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Steuerlexikon F

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Begriffe

  1. Fahrtenbuch
  2. Familienangehörige
  3. Ferienwohnung
  4. Finanzamt
  5. Finanzgericht
  6. Finanzierungskosten
  7. Firmenwagen
  8. Firmenwert
  9. Fortbildungskosten
  10. Fristen

Fahrtenbuch

Zur Ermittlung des beruflichen und des privaten Nutzungsanteils für ein Fahrzeug ist ein Fahrtenbuch zu führen. Wird der geldwerte Vorteil des privaten Nutzungsanteils eines betrieblichen Fahrzeugs nach der der 1-Prozent-Methode ermittelt, muss für das betriebliche Fahrzeug kein Fahrtenbuch geführt werden.

Das Fahrtenbuch muss folgende Angaben enthalten: Datum und Kilometerstand zu Beginn und zum Ende jeder einzelnen betrieblichen und beruflich veranlassten Fahrt, Reiseziel und bei Umwegen auch die Reiseroute, Reisezweck und aufgesuchte Geschäftspartner.

Für Privatfahrten genügen jeweils Kilometerangaben, für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügt ein kurzer Vermerk im Fahrtenbuch. Anstelle eines Fahrtenbuches kann ein Fahrtenschreiber eingesetzt werden, wenn sich daraus die gleichen Erkenntnisse gewinnen lassen.

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Familienangehörige

Angehörige sind

  • Verlobte,
  • Ehegatte,
  • Verwandte und Verschwägerte gerader Linie,
  • Geschwister,
  • Halbgeschwister (ein gemeinsamer Elternteil),
  • Kinder der Geschwister (Neffen, Nichten),
  • Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten (Schwager, Schwägerin),
  • Geschwister der Eltern,
  • Personen, die durch ein auf längere Dauer angelegtes Pflegeverhältnis mit häuslicher Gemeinschaft wie Eltern und Kind miteinander verbunden sind (Pflegeeltern und Pflegekinder).

Nicht als Angehörige gelten die Kinder der Geschwister zueinander (Cousine, Cousin).

Steuerlich erheblich ist das Verwandtschaftsverhältnis bei Erbschaft oder Schenkung, bei der Eigenheimzulage (unentgeltliche Vermietung an Angehörige) und beim Auskunftsverweigerungsrecht. So unterliegen zum Beispiel nahe Angehörige einer wesentlich geringeren Erbschaft- und Schenkungsteuer.

Praxistipp:

Das Angehörigkeitsverhältnis bleibt auch bei Scheidung bestehen. Wird jedoch ein Verlobtenverhältnis gelöst, besteht keine verwandtschaftliche Beziehung mehr.

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Ferienwohnung

Werden Ferienwohnungen vermietet können Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb entstehen. Bestehen Ähnlichkeiten mit einem Hotelbetrieb (Personal reinigt die Wohnungen und betreut die Gäste), so sind Indizien gegeben die auf eine gewerbliche Tätigkeit schließen lassen. Des Weiteren kann für eine gewerbliche Tätigkeit sprechen, wenn die Wohnung in einem Feriengebiet liegt, eine Feriendienstorganisation für Verwaltung und Vermietung (Werbung) sorgt, die Wohnung immer zur Vermietung zur Verfügung steht oder wenn ein pensionsähnlicher Betrieb vorliegt. Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb unterliegen neben der Einkommensteuer / Körperschaftsteuer regelmäßig auch der Gewerbesteuer.

Sind die Voraussetzungen für eine gewerbliche Tätigkeit nicht gegeben, werden Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung erzielt. Dabei ist zu beachten, dass bei zeitweiser Selbstnutzung der Ferienwohnung entstandene Werbungskosten nicht zu 100 Prozent angesetzt werden können. Vielmehr ist dann festzustellen, in welchen Zeiten eine Vermietung erfolgte. Hierzu gehören auch Leerstandszeiten. Nur für diese Zeiträume können die Werbungskosten anteilig geltend gemacht werden.

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Finanzamt

Das Finanzamt ist für das gesamte Besteuerungsverfahren zuständig. Hierzu gehören die Steuerveranlagung, die Steuererhebung aber auch die Vollstreckung der Steuerschuld. Welches Finanzamt für den Steuerpflichtigen zuständig ist, richtet sich nach dem Wohnsitz des Steuerpflichtigen beziehungsweise nach dem Sitz der Geschäftsleitung.

Praxistipp:

Die Internetadresse www.finanzamt.de informiert über die einzelnen Finanzämter sowie über die zuständigen Finanzgerichte.

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Finanzgericht

Jedes Bundesland verfügt über mindestens ein Finanzgericht. Bei einem Rechtsstreit in Steuersachen ist zuerst das Finanzgericht des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Erst in zweiter Instanz, wenn die Entscheidung zur Revision zugelassen wurde, kann dem Bundesfinanzhof die Rechtssache zur Entscheidung vorgelegt werden.

Ein Finanzgericht verfügt über einen Präsidenten, einen Vorsitzenden und weitere Richter. Die vom Finanzgericht gebildeten Senate treffen ihre Entscheidungen mit drei Berufsrichtern und zwei ehrenamtlichen Richtern. Bei Beschlüssen und Vorbescheiden wirken die ehrenamtlichen Richter nicht mit.

Der Bundesfinanzhof hat seinen Sitz in München und ist das höchste Gericht in Steuersachen. Auch hier werden Senate gebildet, die in der Besetzung von fünf Richtern über Revisionsentscheidungen urteilen und in der Besetzung von drei Richtern Beschlüsse fassen. Der Große Senat besteht aus dem Präsidenten und sechs Richtern, zudem werden von den jeweils beteiligten Senaten je ein Richter entsandt. Der Große Senat wird zur Urteilsfindung einberufen, wenn die einzelnen Senate abweichende Urteile gefällt haben, die Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung sind und wenn das Urteil des Großen Senats zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und zur Fortbildung des Rechts notwendig ist.

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Finanzierungskosten

Zu den Finanzierungskosten gehören alle Aufwendungen zur Kreditbeschaffung. Die häufigsten Finanzierungskosten sind:

  • Provisionen für die Kreditvermittlung,
  • im Fall einer Hypothek - Kosten für die Grundbucheintragung,
  • ein Disagio,
  • Zinsen.

Finanzierungskosten sind sofort abzugsfähige Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten. Sie mindern damit im Jahr ihrer Entstehung den steuerpflichtigen Gewinn. Dies gilt jedoch nur, wenn die Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften stehen. Beispiel: Der Erwerb einer Immobilie, die vermietet werden soll, wird zum Teil mit einem Kredit finanziert. Die Kreditzinsen sind sofort abzugsfähige Finanzierungskosten.

Wird demgegenüber ein Eigenheim, das ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird, mit einem Kredit finanziert, so sind die Zinsen nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Sie gehören vielmehr zu den nicht abzugsfähigen Aufwendungen der privaten Lebensführung.

Finanzierungskosten (z.B. Zinsen für bereits bestehende Kredite), die der Käufer eines Wirtschaftsgutes (z.B. Immobilie) vom Verkäufer übernimmt, sind Anschaffungskosten und können damit nicht sofort steuerlich geltend gemacht werden.

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Firmenwagen

Wird das Firmenfahrzeug für private Zwecke genutzt, ist der geldwerte Vorteil aus der Nutzungsüberlassung der Lohnsteuer zu unterwerfen. Der geldwerte Vorteil kann nach der Listenpreismethode oder nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt werden.

Listenpreismethode (umgangssprachlich: 1-Prozent-Methode):

Die Höhe des geldwerten Vorteils bestimmt sich danach, für welche Fahrten das Fahrzeug überlassen wird.

  • Für Privatfahrten: Der geldwerte Vorteil ist mit einem Prozent des inländischen Listenpreises des Fahrzeuges anzusetzen.
  • Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Für jeden Entfernungskilometer (nur eine Strecke, Hinweg- oder Rückweg) sind 0,03 Prozent des inländischen Listenpreises des Fahrzeuges anzusetzen.
  • Für Fahrten im Rahmen der doppelten Haushaltführung: Für jeden Entfernungskilometer zwischen Beschäftigungsort und Wohnort (Ort, an dem sich der eigene Hausstand befindet) sind 0,02 Prozent des inländischen Listenpreises anzusetzen.

Fahrtenbuchmethode:

Wird für den Firmenwagen ein Fahrtenbuch geführt, kann der geldwerte Vorteil aus der Nutzungsüberlassung für private Zwecke mit den tatsächlichen Aufwendungen, die für das Fahrzeug entstanden sind, angesetzt werden. Zu den tatsächlichen Aufwendungen zählen: Abschreibung, Reparaturkosten, Kfz-Steuer, Darlehenszinsen, Benzinkosten, Versicherung und Kosten für die eventuelle Unterstellung (Garage) des Fahrzeuges. (Berechnungsbeispiel: siehe Lexikon "Kilometersatz")

Praxistipp:

Der Einzelkostennachweis mittels individuellem Kilometersatz lohnt sich, wenn das betriebliche Fahrzeug zu 30 Prozent oder weniger für private Zwecke genutzt wird. Bevor man sich für ein Methode entscheidet, sollte eine Vergleichsrechnung zwischen Fahrtenbuchmethode und Listenpreismethode durchgeführt werden.

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Firmenwert

Als Firmenwert gilt der Mehrwert der den Substanzwert abzüglich der Schulden übersteigt. Der Firmenwert gehört zu den immateriellen Vermögensgegenständen und verkörpert die Aussicht eines Unternehmens auf zukünftige Gewinne. Der Firmenwert wird durch das Unternehmen gebildet und ist untrennbar mit dem Unternehmen verbunden. Als den Firmenwert bildende Faktoren gelten unter anderem:

  • die Einkaufs- und Absatzorganisation,
  • die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Personals,
  • die Lage einer Unternehmens bzw. eines Geschäftes oder
  • der Bekanntheitsgrad und der Ruf eines Unternehmens.

Wurde der Firmenwert entgeltlich erworben, kann er aktiviert werden (handelsrechtliches Aktivierungswahlrecht). Ein entgeltlich erworbener Firmenwert liegt unter anderen vor, wenn die Gegenleistung beim Kauf eines Unternehmens den Wert der aktiven und passiven Wirtschaftsgüter übersteigt. Nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches müssen Kapitalgesellschaften den Firmenwert gesondert ausweisen. Für kleine Kapitalgesellschaften besteht die Möglichkeit den Firmenwert unter "Immaterielle Vermögensgegenstände" zu aktivieren. Wurde der Firmenwert selbst geschaffen und damit nicht entgeltlich erworben, darf eine Aktivierung nicht erfolgen.

Nach steuerrechtlichen Bestimmungen ist der entgeltlich erworbene Firmenwert zu aktivieren (steuerrechtliche Aktivierungspflicht). Der Firmenwert gehört zu den abnutzbaren Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens und ist mit einer Nutzungsdauer von 15 Jahren abzuschreiben.

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Fortbildungskosten

Eine Fortbildung liegt vor, wenn eine Weiterbildung in einem bereits ausgeübten Beruf erfolgt. Kosten die zum Beispiel einem leitenden Angestellten für den Besuch eines Managementseminares entstehen, sind Fortbildungskosten. Von diesen Kosten sind die Ausbildungskosten abzugrenzen.

Fortbildungskosten können bei den Einnahmen aus unselbständiger Arbeit als Werbungskosten abgesetzt werden. Erstattet der Arbeitgeber entstandene Fortbildungskosten, so können diese steuerfrei vereinnahmt werden. Der Werbungskostenabzug entfällt jedoch in diesem Fall. Für die steuerliche Anerkennung der Fortbildungskosten ist eine Darlegung des beruflichen Zusammenhangs, eine Zustimmungsbescheinigung vom Arbeitgeber oder eine Freistellung von der beruflichen Tätigkeit durch den Arbeitgeber von Vorteil. Zudem sollte eindeutig dargelegt werden, dass die Fortbildung ganz überwiegend im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers erfolgt. Ansonsten droht die Umqualifizierung der erstatteten Fortbildungskosten in Arbeitslohn.

Typische Fortbildungskosten sind zum Beispiel: Kursgebühren, Fahrtkosten, Kopierkosten, Verpflegungsmehraufwand (bei einer Abwesenheit von über 8 Stunden) und Übernachtungskosten. Reisekosten (Fahrtkosten, Verpflegungsmehraufwand, Übernachtungskosten) werden jedoch nur anerkannt, wenn die Fortbildung nicht in der Arbeitsstätte des Steuerpflichtigen erfolgt. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Brandenburg vom 10.4.2003 (Aktenzeichen: 3 K 2837/01) können als Fahrtkosten bei Nutzung des Pkws in den ersten drei Monaten der Fortbildung 0,30 € pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Nach drei Monaten gelte die Entfernungspauschale.

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Fristen

Bei der Abgabe von Steuererklärungen (z. B. Einkommensteuererklärung) oder Umsatzsteuervoranmeldungen (Abgabefrist Umsatzsteuervoranmeldung) sind gesetzliche Fristen zu beachten. Die gesetzliche Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung endet mit dem 31.5. des Folgejahres. Eine Verlängerung der Abgabefrist ist mit entsprechender Begründung (zum Beispiel das Fehlen von Belegen, längere Krankheit) möglich. Es empfiehlt sich, einen schriftlichen Fristverlängerungsantrag an das Finanzamt zu stellen. Meist problemlos wird dann bis zum 30.9. des Folgejahres eine Fristverlängerung gewährt. Ohne Antrag wird eine Fristverlängerung bis zum 30.9. des Folgejahres gewährt, wenn die Steuererklärung durch einen Steuerberater angefertigt wird. In begründeten Fällen kann die Frist auch bis zum 28.2. des übernächsten Jahres und in Ausnahmefällen bis zum 30.4. des übernächsten Jahres verlängert werden.

Besondere Abgabefristen gelten für Land- und Forstwirte deren Wirtschaftsjahr vom Kalenderjahr abweicht. Für diesen Personenkreis endet die Abgabefrist mit dem dritten Monat nach Ablauf ihres Wirtschaftsjahres. Geht das Wirtschaftsjahr eines Landwirts zum Beispiel vom 01.06.2002 bis zum 31.05.2002 so endet für ihn die Abgabefrist am 31.8.2003. Auch Land- und Forstwirte können die Abgabefrist antragsfrei verlängern, wenn die Abgabe der Steuererklärung durch einen Steuerberater erfolgt.

Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, so wird eine Veranlagung zur Einkommensteuer nur durchgeführt, wenn diese beantrag wird. Durch die Abgabe einer Steuererklärung ist der Antrag spätestens bis zum Ablauf des auf den Veranlagungszeitraum folgenden zweiten Kalenderjahres zu stellen. Wird die Einkommensteuerklärung nicht innerhalb dieser Frist abgegeben, ist eine Veranlagung zu Einkommensteuer und damit eine Rückerstattung von zuviel gezahlter Lohnsteuer nicht mehr möglich.

Praxistipp:

Bei Überschreitung der Abgabefrist sollte in jedem Fall eine Fristverlängerung beantragt werden. Ansonsten droht die Festsetzung eines Verspätungszuschlages durch das Finanzamt.

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