs. 2 HGB genannte Gliederungspunkte einzuhalten. Erleichterungen werden kleinen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften gewährt.

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Gewinnausschüttung

Zu den Gewinnausschüttungen zählen unter anderem: Dividenden aus Aktienbesitz oder aus dem Besitz von Anteilen an einer GmbH und Gewinnanteile an einer Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft. Zu einer Gewinnausschüttung kann es aufgrund eines Gewinnverteilungsbeschlusses kommen oder aufgrund der Erzielung eines Vermögensvorteils der seine Ursache im Gesellschaftsverhältnis hat. Im ersten Fall liegt eine offene Gewinnausschüttung vor. Im zweiten Fall liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor.

Gewinnausschüttungen sind als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erfassen und unterliegen der Einkommensteuer.
Bis zum 31.12.2008 unterliegt aufgrund des Halbeinkünfteverfahrens nur die Hälfte des Dividendenertrags bzw. der Gewinnausschüttung der Besteuerung. Das Besteuerungsverfahren belastet Dividendenerträge bereits beim ausschüttenden Unternehmen definitiv mit 25 Prozent Körperschaftsteuer. Zum Ausgleich müssen Anteilseigner nur noch die Hälfte ihrer Dividendenerträge versteuern.
Werbungskosten können (zu 50 %) gewinnmindernd geltend gemacht werden.

Gewinnausschüttungen an Privatpersonen ab dem 1.1.2009 unterliegen der allgemeinen Abgeltungssteuer mit 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Das Halbeinkünfteverfahren kommt dann nicht mehr zur Anwendung.

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Gewinnermittlung

Land- und Forstwirtschaft: Besteht keine gesetzliche Buchführungspflicht, ist der Gewinn nach Durchschnittsätzen zu ermitteln. Buchführungspflicht besteht bei einem Wirtschaftswert von mehr als 25.000 € oder einem Gewinn von mehr als 30.000 €.
Freiberufler: Freiberufler müssen keine Bilanz aufstellen und sind grundsätzlich nicht zur Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich verpflichtet. Sie können ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, freiwillig jedoch auch durch Betriebsvermögensvergleich.
Gewerbebetrieb: Gewerbliche Unternehmen (gleiches gilt für Land- und Forstwirte) müssen ihren Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich ermitteln, wenn der Betrieb eine der nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Umsätze einschließlich der steuerfreien Umsätze von mehr als 500.000 € (bis zum 31.12.2006: 350.000 €) im Kalenderjahr,
  • einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 € (bis 31.12.2007: 30.000 €) im Wirtschaftsjahr.

Des Weiteren kann sich aus handelsrechtlichen Vorschriften eine Verpflichtung zur Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich ergeben. So ist bereits eine GmbH kraft Rechtsform zur Aufstellung einer Bilanz verpflichtet. Muss der Gewinn nicht durch Betriebsvermögensvergleich ermittelt werden, kann eine Gewinnermittlung durch die Einnahmen-Überschuss-Rechnung erfolgen.

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Grunderwerbsteuer

Die Grunderwerbsteuer entsteht mit dem Erwerb eines Grundstückes. Dabei muss es zu einem Eigentümerwechsel kommen. Der Grunderwerbsteuer unterliegen folgende Erwerbsformen:

  • Grundstückskäufe,
  • der Tausch von Grundstücken,
  • der Übergang von Grundbesitz im Rahmen von Gesellschaftsverträgen (z.B. mit Einbringung eines Grundstückes in eine GmbH, kommt es zum Rechtsträgerwechsel und es fällt Grunderwerbsteuer an),
  • Übertragung von Anteilen an Personengesellschaften mit Grundbesitz,
  • bei Auflösung einer Gesellschaft und
  • bei Enteignung.

Von der Grunderwerbsteuer sind folgende Erwerbsvorgänge befreit:

  • Grundstückserwerb zwischen Ehegatten,
  • der Erwerb eines Grundstückes durch in gerader Linie Verwandte des Veräußerers,
  • der Erwerb eines zum Nachlass gehörenden Grundstücks durch Miterben zur Teilung des Nachlasses und
  • der Erwerb eines geringwertigen Grundstücks (Wert liegt unter 2.500 €).

Die Höhe der Grunderwerbsteuer bemisst sich im Normalfall nach der Gegenleistung. Ist keine Gegenleistung vorhanden, zum Beispiel bei Einbringung eines Grundstückes, ist Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer der Grundbesitzwert. Die Grundsteuer beträgt 3,5 Prozent der Bemessungsgrundlage. Eine Eintragung in das Grundbuch erfolgt erst, wenn die Grundsteuer entrichtet wurde. Das Steueraufkommen aus der Grunderwerbsteuer steht den Ländern zur Verfügung.

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Grundsteuer

Der Grundsteuer unterliegt der im Inland liegende Grundbesitz. Als Grundbesitz gelten:

  • land- und forstwirtschaftliche Betriebe,
  • Betriebsgrundstücke,
  • private Grundstücke,
  • Erbbaurechte,
  • Wohnungs- und Teileigentum sowie Gebäude auf fremden Grund und Boden.

Bezüglich der steuerlichen Bemessungsrundlage ist zwischen folgenden Fällen zu unterscheiden:

  • der Grundbesitz befindet sich in den alten Bundesländern: Bemessungsgrundlage ist der Einheitswert nach den Wertverhältnissen von 1964
  • der Grundbesitz befindet sich in den neuen Bundesländern: Bemessungsgrundlage ist der Einheitswert von 1935
  • Betriebe der Land- und Fortwirtschaft (neue Bundesländer): Bemessungsgrundlage ist der Ersatzwirtschaftswert nach den Wertverhältnissen von 1964
  • Mietwohnungen/ Einfamilienhäuser die vor 1991 in den neuen Bundesländern entstanden sind: Ersatzbemessungsgrundlage ist die Wohn- und Nutzfläche (vgl. § 42 GrStG)

Die Grundsteuer wird in zwei Schritten ermittelt.

  • 1. Festsetzung des Steuermessbetrages durch das Finanzamt. Hierbei wird vom Einheitswert oder vom Ersatzwirtschaftswert ausgegangen.
  • 2. Von der Gemeinde wird auf den Steuermessbetrag der Hebesatz angewendet und die Grundsteuer festgesetzt.

Körperschaften des öffentlichen Rechts, gemeinnützigen Körperschaften und für Öffentlich Private Partnerschaften (ÖPP-Beschleunigungsgesetz, am 8.9.2005 in Kraft getreten) wird innerhalb bestimmter Grenzen eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer gewährt.

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