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Steuerlexikon D

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Begriffe

  1. Damnum
  2. Darlehen
  3. Darlehen/ Verträge mit Angehörigen
  4. Dauerfristverlängerung
  5. Dienstwagen
  6. Differenzbesteuerung
  7. Direktversicherung
  8. Dividende
  9. Doppelte Buchführung
  10. Doppelte Haushaltsführung

Damnum

Das Damnum ist der Oberbegriff für das Darlehensaufgeld (Agio)/ Darlehensabgeld (Disagio) und ergibt sich aus der Differenz zwischen Rückzahlungsbetrag und Auszahlungsbetrag eines Kredites. Wird somit ein Damnum als Darlehensaufgeld vereinbart, erhöht sich der Rückzahlungsbetrag um das Aufgeld. Als Darlehensabgeld vereinbart, verringert sich der Auszahlungsbetrag um das Abgeld. Das Damnum ist wie eine Zinszahlung zu behandeln. Unterschiedliche steuerliche Konsequenzen ergeben sich für den Darlehensgeber und für den Darlehensnehmer. Zudem ist bei der steuerrechtlichen Beurteilung des Damnum zu unterscheiden, ob es sich um einen privaten oder um einen betrieblichen Kredit handelt.

Damnum (betrieblich):

  • Gewinnermittlung durch Betriebsvermögensvergleich:

Für das Damnum das bei Auszahlung des Kredites einbehalten wurde ist ein Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden. Dieser muss entsprechend der Darlehenslaufzeit aufgelöst werden. Beim Darlehensgeber ergibt sich ein Ertrag (Betriebseinnahme) und beim Darlehensnehmer dem entsprechend ein Aufwand (Betriebsausgabe).

  • Gewinnermittlung durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung:

Beim Darlehensgeber ist das Damnum als Zinseinnahme den Betriebseinnahmen zuzurechnen. Die Einnahme ist bei Zufluss des Geldes zu erfassen. Beim Darlehennehmer liegt eine sofort abzugsfähige Betriebsausgabe vor, die entsprechend dem Abflussprinzip bei Verausgabung des Geldes zu erfassen ist.

Wird mit dem Kredit ein Wirtschaftsgut erworben, gehört das Damnum nicht zu den Anschaffungs-/ Herstellungskosten, sondern zu den Finanzierungskosten.

Damnum (privat):

Der private Darlehensgeber hat das Damnum im Jahr des Zuflusses als Einkünfte aus Kapitalvermögen zu erfassen. Der private Darlehensnehmer kann das Damnum (Kreditzins) nur steuerlich absetzen, wenn es mit der Erzielung von Einkünften im Zusammenhang steht. Dies ist zum Beispiel gegeben, wenn mit diesem Kredit ein Haus zum Zweck der Vermietung erworben wird.

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Darlehen

Darlehensgeber: Beim privaten Darlehensgeber führen Einnahmen (Zins, Disagio, Kreditgebühren) aus der Vergabe eines Darlehens zu Einkünften aus Kapitalvermögen. Für den unternehmerischen Darlehensgeber sind Einahmen aus einem Darlehen Betriebseinnahmen.

Darlehensnehmer: Private aber auch betriebliche Darlehensnehmer können die Ausgaben (Zins, Disagio, Kreditgebühren) für ein Darlehen (aber nicht das Darlehen selbst) steuerlich nur dann geltend machen, wenn sie mit der Erzielung von Einnahmen im Zusammenhang stehen. Bei betrieblichen Darlehensnehmern wird dies regelmäßig der Fall sein. Für sie sind die Darlehenskosten (z.B. Zinsen) als Betriebsausgaben zu erfassen. Beim privaten Darlehensnehmer ist die Erzielung von Einnahmen zum Beispiel gegeben, wenn mit diesem Kredit ein Haus zum Zweck der Vermietung erworben wird oder wenn der für berufliche Zwecke genutzte PKW teilweise oder vollständig kreditfinanziert ist. Für private Darlehensnehmer sind die Zinsen / Disagio als Werbungskosten bei den entsprechenden Einkunftsarten abzugsfähig.

Darlehen unter Angehörigen unterliegen dem Fremdvergleich. Das heißt, die Ausgestaltung und die Durchführung der vertraglichen Vereinbarungen muss dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Hierzu gehören: die Benennung von Laufzeit und Darlehensbetrag, Vergabe von Sicherheiten sowie die Berechnung von Verzugszinsen. Entspricht das Darlehen nicht dem Fremdvergleich, kann die steuerliche Anerkennung der Darlehenskosten versagt werden.

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Darlehen/ Verträge mit Angehörigen

Darlehensverträge mit Angehörigen unterliegen dem Fremdvergleich. Das heißt, die Ausgestaltung und die Durchführung der vertraglichen Vereinbarungen muss dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Halten die vertraglichen Vereinbarungen sowie die Durchführung der Darlehensvergabe diesen Vergleich nicht stand, kann der Darlehensnehmer entstandene Darlehenskosten (z.B. Zinsen) nicht als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben geltend machen.

Ein Darlehensvertrag unter Angehörigen sollte nachfolgende Aspekte berücksichtigen:

  • Die Darlehensvergabe sollte mit schriftlichem Vertrag vereinbart werden. Der Vertrag sollte nachfolgende Angaben enthalten: Darlehenssumme, Darlehenszins, Vergabe von Sicherheiten, Zeitpunkt der Auszahlung und der Rückzahlung (Fälligkeit) des Kredits, Zeitpunkt der Zinszahlung, Datum, Unterschriften der Vertragsparteien, Laufzeit des Kredites, Überziehungszinsen bei verspäteter Zins- oder Tilgungszahlung.
  • Der Darlehensvertrag sollte vor Kreditvergabe verfasst und unterzeichnet und klar sowie eindeutig formuliert werden.
  • Die vertraglichen Vereinbarungen müssen tatsächlich durchgeführt werden. Dazu gehört, dass die Zinszahlungstermine eingehalten werden. Die Zahlung sollte möglichst per Lastschrift oder per Überweisung erfolgen. Zudem muss der Zins pünktlich gezahlt werden und die Tilgung fristgerecht erfolgen. Bei verspäteter Zahlung muss der vereinbarte Überziehungszins geleistet werden.

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Dauerfristverlängerung

Für die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung kann eine Dauerfristverlängerung beantragt werden. Wird eine Dauerfristverlängerung erteilt, kann die Umsatzsteuervoranmeldung einen Monat nach der ursprünglichen Abgabefrist beim Finanzamt eingereicht werden. Welche Abgabefrist für den Unternehmer gilt, richtet sich nach der Höhe seiner Umsätze im Vorjahr oder bei Existenzgründung nach den vom Unternehmer geschätzten Umsätzen. Eine Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung kann monatlich, quartalsweise oder jährlich erfolgen.

Bei Gewährung einer Dauerfristverlängerung müssen Unternehmer die zur monatlichen Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung verpflichtet sind, eine Sondervorauszahlung leisten. Die Höhe der Vorauszahlung richtet sich nach der Summe der Umsatzsteuervorauszahlung des Vorjahres und beträgt 1/11 davon. Beispiel: Bei einer vorjährigen Umsatzsteuerschuld von 330.000 € beträgt die Sondervorauszahlung 30.000 €.

Die Sondervorauszahlung soll den Zinsgewinn einer verspäteten Entrichtung der Umsatzsteuer beim Unternehmen eliminieren. Die Sondervorauszahlung wird erst mit der letzten Umsatzsteuervoranmeldung des Unternehmens durch Abzug von der Umsatzsteuerschuld wieder zurückgezahlt. Die Dauerfristverlängerung ist mit den Vordruck USt 1H beim Finanzamt zu beantragen.

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Dienstwagen

Wird das Firmenfahrzeug für private Zwecke genutzt, ist der geldwerte Vorteil aus der Nutzungsüberlassung der Lohnsteuer zu unterwerfen. Der geldwerte Vorteil kann nach der Listenpreismethode oder nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt werden.

Listenpreismethode (umgangssprachlich: 1-Prozent-Methode):

Die Höhe des geldwerten Vorteils bestimmt sich danach, für welche Fahrten das Fahrzeug überlassen wird.

  • Für Privatfahrten: Der geldwerte Vorteil ist mit 1-Prozent des inländischen Listenpreises des Fahrzeuges anzusetzen.
  • Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Für jeden Entfernungskilometer (nur eine Strecke, Hinweg- oder Rückweg) sind 0,03 Prozent des inländischen Listenpreises des Fahrzeuges anzusetzen.
  • Für Fahrten im Rahmen der doppelten Haushaltführung: Für jeden Entfernungskilometer zwischen Beschäftigungsort und Wohnort (Ort, an dem sich der eigene Hausstand befindet) sind 0,02 Prozent des inländischen Listenpreises anzusetzen.

Fahrtenbuchmethode:

Wird für den Firmenwagen ein Fahrtenbuch geführt, kann der geldwerte Vorteil aus der Nutzungsüberlassung für private Zwecke mit den tatsächlichen Aufwendungen, die für das Fahrzeug entstanden sind, angesetzt werden. Zu den tatsächlichen Aufwendungen zählen: Abschreibung, Reparaturkosten, Kfz-Steuer, Darlehenszinsen, Benzinkosten, Versicherung und Kosten für die eventuelle Unterstellung (Garage) des Fahrzeuges. (Berechnungsbeispiel: siehe Lexikon "Kilometersatz")

Praxistipps:

Der Einzelkostennachweis mittels individuellem Kilometersatz lohnt sich, wenn das betriebliche Fahrzeug zu 30 Prozent oder weniger für private Zwecke genutzt wird. Bevor man sich für ein Methode entscheidet, sollte eine Vergleichsrechnung zwischen Fahrtenbuchmethode und Listenpreismethode durchgeführt werden.

Wenn der Arbeitgeber einen Dienstwagen unter dem Händlereinkaufspreis abgibt, entsteht für den Arbeitnehmer ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil. Der Händlereinkaufspreis sollte mittels "Schwacke-Liste" oder Sachverständigengutachten ermittelt werden. (Bundesfinanzhof, Urteil vom 17.6.2005. Aktenzeichen: VI R 84/04)

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Differenzbesteuerung

Die Differenzbesteuerung ist beim Handel mit bereits gebrauchten beweglichen körperlichen Gegenständen von Bedeutung. Mit ihr soll vermieden werden, dass beim Wiederverkauf auf den gesamten gebrauchten Gegenstand nochmals in voller Höhe Umsatzsteuer berechnet wird.

Für die Anwendung der Differenzbesteuerung wird vorausgesetzt, dass ein Wiederverkauf vorliegt, der Gegenstand im Gemeinschaftsgebiet erworben wurde und der Verkäufer beim Verkauf an Wiederverkäufer keine Umsatzsteuer schuldet oder dass der Verkäufer unter die Differenzbesteuerung fällt. Primär ist, dass beim Erwerb keine Umsatzsteuer angefallen ist. Dies ist zum Beispiel bei Erwerben von Privatpersonen, Kleinunternehmen die nicht zur Umsatzsteuer optiert haben, bei Ärzten oder anderen Berufsgruppen die nicht der Umsatzsteuer unterliegen der Fall. Ein Widerverkäufer ist ein Unternehmer der gewerblich überwiegend Gebrauchsgegenstände erwirbt und selbst wieder verkauft. Dies ist zum Bespiel bei Gebrauchtwarenhändlern der Fall.

Bei der Differenzbesteuerung unterliegt nur die Differenz zwischen Einkaufspreis und Verkaufpreis der Umsatzsteuer. Die Differenzbesteuerung kommt nicht zu Anwendung bei Eigennutzung des erworbenen Gegenstandes durch das Unternehmen oder beim Erwerb zu privaten Zwecken.

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Direktversicherung

Bei einer Direktversicherung schließt der Arbeitgeber eine Direktversicherung auf das Leben des Arbeitnehmers ab. Durch die Versicherung begünstigt wird der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen zum Beispiel beim Eintreten des Versicherungsfalls oder bei Erreichen einer vereinbarten Altersgrenze.

Als Direktversicherungen werden anerkannt: Rentenversicherungen, Renten mit Kapitalwahlrecht, Risikolebensversicherung, Kapitallebensversicherung und Risiko- Kapitallebensversicherung in Kombination. Des Weiteren können bestimmte Formen der Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung als Direktversicherung anerkannt werden. Dazu gehören eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit einer Lebensversicherung, eine Unfallzusatzversicherung in Kombination mit einer Lebensversicherung und eine Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung mit Prämienrückgewähr.

Die vom Arbeitgeber in die Direktversicherung eingezahlten Versicherungsprämien unterliegen noch bis zum 31.12.2004 beim Arbeitnehmer der pauschalen Lohnsteuer (20 %), insofern der Arbeitgeberbeitrag max. 1.752 EUR beträgt. Aufgrund von Vertrauensschutzgründen ist die pauschale Besteuerung auch weiterhin anwendbar, wenn die Versorgungszusage vor dem 1.1.2005 erteilt wurde. Bei Auszahlung der Versicherung erzielt der Arbeitnehmer dann einen steuerfreien Vermögensvorteil.

Neuregelung ab 1.1.2005:

Bei Direktversicherungen, die nach dem 1.1.2005 abgeschlossen werden, bleiben die Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (2005: 2.496 Euro) steuerfrei und noch bis 2008 sozialversicherungsfrei. Zusätzlich bleiben Beiträge bis zu einem Festbetrag von 1.800 Euro im Jahr steuerfrei, sind aber sozialversicherungspflichtig. Die späteren Leistungen aus der Direktversicherung sind in voller Höhe steuerpflichtig.

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Dividende

Dividenden sind Gewinnanteile, die ein Aktionär oder ein Gesellschafter, der eine Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft hält, aufgrund einer Gewinnausschüttung seiner Gesellschaft, bezieht. Ebenfalls zu den Dividenden zählen Gewinnanteile eines Genossen aus seinen Anteilen an einer Genossenschaft. Dividenden gehören zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, wenn die Beteiligung an der jeweiligen Gesellschaft im Privatvermögen gehalten wird. Werden die Anteile im Betriebsvermögen gehalten, sind Dividendenzahlungen den Betriebseinnahmen zuzurechnen.

Seit dem 1.1.2002 kommt das Halbeinkunftsverfahren bei der Besteuerung von Dividendenzahlungen zur Anwendung. Dieses neue Besteuerungsverfahren belastet Dividendenerträge bereits beim ausschüttenden Unternehmen definitiv mit 25 Prozent Körperschaftsteuer. Zum Ausgleich müssen Aktionäre nur noch die Hälfte ihrer Dividendenerträge versteuern. Wurde der Freistellungsbetrag oder das Freistellungsvolumen überschritten, ist von diesem Dividendenertrag 20 Prozent Kapitalertragsteuer an das Finanzamt abzuführen. Diese bereits gezahlte Steuer kann im Rahmen der jährlichen Einkommensteuererklärung (Anlage KAP) wieder zurück gefordert werden. Liegt das zu versteuerndes Einkommen im Jahr 2002 unter 7.236 €, wird die gesamte Kapitalertragsteuer zurückgezahlt.

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Doppelte Buchführung

Im Rahmen der doppelten Buchführung werden die einzelnen Geschäftsvorfälle eines Unternehmens in Sachkonten verbucht. Zu den Sachkonten gehören die Bestandskonten und die Erfolgskonten.

Bestandskonten werden für die einzelnen Bilanzpositionen geführt. Sie werden aus der Bilanz abgeleitet. Ein Konto besitzt eine Soll-Seite und eine Haben-Seite. Auf den aktiven Bestandskonten werden die Besitzpositionen, auf den passiven Bestandskonten werden die Schulden und das Eigenkapital ausgewiesen.

Zu den Erfolgskonten gehören die Aufwands- und die Ertragskonten. Hier kommt es zur Verbuchung einer Änderung des Betriebsvermögens. Auf der Soll-Seite werden die Vermögensminderungen erfasst und auf der Haben-Seite die Vermögensmehrungen. Am Ende eines Wirtschaftsjahres wird der jeweilige Saldo auf ein Gewinn- und Verlustkonto übertragen.

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Doppelte Haushaltsführung

Bei einer doppelten Haushaltsführung unterhält der Steuerpflichtige neben seiner Wohnung, in der er seinen Hausstand führt bzw. seine Familie lebt, aufgrund einer beruflichen Veranlassung eine zweite Wohnung am Arbeitsort. In den meisten Fällen kommt es zu einer doppelten Haushaltsführung, da der Arbeitnehmer versetzt wird oder weil er eine neue Arbeitsstelle außerhalb seines Wohnorts antritt. Eine doppelte Haushaltsführung liegt nicht vor, wenn der Arbeitnehmer eine zweite Wohnung außerhalb seines Arbeitsortes bezieht, seine bisherige Wohnung am Arbeitsort aber weiterhin beibehält.

Aufwendungen, die aufgrund der doppelten Haushaltsführung entstehen, können Steuerpflichtige als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend machen. Alternativ kann der Arbeitgeber den entstandenen Mehraufwand steuerfrei ersetzen.

Als notwendiger Mehraufwand aufgrund einer doppelten Haushaltsführung kommen unter anderem folgende Aufwendungen in Betracht:

  • eine wöchentliche Heimfahrt,
  • Aufwendungen für Familien-Ferngespräche,
  • Fahrtkosten zu Beginn und zum Ende der doppelten Haushaltsführung,
  • Verpflegungsmehraufwand für einen Zeitraum von drei Monaten*,
  • Aufwendungen für die Zweitwohnung (z.B. Miete, Einrichtung),
  • Umzugskosten.

* (Falls der Tätigkeit am Beschäftigungsort eine Dienstreise vorangegangen war, ist deren Dauer auf die Dreimonatsfrist anzurechnen. Ab 1.1.2005 gilt, dass die Dreimonatsfrist erneut beginnt, wenn sie für mindestens einen Monat unterbrochen und die bisherige Wohnung am Beschäftigungsort nicht beibehalten worden war. Urlaub und Krankheit gelten jedoch nicht als Unterbrechung.)

Praxistipps:

Eine doppelte Haushaltsführung wurde bisher für maximal zwei Jahre anerkannt. Das Bundesverfassungsgericht (Beschl. 04.12.2002, 2 BVR 400/98) hat nun entschieden, dass die doppelte Haushaltsführung unbegrenzt anzuerkennen ist, wenn beide Ehepartner berufstätig sind. Die neue Rechtslage ist seit 2003 anzuwenden. Ist der Steuerbescheid noch nicht bestandskräftig und wurde aufgrund der zuvor geltenden Zweijahresfrist eine doppelte Haushaltsführung nicht anerkannt, sollte Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden.

Auch bei Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft ist eine doppelte Haushaltsführung anzuerkennen. Vorausgesetzt, sie haben ein gemeinsames Kind, sind beide berufstätig und bestimmen eine Wohnung als gemeinsamer Lebensmittelpunkt. (vgl. Niedersächsisches Finanzgericht, Urteil vom 17.9.2004, Aktenzeichen: 11 K 579/00)

Ebenso können Ledige ohne eigenen Hausstand am bisherigen Wohnort die doppelte Haushaltsführung nutzen. Dies gilt für eine Übergangsfrist von drei Monaten nach Bezug ihrer neuen Wohnung am Beschäftigungsort. Vorausgesetzt wird allerdings, dass der bisherige Wohnort weiterhin Mittelpunkt ihres Lebensinteresses ist.

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