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Steuerlexikon B

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Begriffe


Bauabzugssteuer

Die Bauabzugsteuer ist eine neue Form der Besteuerung, die die illegale Beschäftigung im Baugewerbe eindämmen soll. Seit 1.1.2002 sind unternehmerisch tätige Auftraggeber von Bauleistungen verpflichtet 15 Prozent des Rechnungsbetrages einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen.

Zwangsläufig erhält das die Bauleistungen ausführende Unternehmen vorerst 15 Prozent weniger Entgelt für seine Bauleistung. Der Abzug ist nur vorzunehmen, wenn die Bauleistungen im Inland ausgeführt werden. Wird zum Beispiel eine Bauleistung von einem ausländischen Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland erbracht, so besteht für den Leistungsempfänger die Verpflichtung zum Einbehalt der Steuer. Anders liegt der Fall, wenn ein deutsches Unternehmen für eine deutsche oder eine ausländische Person/ Unternehmung im Ausland eine Bauleistung erbringt. In diesem Fall muss keine Bauabzugsteuer erhoben werden.

Kann der Auftragnehmer eine Freistellungsbescheinigung vorlegen, ist der Auftraggeber der Bauleistungen nicht mehr zum Abzug der Steuer verpflichtet. Gleiches gilt, wenn die Bagatellgrenze von 15.000 € pro Jahr (falls der Leistungsempfänger steuerfreie Vermietungsumsätze ausführt) oder von 5.000 € pro Jahr (in allen übrigen Fällen) nicht überschritten wird. Als Unternehmer gilt auch ein Vermieter der ausschließlich steuerfreie Umsätze erzielt. Bei einer Vermietungstätigkeit ist der Steuerabzug aber nur vorzunehmen, wenn eine Vermietung von mehr als zwei Wohnungen erfolgt. Wird die Bagatellgrenze überschritten, unterliegt der gesamte Betrag der Bauabzugsteuer. Falls der Auftraggeber die Bauabzugsteuer nicht einbehält, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 25.000 € und in schlimmen Fällen eine Haftstrafe.

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Behinderte

Behinderten Personen werden im Steuerrecht zahlreiche Vergünstigungen eingeräumt, da sie nur vermindert leistungsfähig sind und ihre Behinderung in den meisten Fällen zusätzliche Kosten verursacht. Um Vergünstigung in Anspruch nehmen zu können, ist die amtliche Feststellung der Behinderung notwendig. Hierfür zuständig ist das Versorgungsamt am Wohnsitz des steuerpflichtigen Behinderten. Auf Antrag erfolgt dann die Feststellung der Behinderung sowie deren Schwere, der Nachweis bestimmter gesundheitlicher Merkmale (ermöglicht die Inanspruchnahme von Nachteilsausgleichen) und die Ausstellung eines Behindertenausweises.

Steuerliche Vergünstigungen:

Vergünstigungen stehen Behinderten im Rahmen nachfolgender steuerlicher Regelungen zu: Entfernungspauschale, Kinderfreibetrag sowie Freibetrag für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf, außergewöhnliche Belastungen sowie Vergünstigungen bei der Kraftfahrzeugsteuer.

Weitere Erleichterungen:

Weitere Erleichterungen stehen Behinderten im Nahverkehr zu. So erhalten Behinderte mit den Merkmal "H" oder "BI" im Schwerbehindertenausweis im öffentlichen Personennahverkehr "Freifahrt". Bei den Ausweismerkmalen "G" oder "aG" können Behinderte gegen ein geringes Entgelt Wertmarken erhalten, die ihnen eine verbilligte Beförderung ermöglichen. Im Fernverkehr können Begleitpersonen von Behinderten kostenlos mitfahren. Ist im Behindertenausweis die Notwendigkeit einer ständigen Begleitung eingetragen, gewähren auch deutsche Fluggesellschaften im innerdeutschen Flugverkehr Begleitpersonen eine kostenlose Beförderung. Des Weiteren können Behinderte Finanzierungshilfen für die Beschaffung eines PKW (vom Rehabilitationsträger) erhalten. Zudem sind eine Befreiung von den Rundfunkgebühren und eine Ermäßigung bei den Grundgebühren für den Telefonanschluss möglich.

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Berliner Testament

Das Berliner Testament stellt die gebräuchlichste Form eines gemeinschaftlichen Ehegattentestaments dar. Durch das Berliner Testament setzten sich die Ehegatten gegenseitig als Erben ein. Sie bestimmen, dass nach dem Tod des überlebenden Ehegatten der Nachlass beider an einen oder mehrere Dritte (im Normalfall sind dies die gemeinsamen Kinder) fallen soll.

Mit diesem Testament kann erreicht werden, dass sich die Ehepartner gegenseitig beerben und gleichzeitig das Erbrecht der Kinder (vorerst) ausgeschlossen wird. Zum Schutz des Erbrechts der Kinder wird auch oft eine so genannte Wiederverheiratungsklausel ins Testament aufgenommen. Diese bestimmt, dass bei Wiederverheiratung des überlebenden Ehepartners für die Kinder sofort der Erbfall eintritt, der durch das Testament bisher noch nicht erfolgte.

Die Kinder können aber auch bereits beim ersten Erbfall (Tod des ersten Ehepartners) einen Pflichtteil auf ihr Erbe einfordern. Diesem Fall kann jedoch durch das Berliner Testament entgegen gewirkt werden, indem darauf verwiesen wird, dass die Kinder dann beim Ableben des überlebenden Partners von der Erbfolge ausgeschlossen sind.

Da durch das Berliner Testament für den Schlusserben (z.B. die Kinder) nur ein Erbfall vorliegt und somit nur ein Freibetrag oder das eventuell ungünstigere Verwandtschaftsverhältnis zum Schlusserben ausschlaggebend ist, ist für diesen Fall im Erbschaftsteuergesetz eine Vergünstigungsregelung eingeführt worden. Gerade bei höherem zu vererbenden Vermögen kann sich das Berliner Testament jedoch als steuerliche Falle erweisen.

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Betriebliche Altersvorsorge

Unter den Begriff "Betriebliche Altersvorsorge" wird nicht nur die Altersrente des Arbeitnehmers gefasst, sondern auch die von ihm gezahlte Invalidenrente und die Hinterbliebenenrente (Witwenrente/ Waisenrente) gehören zur betrieblichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber kann eine betriebliche Altersvorsorge direkt durch eine Pensionszusage ermöglichen oder indirekt durch andere rechtlich selbständige Versorgungsträger. Hierzu gehören die Pensionskasse, die Unterstützungskasse und die Versicherungsgesellschaft. Seit dem 1.1.2002 kann auch durch Zahlungen an einen betrieblichen Pensionsfonds eine betriebliche Altersvorsorge erreicht werden.

  • Pensionszusage

Hiermit verpflichtet sich das Unternehmen bei Alter, Tod oder Invalidität des Arbeitnehmers aus eigenen Mitteln dem Arbeitnehmer oder dessen Hinterbliebenen einmalig oder in laufenden Beträgen eine Versorgungsleistung zu gewähren. Die Pensionszusage muss schriftlich erteilt werden. Das Unternehmen muss für die Pensionszusage eine Rückstellung bilden, deren Höhe nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zu ermitteln ist. Eine Pensionszusage führt beim Arbeitnehmer erst bei Auszahlung der Versorgungsleistung zu steuerpflichtigem Arbeitslohn, der jedoch steuerlich begünstigt wird.

  • Leistungen einer Pensionskasse

Pensionskassen liegen in der Trägerschaft eines oder mehrer Unternehmen und gewähren Betriebsangehörigen Versorgungsleistungen. Die Beiträge zu Gunsten des Arbeitnehmers sind steuerpflichtiger Arbeitslohn, können aber pauschal mit 20 Prozent versteuert werden. Bis zu einer bestimmten Höhe können Beiträge seit 1.1.2002 aber auch steuerfrei sein. Die spätere Rentenleistung wird nur mit dem Ertragsanteil besteuert.

  • Leistungen einer Unterstützungskasse

Ob Leistungen an den Arbeitnehmer fließen wird erst im Versorgungsfall entschieden. Einen Rechtsanspruch auf Zahlungen hat der Arbeitnehmer nicht. Altersrenten sind beim ehemaligen Arbeitnehmer als steuerpflichtiger Arbeitslohn aus früherem Beschäftigungsverhältnis zu erfassen.

  • Versicherungsgesellschaft

In den meisten Fällen wird auf das Leben des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber eine Versicherung (Direktversicherung) abgeschlossen. Die Versicherungsprämien sind beim Arbeitnehmer als steuerpflichtiger Arbeitslohn zu erfassen. Jedoch ist auch eine Pauschalierung der Lohnsteuer möglich. Bei Auszahlung unterliegt die Direktversicherung keiner Besteuerung mehr.

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Betriebsaufspaltung

Ein bestehendes Unternehmen wird mit Durchführung einer Betriebsaufspaltung in ein Besitzunternehmen und in ein Betriebsunternehmen aufgespaltet. Eine Betriebsaufspaltung ist durch eine personelle und eine sachliche Verflechtung gekennzeichnet. Dem Besitzunternehmen werden alle wesentlichen Wirtschaftsgüter zugeordnet. Das Betriebsunternehmen führt die Geschäfte des bisherigen Unternehmens weiter, indem es die notwendigen Wirtschaftsgüter vom Besitzunternehmen pachtet. Eine Betriebsaufspaltung wird aus steuerrechtlichen aber auch aus haftungsrechtlichen Gründen durchgeführt. So gehen bei einem eventuellen Konkurs des Betriebsunternehmens nicht die wesentlichen Betriebsgrundlagen des Besitzunternehmens (zuvor des gesamten Unternehmens) verloren. Besitz- und Betriebsunternehmen können in Form einer Personengesellschaft oder einer Kapitalgesellschaft geführt werden. Beide Gesellschaften erzielen Einkünfte aus Gewerbebetrieb und unterliegen damit der Gewerbesteuer.

Eine personelle Verflechtung entsteht mit der Beherrschung beider Unternehmen durch eine Person bzw. durch eine Personengruppe. Im Idealfall sind die gleichen Personen am Besitzunternehmen und am Betriebsunternehmen zu gleichen Teilen beteiligt. Der Mehrheitsgesellschafter des Betriebsunternehmens, ist auch Mehrheitsgesellschafter des Besitzunternehmens und kann daher seinen Willen bei beiden Unternehmen durchsetzen. Beispiel: So kann der Gesellschafter X der am Betriebsunternehmen einen Anteil von 51 Prozent hält auch beim Besitzunternehmen seinen Willen durchsetzen, da er hier einen Anteil von 70 Prozent hält.

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Betriebsausgaben

Als Betriebsausgaben gelten alle Aufwendungen die durch den Betrieb veranlasst sind. Dazu gehören alle Vermögensabflüsse in Form von Geld aber auch in Form von Sachwerten. Wichtig ist, dass die Ausgaben im wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betrieb stehen. Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Betriebsausgaben können entstehen, wenn die Ausgaben auch im Zusammenhang mit der privaten Lebensführung stehen und nicht allein betrieblich veranlasst sind. So ist der Abzug auch zum Teil privat veranlasster Aufwendungen nur möglich, wenn der Privatanteil unter 10 Prozent liegt und damit von untergeordneter Bedeutung ist oder der betriebliche Anteil mittels eines objektiven Maßstabs fehlerfrei bestimmt werden kann. Zudem kann die Anerkennung von Betriebsausgaben versagt werden, falls sie nicht angemessen, notwendig, allgemein üblich oder zweckmäßig sind. Probleme beim Betriebsausgabenabzug entstehen häufig bei Aufwendungen für die Golfspielberechtigung leitender Mitarbeiter, die Unterhaltung firmeneigner Flugzeuge oder Jachten oder bei Aufwendungen für kostenintensive und luxuriöse Sportwagen. Nicht als Betriebsausgaben anerkannt werden zu Beispiel: Geldbußen und Geldstrafen, Steuerhinterziehungszinsen, Spenden die die Fördergrenze übersteigen, unangemessen hohe Bewirtungskosten oder Geschenke an Geschäftsfreunde über 40 €.

Betriebsausgaben können nicht nur bei laufender Geschäftstätigkeit, sondern bereits vor der Betriebseröffnung aber auch nach der Betriebsaufgabe entstehen. Als vorweggenommene Betriebsausgaben gelten zum Beispiel Finanzierungskosten, Notarkosten, Rechts- oder Steuerberatungskosten, Reisekosten oder Gründungs- und Anlaufkosten. Zu den nachträglichen Betriebsausgaben gehören unter anderem Bürgschaftsaufwendungen oder Schuldzinsen.

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Betriebseinnahmen

Entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen sind Betriebseinnahmen Güter in Geld oder Geldeswert im Rahmen der Gewinneinkunftsarten. Bei sinngemäßer Anwendung der Betriebsausgabendefinition auf die Betriebseinnahmendefinition, sind Betriebseinnahmen Zuflüsse, die betrieblich veranlasst sind. Somit sind alle Gegenleistungen für betriebliches Handeln aber auch für betriebliches nicht Handeln als Betriebseinnahmen anzusehen. Bei zwischenbetrieblichen Erwerben ist dabei ohne Bedeutung, ob beim Geber eine Betriebsausgabe vorliegt. So kann insbesondere im Fall einer Schenkung beim Empfänger eine Betriebseinnahme vorliegen, beim Geber jedoch eine nicht abzugsfähige Betriebsausgabe. Betriebseinnahmen können einer Unternehmung nach aber auch bereits vor ihrer Eröffnung zufließen.

Neben den gewöhnlichen Einnahmen aus der Geschäftstätigkeit gehören auch Zuflüsse aus nachfolgenden Tatbeständen zu den Betriebseinnahmen:

  • Abfindungen, wenn betrieblich verursacht, zum Beispiel durch Verzicht auf eine Vertragsstrafe
  • Entschädigungen, zum Beispiel für eine entgangene Betriebseinnahme
  • Freiwillige Zuwendungen, wenn kein Privatvorgang vorliegt
  • Reisen, wenn sie vom Geschäftspartner gesponsert werden
  • Preise, z.B. die bei einem Wettbewerb erworben wurden
  • Schadenersatz für Beschädigungen durch Dritter
  • Schmiergelder

Keine Betriebseinnahmen sind zum Beispiel: Investitionszulagen, durchlaufende Posten, Gelegenheitsgeschenke, die nicht dem Rahmen einer Aufmerksamkeit übersteigen, der Verzicht auf ein Entgelt und Darlehensrückzahlungen.

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Betriebsprüfung

Im Rahmen einer Betriebsprüfung bzw. Außenprüfung überprüfen die Finanzbehörden steuererhebliche Angaben des Steuerpflichtigen. Sie kann eine oder mehrere Steuerarten, einen oder mehrere Besteuerungszeiträume umfassen oder sich auf bestimmte Sachverhalte beschränken. Die Finanzbehörde bestimmt den Umfang der Außenprüfung in einer schriftlich zu erteilenden Prüfungsanordnung mit Rechtsbehelfsbelehrung. Eine Außenprüfung ist unter anderem zulässig bei Steuerpflichtigen, die einen gewerblichen oder land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unterhalten oder die freiberuflich tätig sind.

Die Prüfungsanordnung sowie der voraussichtliche Prüfungsbeginn und die Namen der Prüfer müssen dem Steuerpflichtigen, bei dem die Außenprüfung durchgeführt werden soll, in angemessener Zeit vor Beginn der Prüfung bekannt gegeben werden, wenn der Prüfungszweck dadurch nicht gefährdet wird. Auf Antrag der Steuerpflichtigen soll der Beginn der Außenprüfung auf einen anderen Zeitpunkt verlegt werden, wenn dafür wichtige Gründe glaubhaft gemacht werden. Die Prüfer haben sich bei Erscheinen unverzüglich auszuweisen. Der Beginn der Außenprüfung ist unter Angabe von Datum und Uhrzeit aktenkundig zu machen.

Der Steuerpflichtige hat bei der Feststellung der Sachverhalte, die für die Besteuerung erheblich sein können, mitzuwirken. Er hat insbesondere Auskünfte zu erteilen, Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden zur Einsicht und Prüfung vorzulegen, die zum Verständnis der Aufzeichnungen erforderlichen Erläuterungen zu geben und die Finanzbehörde bei Ausübung ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Die Außenprüfung findet während der üblichen Geschäfts- oder Arbeitszeit statt.

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Betriebsveräußerung

Der entgeltliche oder teilentgeltliche Eigentümerwechsel an einem Betrieb oder Teilbetrieb wird im Gesetz als Betriebsveräußerung bezeichnet. Der Veräußerer kann eine natürliche Person, eine Personengesellschaft aber auch ein Verein oder eine Stiftung sein. Eine Betriebsveräußerung liegt vor, wenn wesentliche Betriebsgrundlagen des Betriebes oder des Teilbetriebes in einem einheitlichen Vorgang auf den Erwerber entgeltlich oder teilentgeltlich übertragen werden. Ferner muss der gesamte Betrieb im Zeitpunkt der Übertragung noch bestehen und vom Erwerber fortführbar sein. Eine Veräußerung des gesamten Betriebes liegt nicht vor, wenn die wesentlichen Betriebsgrundlagen an verschiedene Erwerber, die nicht gesellschaftsrechtlich miteinander verbunden sind, veräußert wird. In diesem Fall liegt eine Betriebsabwicklung vor die steuerlich nicht begünstigt wird.

Der Veräußerungsgewinn wird wie folgt berechnet:

Veräußerungspreis

./. Buchwert des Betriebsvermögens

./. Veräußerungskosten

+ Gemeiner Wert der ins Privatvermögen überführten Wirtschaftsgüter

./. vom Erwerber nicht übernommene Schulden

______________________________________

= Veräußerungsgewinn

Der Gewinn aus dem Verkauf eines Betriebes gehört zu den steuerpflichtigen Einkünften. Bei einer Betriebsveräußerung kommt es zur Aufdeckung aller im Verlauf der Unternehmenstätigkeit entstandenen stillen Reserven. Diese gelten als Veräußerungsgewinne und bewirken im Jahr der Veräußerung eine Zusammenballung von Einkünften. Zur Reduzierung der Besteuerung werden Freibeträge und Tarifermäßigungen gewährt.

Erzielt eine natürliche Person den Veräußerungsgewinn, so unterliegt dieser nicht der Gewerbesteuer. Wird aber ein Mitunternehmeranteil verkauft der mittelbar über ein Kapitalgesellschaft oder eine Personengesellschaft gehalten wird, ist der Veräußerungsgewinn gewerbesteuerpflichtig.

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Bewirtungsaufwendungen

Aufwendungen zur Bewirtung von Geschäftspartner sind zum Teil als Betriebsausgaben abzugsfähig. 70 Prozent (bis Ende 2003: 80 Prozent) der Aufwendungen dürfen den Gewinn mindern. Die in Rechnungen für Bewirtungsaufwendungen enthaltene Umsatzsteuer kann vollständig als Vorsteuer geltend gemacht werden. Dies ergibt sich aus der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes (siehe Urteil vom 10.2.2005, Aktenzeichen: V R 76/03). Die von der Finanzverwaltung bisher praktizierte Beschränkung auf 70 bzw. 80 Prozent der Umsatzsteuer ist nicht rechtens.

Zu beachten ist, dass die Aufwendungen für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass nach der allgemeinen Verkehrsauffassung angemessen sein müssen und deren Höhe und betriebliche Veranlassung nachgewiesen werden muss. Zum Nachweis der Höhe und der betrieblichen Veranlassung der Aufwendungen hat der Steuerpflichtige schriftlich die folgenden Angaben zu machen: Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie Höhe der Aufwendungen. Hat die Bewirtung in einer Gaststätte stattgefunden, so genügen Angaben zu dem Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung; die Rechnung über die Bewirtung ist beizufügen. Bei nicht nachgewiesener geschäftlicher Veranlassung sind die Bewirtungskosten nicht als Betriebsausgaben abzugsfähig.

Bewirtungskosten sind wie folgt zu berücksichtigen:

tatsächliche Bewirtungsaufwendungen

./. privat veranlasste Bewirtungsaufwendungen

./. unangemessene Bewirtungsaufwendungen

./. nicht nachgewiesene Bewirtungsaufwendungen

= vorläufige Bewirtungsaufwendungen

./. Kürzung um 30 Prozent

= abzugsfähige Betriebsausgaben

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Bilanz

Die Bilanz ist eine Gegenüberstellung von Vermögensgegenständen und Schulden. Die Aufstellung einer Handelsbilanz erfolgt nach handelsrechtlichen Grundsätzen. Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften gelten nur die Bestimmungen des ersten Abschnittes des dritten Buches des Handelsgesetzbuches (§§ 238 bis 263 HGB). Für Kapitalgesellschaften gelten zudem auch die Vorschriften des zweiten Abschnittes des dritten Buches des Handelsgesetzbuches (§§ 264 bis 335 HGB). Von der Handelsbilanz ist die Steuerbilanz abzugrenzen. Durch Aufstellung einer Steuerbilanz wird unter Beachtung steuerrechtlicher Vorschriften der steuerrechtlich maßgebende Unternehmensgewinn ermittelt. Hierbei sind insbesondere von den handelsrechtlichen Bestimmungen abweichende Bewertungsgrundsätze für die einzelnen Vermögensgegenstände zu beachten.

Mit der Handelbilanz wird der wirtschaftliche Erfolg eines Geschäftsjahres festgestellt.

Einzelkaufleute/ Personengesellschaften

Folgende allgemeine Vorschriften müssen beachtet werden: Eine Handelsbilanz ist zu Beginn eines Handelsgewerbes und für den Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres aufzustellen. Die Bilanz muss nach den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung in der deutschen Sprache aufgestellt werden. Sie ist vom Kaufmann bzw. von allen persönlich haftenden Gesellschaftern zu unterzeichenen.

Kapitalgesellschaften

Die allgemeinen Vorschriften für Einzelkaufleute/ Personengesellschaften gelten auch für Kapitalgesellschaften, wobei ergänzend hinzukommt, dass der Jahresabschluss die tatsächlichen Verhältnisse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln muss. Die Bilanz muss nach Ablauf des Geschäftsjahres innerhalb von drei Monaten aufgestellt werden. Kleine Kapitalgesellschaften können maximal eine Aufstellungsfrist von sechs Monaten in Anspruch nehmen.

BILANZ

Aktiva

Passiva

Anlagevermögen

Eigenkapital

Umlaufvermögen

Rückstellungen

Rechnungsabgrenzungsposten

Verbindlichkeiten

 

Rechnungsabgrenzungsposten

= Bilanzsumme

= Bilanzsumme

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Buchführungspflicht

Eine Verpflichtung zur Buchführung sowie eine Aufzeichnungspflicht ergeben sich aus den Steuergesetzen aber auch aus außersteuerlichen Vorschriften. So bestimmt § 238 des Handelsgesetzbuchs die Buchführungspflicht für jeden Kaufmann. Ob ein kaufmännischer Geschäftsbetrieb vorliegt, ist nach dem Gesamtbild des Betriebes zu entscheiden. Hierzu sind bisher zahlreiche Urteile ergangen.
Wer nach außersteuerlichen Vorschriften buchführungspflichtig ist, muss Bücher auch nach den Bestimmungen des Steuerrechts führen.
Nach den Bestimmungen des § 141 der Abgabenordnung sind nachfolgende Steuerpflichtige zur Buchführung verpflichtet. Gewerbliche Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die

  • Umsätze von mehr als 500.000 € (bis zum 31.12.2006: 350.000 €) im Kalenderjahr oder
  • selbstbewirtschaftete land- und forstwirtschaftliche Flächen mit einem Wirtschaftswert von mehr als 25.000 € oder
  • einen Gewinn aus Gewerbebetrieb von mehr als 50.000 € (bis zum 31.12.2007: 30.000 €) im Wirtschaftsjahr oder
  • einen Gewinn aus Land- und Forstwirtschaft von mehr als 30.000 € im Kalenderjahr gehabt haben.

Damit unterliegen gewerbliche Unternehmen und Land- und Forstwirte, die einen der Grenzwerte überschreiten, der steuerrechtlichen Buchführungspflicht (§ 141 AO).

Praxistipp:

Freiberufler sind auch bei Überschreitung der Grenzwerte von der Buchführungspflicht befreit. Sie haben jedoch die Möglichkeit, freiwillig eine Buchführung durchzuführen. Dies kann im Einzelfall Vorteile bringen. So zum Beispiel dann, wenn der Freiberufler Rücklagen bilden will.

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Buchwert

Der Buchwert ist der Wert, zu dem ein Wirtschaftsgut in der Bilanz ausgewiesen wird. Bei der Ermittlung des Buchwertes kommen die handelsrechtlichen Vorschriften zur Rechnungslegung sowie steuerrechtliche Bewertungsvorschriften zur Anwendung.

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Bundesfinanzhof

Der Bundesfinanzhof mit Sitz in München ist das höchste Gericht (Bundesgericht) in Steuersachen. Die Senate urteilen über Revisionsentscheidungen in einer Besetzung von fünf Richtern. In einer Besetzung von drei Richtern werden Beschlüsse gefasst. Der Große Senat besteht aus dem Präsidenten und sechs Richtern, zudem wird von den jeweils beteiligten Senaten je ein Richter entsandt. Der Große Senat wird zur Urteilsfindung einberufen, wenn die einzelnen Senate abweichende Urteile erlassen haben, die Rechtsfragen von grundsätzlicher Bedeutung sind und wenn das Urteil des Großen Senats zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung und zur Fortbildung des Rechts notwendig ist.

Für die erstinstanzliche Rechtsprechung in Steuersachen sind die Finanzgerichte der einzelnen Bundesländer zuständig. Jedes Bundesland verfügt über mindestens ein Finanzgericht. Bei einem Rechtsstreit in Steuersachen ist zuerst das Finanzgericht des jeweiligen Bundeslandes zuständig. Erst in zweiter Instanz, wenn die Entscheidung zur Revision zugelassen wurde, kann dem Bundesfinanzhof die Rechtssache zur Entscheidung vorgelegt werden.

Ein Finanzgericht verfügt über eine Präsidenten, einen Vorsitzenden und weiteren Richtern. Die vom Finanzgericht gebildeten Senate treffen ihre Entscheidungen mit drei Berufsrichtern und zwei ehrenamtlichen Richtern. Bei Beschlüssen und Vorbescheiden wirken die ehrenamtlichen Richter nicht mit.

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